Burg Bilqis
Burg Bilqis

Aussprache: qalah bilqiys
arabisch:
قلعة بلقيس
persisch: شهر بلقیس
englisch:
Belqeys Castle

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Die „Burg Bilqis (oder Belqeys)“ oder „Zitadelle von Belqeys“ sind Ruinen einer historischen Burg bei Esfarayen in der Provinz Nord-Chorasan.

Zum Namen Bilqis oder Belqeys gibt es dann mehrere spätere Deutungen. Eine verbreitete Erklärung sagt, der Ort habe den Namen wegen einer Assoziation mit Bilqis, Königin von Saba. Das ist historisch nicht glaubhaft, da Bilqis nie in der Gegend war. Zudem soll der Name erst genutzt worden sein. Im persischen Original wird der Komplex auch Stadt der Bilqis (Schahr-e Bilqis [شهر بلقیس]) genannt.

Der Komplex ist eine ausgedehnte archäologische Ausgrabungsstätte mit Zitadelle/Arg, Graben, ummauerter Stadt, religiösen und wirtschaftlichen Bauten sowie Friedhofsbereichen. Die Anlage gilt als eine der größten Lehmziegel- und Stampflehm-Befestigungen in der Islamischen Republik Iran. Iranische und internationale Darstellungen nennen sie häufig die zweitgrößte Lehmfestung im Iran nach der Arg-e Bam.

 Überblicksquellen datieren die Festung teils in die sasanische Zeit, während archäologische und historische Beschreibungen der Gesamtstadt eine Nutzung und Entwicklung auch in den frühislamischen, seldschukischen, ilchanidischen und safawidischen Epochen erkennen lassen. Der Ort ist somit ein über viele Jahrhunderte gewachsener Stadt- und Festungskomplex.

Die Ortschaft Schahr-e Bilqis wird oft mit dem alten Esfarayen identifiziert. Das macht die Stätte nicht nur militärisch, sondern auch stadtgeschichtlich bedeutsam.

Die Angaben zur Fläche unterscheiden sich je nachdem, ob man nur die Zitadelle oder die gesamte historische Stadt meint. Für den engeren Burgkern werden rund 51.000 m² genannt. Für den Gesamtkomplex kursieren Werte um 180 Hektar. Diese Differenz ist kein Widerspruch, sondern ergibt sich aus den verschiedenen Bezugsgrößen.

Zum Komplex gehören nach den Beschreibungen unter anderem: die Arg/Zitadelle, ein Graben um den Kernbereich, Stadtmauern mit Türmen, Reste eines Bazars, Karawanserei, Wasserreservoir/Zisterne, Töpfereiofen, Reste einer großen Moschee oder eines religiösen Baukomplexes, sowie ein ausgedehnter Friedhof.

Aktuelle Berichte beschreiben die Zitadelle in ihrer Blütezeit als dreistöckig und mit 29 Türmen befestigt, die jeweils etwa 11 Meter hoch gewesen seien. Bilqis gilt als ein klassisches Beispiel für die großmaßstäbliche Befestigungsarchitektur aus Lehmziegeln und Lehm in den trockenen Landschaften Irans.

Bilqis ist stark gefährdet. Wegen der Lehmarchitektur sind Witterung, Vernachlässigung und unsachgemäße Eingriffe besonders problematisch. 2024 berichteten mehrere Medien, dass restaurierte Mauerteile eingestürzt seien oder gravierende Schäden aufgetreten seien. Das wurde als Warnsignal für den Erhalt der gesamten Anlage gewertet. Zugleich laufen Restaurierungs- und Sicherungsarbeiten.

Foto: Vahid Khademi, IRNA (2026 n.Chr.)

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