Hansaray
Chanpalast von Bachtschyssaray

Aussprache: qaßr chaan bachschah saraay
arabisch:
قصر خان بخشه سراي
persisch:
کاخ خانِ باغچه‌سرای
englisch: Bakhchisaray Palace

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Der Chanpalast von Bachtschyssaray oder Khanpalast von Bachtschyssaraj, oft auch Hansaray genannt, ist das wichtigste erhaltene Monument der krimtatarischen Hofkultur und die frühere Residenz der Chane des Krim-Chanats.

Er ist ein Palastkomplex mit Moscheen, Rats- und Empfangssälen, Wohntrakten, Innenhöfen, Gartenanlagen, Brunnen, Friedhof und Resten des Harems. Die UNESCO beschreibt ihn als kompaktes Ensemble aus 17 Gebäuden und 9 geschlossenen Innenhöfen. Errichtet wurde er im Kern in den 1530er Jahren, mit der ältesten datierten Bauphase von 1532 n.Chr.. Etwa 250 Jahre lang, bis zum Ende des Krim-Chanats 1783, war er die Hauptresidenz der Krim-Chane.

Der Palast entstand, als die Dynastie der Giray/Geray ihre Hauptstadt im 16. Jh. n.Chr. nach Bachtschyssaray verlegte. Das Krim-Chanat war ein Nachfolgestaat der Goldenen Horde und stand seit 1475 n.Chr. unter osmanischer Oberhoheit. In diesem politischen Rahmen entwickelte sich Bachtschyssaray zum Machtzentrum eines muslimisch-tatarischen Staates auf der Krim.

Das Besondere am Chanpalast ist, dass er als einzige größere erhaltene Palastresidenz der Krimtataren gilt. Die UNESCO hebt hervor, dass der Palast und die Bauten von Salaçıq/Salachik einzigartige Zeugnisse der krimtatarischen Architektur des 16. bis 18. Jahrhunderts sind.

Architektonisch verbindet der Palast osmanische, lokale krimtatarische und teils auch persische und italienische Einflüsse. Der Komplex wurde im Tal des Flusses Çürük Su/Curuq Su erbaut und bewusst in die Landschaft eingebettet.

Zum Ensemble gehören laut UNESCO insbesondere die Große Chan-Moschee, die Kleine Moschee, der Divan-Saal (Ratssaal/Staatsrat), der Botschaftersaal, Wohnbereiche des Chans und seines Hofes, der Harem, der Sommerpavillon, der Falkenturm, Wach- und Wirtschaftsbauten, Bäder, Stallungen, Küchenhof sowie zahlreiche Brunnen, Portale und Höfe.

Die Große Khan-Moschee zählt zu den ältesten Teilen des Ensembles und wurde laut den Standardbeschreibungen 1532 n.Chr. unter Sahib I. Giray errichtet. Sie besitzt zwei symmetrische Minarette von etwa 28 Metern Höhe. Die Moschee wurde 1736 im Russisch-Türkischen Krieg beschädigt und später restauriert.

Die Kleine Moschee diente dem Chan und seinem engeren Umfeld. Ihre Ausmalungen stammen überwiegend aus dem 17. und 18. Jh. n.Chr. Besonders auffällig sind die dekorierte Gebetsnische [mihrab] und symbolische Motive im Innenraum.

Der Divan-Saal und der Botschaftersaal waren das politische Herz der Anlage. Hier fanden Ratsversammlungen und diplomatische Empfänge statt.

Der Harem ist heute nur noch teilweise erhalten. Der Komplex umfasste aber ursprünglich ausgedehnte Wohnbauten für die Familie des Chans, seine Gefolgschaft und den Hofstaat. Mehrere Bereiche wurden im Lauf der Jahrhunderte verändert, ergänzt oder gingen verloren.

Berühmt wurde der Palast weit über die Krim hinaus durch den Tränenbrunnen (Fountain of Tears). Seine heutige Bekanntheit verdankt er vor allem Alexander Puschkin, der nach seinem Besuch das narrative Gedicht „Der Brunnen von Bachtschyssaraj“ schrieb. Der Brunnen ist mit einer später romantisierten Legende um Qırım Giray Chan und eine Geliebte namens Maria verbunden; historisch wichtig ist vor allem, dass dieses Objekt die europäische Wahrnehmung des Palastes stark geprägt hat.

Der Palast hat schon in der Vormoderne Schäden und Umbauten erlebt. Besonders schwer wog ein Brand im Jahr 1736, als russische Truppen Bachtschyssaraj einnahmen. Der Deutsche Burkhard Christoph von Münnich, spielte eine wichtige Rolle bei der Zerstörung. Er führte im Russisch-Türkischen Krieg 1735–1739 die russischen Truppen auf die Krim, nahm im Juni 1736 Bachtschyssaraj ein und in diesem Zusammenhang wurde der Chanpalast niedergebrannt.

Danach wurde die Anlage teilweise wiederhergestellt. Auch nach 1783 verlor sie ihre ursprüngliche politische Funktion und wurde in der Folge mehrfach verändert.

Foto auf Basis eines Film von A.Lipp (2026 n.Chr.)

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