Emre Araci
Emre Aracı-Kollektion

Aussprache: madschmua amra araadschiy
arabisch:
مجموعة إمري أراجي
persisch:
مجموعهٔ امره آراجی
englisch:
Emre Aracı Collection

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Die sogenannte „Emre Aracı-Kollektion“ ist ein umfangreicher musikalisch-wissenschaftlicher Bestand aus Forschungsergebnissen, Editionen, Aufnahmen, Arrangements und Publikationen, die der türkische Musikhistoriker und Komponist Emre Aracı im Lauf seiner Karriere zusammengestellt, ediert und veröffentlicht hat.

Emre Aracı ist ein türkischer Musikhistoriker, Musikwissenschaftler, Komponist, Dirigent und Autor. International bekannt wurde er als einer der wichtigsten Forscher zur europäischen Musik im Osmanischen Reich des 19. Jh. n.Chr. und zu den kulturellen Transferprozessen zwischen Istanbul und den Musikzentren Europas. Er wurde 1968 n.Chr. in Istanbul geboren und erhielt seine Ausbildung in Musik und Musikwissenschaft in der Türkei und in England. Er studierte unter anderem an der University of Edinburgh, wo er sich auf historische Musikwissenschaft spezialisierte. Schon früh konzentrierte er sich auf ein Forschungsfeld, das lange vernachlässigt war: die Präsenz europäischer Komponisten, Kapellmeister und Musikformen am osmanischen Hof.

Aracıs wissenschaftliches Werk befasst sich vor allem mit der westlichen Hofmusik am osmanischen Sultanat, der Tätigkeit europäischer Musiker in Istanbul (z. B. Giuseppe Donizetti Pascha, Callisto Guatelli, Luigi Arditi), Oper, Militärmusik und Unterhaltungsmusik in der Tanzimat-Zeit und musikalischen Netzwerken zwischen Istanbul, Wien, Paris und London. Er kombinierte dabei Archivforschung (osmanische, italienische, britische und österreichische Archive) mit musikhistorischer Analyse und praktischer Rekonstruktion.

Neben seiner akademischen Arbeit ist Emre Aracı auch praktisch tätig: Er edierte zahlreiche vergessene oder unzugängliche Partituren aus dem 19. Jahrhundert und arrangierte diese Werke für moderne Aufführungen. Er dirigierte und produzierte CD-Einspielungen, die erstmals Musik des euro-osmanischen Hofrepertoires hörbar machen. Zu seinen bekanntesten Projekten zählen Aufnahmen wie European Music at the Ottoman Court, Euro-Ottomania und Istanbul to London, die international rezipiert wurden.

Aracı veröffentlichte mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze, darunter:

bulletStudien zu Giuseppe Donizetti Pascha,
bulletArbeiten zur Operngeschichte Istanbuls,
bulletSammelbände und Essays zur osmanisch-europäischen Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts.

Seine Texte richten sich sowohl an Fachpublikum als auch an ein kulturhistorisch interessiertes Lesepublikum.

Emre Aracı gilt als Schlüsselfigur der modernen Erforschung euro-osmanischer Musikgeschichte. Das Ergebnis seiner bisherigen Arbeit ist in der Emre Aracı-Kollektion zusammengefasst. Seine Kollektion umfasst musikalische Rekonstruktionen und Kompilationen (CD-Produktionen). Aracı hat mehrere Alben produziert, bei denen er historische europäisch-osmanische Musik wiederentdeckt, bearbeitet und aufgeführt hat. Er hat zudem Werke italienischer Kapellmeister am osmanischen Hof (z. B. Giuseppe Donizetti, Callisto Guatelli, Luigi Arditi) aus Archiven ediert und für moderne Ensembles eingerichtet.

Neben musikalischen Aufnahmen umfasst die Aracı-Kollektion auch wissenschaftliche Texte, Bücher und Artikel, die in die Sammlung integriert sind:

bulletMehrere Monographien zu Themen wie Giuseppe Donizetti, dem Naum-Theater oder der osmanischen Operngeschichte.
bulletSammelbände — z. B. Kayıp Seslerin İzinde („Auf der Spur verlorener Klänge“) — in dem zahlreiche Artikel und Essays versammelt sind, begleitet von Archivfotos und historischen Dokumenten.
bulletZahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften zur europäischen Musik am osmanischen Hof, zur Tanzimat-Zeit und zu Musikpraktiken des 19. Jahrhunderts.

Die Aracı-Kollektion ist kein institutionelles Archiv an einem Ort, sondern eher ein integriertes Corpus aus Quellen, Editionen, Aufnahmen und Forschungsergebnissen, das von Aracı über Jahrzehnte aufgebaut wurde. Sie spiegelt eine musikwissenschaftliche und kulturelle Untersuchung des Austauschs zwischen dem Osmanischen Reich und Europa im 19. Jh. n.Chr. wider, insbesondere in der Musikpraxis am Hof und ihrer Rezeption.

Die wichtigen Teile dieser „Kollektion“ sind über verschiedene Plattformen und Netzwerke zugänglich.

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