.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Das Bibeldorf Rietberg ist ein religionspädagogischer Lernort
und Freilichtmuseum in Rietberg (Nordrhein-Westfalen).
Die Ausstellung befindet sich an der Jerusalemer Straße 2
(33397 Rietberg). Sie gehört zur Evangelischen Kirchengemeinde
Rietberg und wird seit 2003 aufgebaut und betrieben. Ziel ist
es, die „Welt und Umwelt der Bibel“ anschaulich erfahrbar zu
machen, also das Alltagsleben, die Handwerke, Wohnformen,
Landschaften und religiösen Hintergründe der biblischen Zeit.
Die Anlage ist als orientalisch anmutendes Dorf gestaltet.
Besucher begegnen dort unter anderem Beduinenzelten, einfachen
Häusern, Getreidesteinen, Mühlen, Handwerksstationen und
Szenen aus dem Alltag der Antike. Der pädagogische
Grundgedanke lautet sinngemäß: vom Greifen zum Begreifen — man
soll Geschichte nicht nur hören, sondern mit Händen, Augen,
Geruch und Bewegung aufnehmen.
Das Bibeldorf versteht sich ausdrücklich als
erfahrungsbezogener und erlebnisorientierter Lernort. Es
bietet Führungen, Schulprojekte, Gemeindeprojekte,
Fortbildungen und Veranstaltungen an. Die Projekte sind häufig
fächerübergreifend angelegt und an Lehrpläne in
Nordrhein-Westfalen angebunden. Genannt werden unter anderem
Programme wie „Vom Korn zum Brot“, „Lesen und Schreiben zur
biblischen Zeit“, „Dem Alltagsleben auf der Spur“ und „Steine
reden – biblische Archäologie“.
Nach eigener Darstellung kommen jährlich über 30.000 Gäste
ins Bibeldorf, darunter Einzelbesucher, Kinder- und
Jugendgruppen, Schulklassen, Erwachsenen- und Seniorengruppen.
Die Einrichtung geht bei Führungen auch auf besondere
thematische Wünsche ein. Die ausgestellten Figuren sind in
Kooperation mit einem Schrottkünstler erstellt worden, was für
den ungeübten Blick etwas irritierende wirken kann.
Das Bibeldorf beherbergt nach touristischer Darstellung das
größte europäische topographische Modell zu Israel und
Palästina sowie ein etwa 110 Quadratmeter großes
archäologisches Grabungsfeld, das besonders für Kinder und
Schulklassen gedacht ist.
Aus
muslimischer Sicht kann das Bibeldorf Rietberg auf
mehreren Ebenen interessant sein, denn viele Themen berühren
auch den islamischen Traditionsraum.
Ein
muslimischer Besucher wird viele Namen und Themen
erkennen, dazu zählen unter anderem
Adam
(a.),
Noah
(a.),
Abraham (a.),
Moses
(a.),
David
(a.),
Salomo
(a.),
Zacharias (a.) [zakariyya],
Johannes (a.) und
Jesus
(a.). Das Bibeldorf kann helfen, die geschichtliche und
materielle Umwelt dieser prophetischen Erzählungen besser zu
verstehen. Dabei werden frage erörtert wie die Folgenden: Wie
lebten Menschen im alten Orient? Wie sahen einfache Häuser
aus? Wie wurde Brot hergestellt? Wie funktionierten
Landwirtschaft, Handwerk, Reisen, Handel, Wassergewinnung oder
religiöse Rituale?
Am Eingang des Bibeldorfes steht eine überdimensionale
Figur, die
Nimrod
[namrud] darstellen soll.