Barda Museum
Barda Museum Tunis

Aussprache: al-mathaf al-wataniy bi-baardii
arabisch:
المتحف الوطني بباردو
persisch:
موزهٔ باردو
englisch:
Bardo National Museum

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Das Bardo National Museum (Musée national du Bardo) in Tunis (Tunesien) zählt zu den wichtigsten archäologischen Museen West- und Nordafrikas.

Es befindet sich im Stadtteil Le Bardo, etwa 4 Kilometer nordwestlich des Zentrums von Tunis. Das Museum wurde am 7. Mai 1888 während der französischen Protektoratszeit als Musée Alaoui eröffnet und nach der Unabhängigkeit 1956 in Musée national du Bardo umbenannt. Es ist in Teilen des ehemaligen Bardo-Palastes untergebracht, einer herrschaftlichen Residenz mit Ursprüngen im 17./18. Jh.n.Chr., die zuvor als Sitz der Beys von Tunis diente. Die Architektur verbindet traditionelle tunesische Palastästhetik mit mediterranen Einflüssen.

Das Bardo Museum ist eines der größten Museen Afrikas und nach dem Ägyptischen Museum in Kairo eines der bedeutendsten archäologischen Museen des Kontinents. Es gilt als weltweit führend in der Sammlung römischer Mosaiken und beherbergt darüber hinaus umfangreiche Sammlungen zur Geschichte Nordafrikas. Die Sammlungen im Bardo Museum decken einen weiten historischen Zeitraum ab:

bulletVorgeschichte und Proto-Geschichte
bulletPunik bzw. Karthago
bulletRömische Epoche, mit einem besonderen Fokus auf Mosaiken und Skulpturen
bulletFrühchristliche und byzantinische Artefakte
bulletIslamische Kunst und Alltagskultur

Als besonders herausragend gilt die Sammlung römischer Mosaiken, die als eine der größten und bedeutendsten weltweit gewertet wird. Viele der Mosaike stammen aus antiken Städten wie Carthage, Dougga, El Jem oder Hadrumetum und zeigen Szenen aus Mythologie, Alltag und Geschichte der römischen Provinz Nordafrika. Zu den Beständen gehören ferner punische Stelen und Keramik, griechische Kunstwerke (beispielsweise aus der Schiffswrackfundstätte von Mahdia), frühe christliche Kunst, islamische Keramik und Metallarbeiten sowie archäologische Funde aus vielen Regionen Tunesiens.

Seit seiner Eröffnung repräsentiert das Museum Tunesiens kulturelle Vielfalt über Jahrtausende. Es zeigt die Einflüsse und Vermischungen verschiedener Zivilisationen, die im heutigen Tunesien Spuren hinterlassen haben – von der Vorgeschichte über die phönizisch-punische Zeit über die römische Herrschaft bis in die islamische Epoche.

Am 18. März 2015 kam es im Museum zu einem terroristischen Anschlag, bei dem bewaffnete Angreifer 22 Menschen – größtenteils ausländische Touristinnen und Touristen – töteten und zahlreiche weitere verletzten. Das Museum wurde nach dem Angriff rasch wiedereröffnet, was weithin als Zeichen der Resilienz gegenüber Extremismus und als Bekenntnis zur Bewahrung kultureller Dialoge bewertet wurde.

Foto IRNA 2026 n.Chr.

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