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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Ayatollah Sayyid Mustafa Muhaqiq Damad ist ein
schiitischer
Gelehrter [faqih], Jurist, Philosoph und
Universitätsprofessor in der
Islamischen Republik Iran.
Er wurde 1945 im
Qum
geboren. Sein Vater war Muhammad Mohaqiq Damad, und sein
Großvater
Abdulkarim Hairi. Er hat ist verheiratet mit einer Tochter
von Mirza Haschim Amili. Der Familienname „Muhaqiq Damad“
bedeutet wörtlich etwa „der Gelehrte (oder Forscher) –
Schwiegersohn“, ein traditioneller Titel in schiitischen
Gelehrtenfamilien.
Bereits 1970 erreichte er den Rang eines
Rechtsgelehrter [mudschtahid], also
eines Gelehrten, der
selbständige Rechtsfindung [idschtihad]
ableiten darf.
Sayyid Mustafa absolvierte seine islamische Ausbildung in
arabischer Literatur,
Quran,
Überlieferung [hadith], islamischer Philosophie, Theologie
und
islamische Rechtswissenschaft,
Islamischer Rechtswissenschaft [fiqh], sowie
Methodenlehre (Usul al-fiqh) an der Fayzieh-Schule im
Qum,
einer
Hawza in
Qum.
Zu seinen Lehrern gehörten einige der bedeutendsten
iranischen
Gelehrten [faqih] des 20. Jh. n.Chr. darunter:
Bereits 1970 erlangte er das Niveau zur
selbständigen Rechtsfindung [idschtihad]. Außerdem setzte
er seine moderne akademische Ausbildung in
Islamische Philosophie fort und schloss sie 1969 an der
Universität Teheran ab. Danach absolvierte er 1980 seinen Master of
Science in
Islamische Rechtswissenschaft an derUniversität
Teheran. 1996 besuchte er die Universität von Louvain (UC
Louvain) in Belgien und promovierte dort. Die Kombination aus
Hawza-Studium
und universitärer Rechtsausbildung prägt sein Denken stark.
Seit 1988 ist er Mitglied der Akademie der Wissenschaften
des Iran und Leiter des Instituts für Islamische Studien an
der Iranischen Akademie. Außerdem ist er seit 2007 für Recht
und islamische Philosophie an der
Rechtswissenschaftlichen Fakultät der
Schahid Beheschti Universität. In dieser Funktion gehörte
er zahlreichen Kommissionen an. Unter anderem ist er Leiter
verschiedener juristischer Reformkommissionen und Vorsitzender
von Kommissionen zur Kodifizierung iranischer Gesetze.
Er ist mit
Fadhila Laridschani verheiratet.
Muhaqiq Damad ist international bekannt für seine Arbeit im
Dialog zwischen
Islam
und
Christentum. Im Oktober 2010 hielt Sayed Damad eine Ansprache an die
Sonderversammlung für den Nahen Osten der Synode der
katholischen Bischöfe. Er sprach von „der Beziehung zwischen
Islam und Christentum“ als „basierend auf Inspirationen und
Vorschlägen des Heiligen Korans„ und als "gegründet auf
Freundschaft, Respekt und gegenseitigem Verständnis". Er
gehört zu den Erstunterzeichnern des Briefes:
Ein gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch.
Er vertritt
die Position der Vereinbarkeit von
Islam
und Menschenrechten. Er argumentierte öffentlich, dass
islamisches Recht mit der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte vereinbar sei. Zudem erklärte er, dass „kein
Zwang in der Religion erlaubt ist“ und religiöse Praxis nicht
durch staatlichen Zwang erzwungen werden sollte. Nach seiner
Ansicht sollte Apostasie nur bestraft werden, wenn sie
politische oder gesellschaftliche Ordnung destabilisiert.
Er gehörte zu denjenigen, die die sogenannte Moralpolizei
öffentlich kritisiert haben. Nach dem Tod von Mahsa Amini
(2022 n.Chr.) erklärte er, dass das Prinzip der „Gebote des
Guten und Verbote des Bösen“ ursprünglich dazu gedacht sei,
die Herrschenden zu kontrollieren, nicht die Bürger zu
unterdrücken. 2026 veröffentlichte er erneut eine frühere
Rede, in der er sich für staatliche Gewalt gegen Bürger
entschuldigte und moralische Defizite der Regierung
kritisierte.
Bekannt wurden Anfang März 2026 während des Angriffskriegs
der USA und Israels au die
Islamische Republik Iran seine zwei Briefe an: