.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Das Fasten
[saum] am ersten Tag des
Islamischen Kalenders, also am 1.
Muharram gilt als
empfohlen [mustahab].
Die Empfehlung geht auf eine
Überlieferung [hadith] zurück, die
Scheich Saduq in mehreren seiner Bücher verwertet hat.
In Uyun Ahbar ar-Ridha [عيون أخبار الرضا عليه السلام]
lautet die
Überlieferungskette [isnad]:
حدثنا محمد بن علي ماجيلويه رضي الله عنه قال: حدثنا علي بن
إبراهيم بن هاشم، عن أبيه، عن الريان بن شبيب...
Also:
Muhammad ibn Ali Madschilawayh von Ali ibn Ibrahim ibn
Haschim von seinem Vater Ibrahim ibn Haschim von ar-Rayyan ibn
Schabib von
Imam Ridha (a.) [دخلت على الرضا عليه السلام في أول يوم من
المحرم فقال: يا ابن شبيب أصائم أنت؟ قلت: لا... ]:
„Ich trat bei
ar-Ridha (a.) am ersten Tag des
Muharram ein. Er sagte: O Ibn Schabib, fastest du? Ich
sagte: Nein …“
Imam Ridha (a.) erklärt dann den Grund, warum dieser Tag
besonders mit Bittgebet und Fasten verbunden wird: „Dieser Tag
ist der Tag, an dem
Zacharias (a.) [zakariyya] seinen Herrn anrief und sagte:
‚Mein Herr, schenke mir von Dir aus gute Nachkommenschaft; Du
bist ja der Erhörer des Bittgebets.‘“
Das zitierte Bittgebet entspricht dem
Heiligen Quran 3:38:
„Mein Herr, beschere mir stimmige Nachkommenschaft
deinerseits. Wahrlich du bist Allhörender des Rufs.“
[رَبِّ هَبْ لِي مِنْ لَدُنْكَ ذُرِّيَّةً طَيِّبَةً إِنَّكَ
سَمِيعُ الدُّعَاءِ]
Danach fährt die
Überlieferung [hadith] fort:
فاستجاب الله له وأمر الملائكة فنادت زكريا وهو قائم يصلي في
المحراب: أَنَّ اللَّهَ يُبَشِّرُكَ بِيَحْيَى
„Da erhörte
ALLAH ihn und befahl den
Engeln;
sie riefen
Zacharias (a.) [zakariyya] zu, während er im Gebetsraum
stehend betete: ‚ALLAH
verheißt dir
Johannes [yahya] (a.).‘“ (Heiliger
Quran 3:39).
Der eigentliche normative Satz der Überlieferung lautet:
„Wer also diesen Tag fastet und dann Allah عز وجل
bittet, dem wird Allah antworten, so wie Er
Zacharias (a.) [zakariyya] antwortete.“ [فمن صام هذا
اليوم ثم دعا الله عز وجل استجاب الله له كما استجاب لزكريا عليه
السلام]
Daraus leiten
Gelehrte [faqih] die
Empfehlung des
Fastens [saum]
am 1.
Muharram und die besondere Betonung des
Bittgebets an diesem Tag ab.
Der Bezug zu
Zacharias (a.) [zakariyya] und
Johannes [yahya] ist theologisch sehr passend, da
Zacharias (a.) [zakariyya] um Nachkommenschaft bittet,
obwohl er alt ist und seine Frau als unfruchtbar gilt. Der
Heilige
Quran betont damit, dass
ALLAH auch dort schenkt, wo menschlich keine Aussicht mehr
besteht.
Die Überlieferung verbindet also den Beginn des islamischen
Jahres nicht mit weltlicher Feier, sondern mit: Fasten,
Bittgebet, Hoffnung auf göttliche Erhörung, und anschließend
mit der Erinnerung an die Verletzung der Heiligkeit des
Muharram zu
Aschura.
Nach dem Abschnitt über
Zacharias (a.) [zakariyya] wechselt
Imam Ridha (a.) zum Charakter des Monats
Muharram. Er sagt sinngemäß:
Muharram war schon bei den Leuten der
Zeit der Unwissenheit einer der
Verbotene Monate, in dem wegen deren Heiligkeit Unrecht
und Krieg unterlassen wurde. Diese
Islamische Weltgemeinschaft [umma] habe aber weder die
Heiligkeit des Monats noch die Heiligkeit ihres
Propheten beachtet, denn in diesem Monat sei seine
Nachkommenschaft getötet, seine Frauen gefangen genommen und
sein Besitz geplündert worden.
Dann folgt der bekannte Satz: „O Ibn Schabib, wenn du
über etwas weinen willst, dann weine über
al-Husain ibn Ali ibn Abi Talib (a.)“ [يا ابن شبيب إن
كنت باكياً لشيء فابك للحسين بن علي بن أبي طالب عليهم
السلام...]