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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Das Bittgebet [dua], ist die
direkte "Anrufung"
ALLAHs
durch den
Menschen.
Diese Worte des
Lobes, des Dankes, des Preisens, der Hoffnung und der Bitte sind anders als beim
Ritualgebet frei von jedwedem Ritual und jedem
Menschen und damit auch jedem
Muslim
formlos freigestellt.
Der
Gläubige spricht das Bittgebet, wann immer er will, gleich
wo er sich befindet, zu welcher Zeit auch immer und gleich in
welcher Sprache. Das Bittgebet ist eine Art
„Türöffner“
zur
Liebe
ALLAHs
der alle
Menschen umgibt. Es ist eine Art
„Zugangscode“ zur
Antwort
ALLAHs,
die bereits existiert, noch das Bittgebet vom
Menschen gedacht worden ist. Viele
Muslime
orientieren sich dabei an den Bittgebeten berühmter
Persönlichkeiten. Einige berühmte Bittgebete heiliger Menschen
und Vorbilder wurden bereits ins
Deutsche
übersetzt.
Obwohl die Form
frei gewählt werden kann, ist die bekannteste Form die der
bettelnden Hände, die sich Segen vom Himmel erwünschen und diesen Segen
dann in das Gesicht wischen.
Und obwohl die Worte frei
gewählt werden können, orientieren sich
Muslime auch beim Bittgebet an den Vorbildern und
studieren deren Gebete, wie z.B. die
Bittgebete aus dem Heiligen Quran, die Bittgebete des
Propheten Muhammad (s.), diejenigen
Imam Alis (a.) oder der übrigen Mitglieder der
Ahl-ul-Bait. Im
Heiligen Quran gibt es zahlreiche kurze Bittgebete der
Propheten. Als eines der bekanntesten längeren Bittgebete
gilt das
Bittgebet von Kumail. Ein oft am Ende von Veranstaltungen
verlesenes Bittgebet ist das
Einheitsbittgebet. In den
Nächten der Bestimmung
[lailat-ul-qadr] wird eines der schönsten Bittgebete
überhaupt, das
Dschauschan-ul-Kabir verlesen.
Das Bittgebet ist eine
geistige Reise in das Reich der Herrlichkeit
Gottes,
in der die
Begriffe
Vergebung,
Wahrheit,
Gerechtigkeit,
Schönheit,
Liebe, Vollkommenheit und
Ewigkeit mit ihren Bedeutungen in
Erscheinung treten. Das Bittgebet ist ein herzliches „Wollen“
zur Rettung aus eigener Verzweiflung und eine unendliche
Zuversicht gegen Hoffnungslosigkeit und eine Orientierung zu
Gott.
Prophet Muhammad (s.) hat mit
folgenden Worten Bittgebete beschrieben: "Das
Bittgebet verhindert
Unheil und die Not.“
Im
Heiligen Quran heißt es dazu (2:152):
„Darum gedenkt
Meiner, Ich werde euer gedenken. Und danket Mir und seid nicht
undankbar gegen Mich.“ Als wohl bekanntestes Bittgebet aus
dem
Heiligen Quran gilt: „Unser Herr, schenke uns im Diesseits Gutes und auch im
Jenseits Gutes, und bewahre uns vor der Pein des Feuers.“ (Heiliger
Qur'an 2:201)
Prophet Muhammad (s.): „Rufet Gott an und seid
überzeugt von der Erfüllung des Bittgebets, aber wisset, dass
Gott das Bittgebet eines abwesenden Herzens nicht annimmt“.
Von
Imam Sadiq (a.) stammt die
Überlieferung [hadith]: „Haltet euch an das Bittgebet,
denn es ist die Waffe des Gläubigen, die Säule der Religion
und das Licht der Himmel und der Erde.“
Ebenfalls von
Imam
Sadiq (a.) stammt: „Allah weiß, was der Diener will,
doch Er liebt es, dass die Anliegen Ihm vorgetragen werden.“
Von Imam
Baqir (a.) stammt: „Wenn Allah einem Diener die Tür des
Bittgebets öffnet, öffnet Er ihm auch die Tür der Erhörung.“
Imam
Sadiq (a.) sagt dazu: „Allah hat euch das Bittgebet zur
Pflicht gemacht und euch die Erhörung zugesichert.“
Von
Imam Ali (a.) stammt mahnend dazu: „Allah nimmt kein
Bittgebet aus einem achtlosen Herzen an.“
Imam
Sadiq (a.) sagt: „Das Bittgebet ist das Herz der
Gottesverehrung bzw. Gottesdienstes [عبادَة].“
Bei seinem Freitagsgebet [salat-ul-dschuma]
am 25. Dezember 1998 in
Teheran ging Imam Sayyid Ali
Chamenei ausführlich auf das Bittgebet ein:
„Es ist
nicht notwendig, dass das Bittgebet (Dua) immer die
Naturgesetze außer Kraft setzt und ihnen zuwiderhandelt –
nein. Das Bittgebet wird innerhalb des Rahmens der
Naturgesetze erhört, und dein Anliegen wird erfüllt. Es ist
die Macht Gottes, die die Gesetze so zusammenfügt und ordnet,
dass dein Ziel erreicht wird.
Allerdings wird ein Bittgebet dort nicht erhört, wo es
mit einem anderen göttlichen Gesetz in Konflikt gerät. Das
göttliche Versprechen ist wahr – doch auch jenes andere
göttliche Gesetz ist wahr. Wer untätig bleibt und sich nicht
für seine Ziele einsetzt, hat keine Garantie, sein Ziel zu
erreichen. Wenn jemand in einer solchen Lage nur betet, ist
offensichtlich, dass dieses Gebet nur geringe Aussicht auf
Erhörung hat. Zwar kann es vorkommen, dass es dennoch erhört
wird, doch eine Garantie dafür gibt es nicht.
Wenn man um etwas bittet, das einem eindeutigen
Naturgesetz widerspricht, ist ebenfalls nicht gesagt, dass
dafür eine Garantie der Erhörung besteht. Zwar gibt es Fälle,
in denen das Bittgebet zweifellos sogar Naturgesetze
durchbricht; doch wenn wir sagen, dass das Bittgebet erhört
wird, bedeutet das nicht, dass jedes Gebet erhört wird –
selbst wenn es anderen göttlichen Gesetzen widerspricht, nicht
von eigenem Handeln begleitet wird oder das Gebet nicht einmal
mit wirklicher Aufmerksamkeit und innerer Hinwendung
gesprochen wird. Nein.
Beim Bittgebet ist es notwendig, Gott, den Erhabenen,
aufrichtig um etwas zu bitten und es wahrhaftig von Ihm zu
verlangen. Ein solches Gebet wird erhört. Wenn dieses Gebet
mit praktischem Handeln und Anstrengung auf dem Weg zu großen
Zielen verbunden ist, ist die Aussicht auf seine Erhörung
tatsächlich größer. Und wenn das Gebet beharrlich und
fortgesetzt verrichtet wird, steigt die Aussicht auf seine
Erhörung gewiss noch mehr.
Sollte man sehen, dass ein Bittgebet mehrmals wiederholt
wurde und dennoch nicht erhört worden ist, darf man nicht
verzweifeln – besonders nicht in großen Angelegenheiten,
insbesondere in Fragen, die das Schicksal des Menschen, das
Schicksal eines Landes oder das Schicksal von Völkern
betreffen. Denn manchmal liegt es in der Natur großer
Vorhaben, dass ihre Verwirklichung Zeit erfordert.“