.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Groß-Ayatollah Muhammad Ishaq al-Fayyadh war einer der
bedeutendsten
Vorbilder der Nachahmung im 21. Jh. n.Chr.
Er starb am 4. Juni 2026 im Alter von etwa 96 Jahren in
einem Krankenhaus in
Bagdad.
Irak
erklärte anlässlich seines Todes eine dreitägige Staatstrauer.
Imam Mudschtaba Chamenei kondolierte zu seinem
Dahinscheiden.
Muhammad Ishaq al-Fayyadh wurde 1930 n.Chr. in einer
bäuerlichen, hazarischen Familie in der Provinz Ghazni in
Afghanistan geboren. Sein Vater hieß Muhammad Ridha und
arbeitete als Landwirt. Bereits als Kind lernte er den
Heiligen Quran und die Grundlagen der arabischen Grammatik
und der islamischen Wissenschaften. Später setzte er seine
Ausbildung kurzzeitig in
Maschhad und anschließend in
Nadschaf fort.
In
Nadschaf studierte er zunächst die klassischen Werke der
höheren Hawza-Ausbildung. Zu seinen Lehrern gehörten unter
anderem Mirza Kazhim Tabrizi, Asadullāh Madani, ʿAli Falsafi
und Mudschtaba Lankarānī. Als sein edeutendster Lehrer gilt
Großayatollah Abul-Qasim Chui. Al-Fayyadh nahm ungefähr
fünfzehn Jahre an dessen fortgeschrittenen Lehrveranstaltungen
teil.
Er zeichnete die Vorlesungen zum
Stamm der Religion [usul-ad-din] seines Lehrers auf und
veröffentlichte sie unter dem Titel: „Vorlesungen über die
Grundlagen der Rechtswissenschaft“ [مُحَاضَرَاتٌ فِي أُصُولِ
الْفِقْهِ]. Das Werk umfasst mehrere Bände und wurde von
Großayatollah Abul-Qasim Chui ausdrücklich gelobt. In
einem Begleitwort bezeichnete
Großayatollah Chui ihn sinngemäß als seinen „Augenstern“,
als genauen Gelehrten und hervorragenden Forscher.
Al-Fayydh begann schon während seiner eigenen Ausbildung zu
unterrichten. Ab ungefähr 1978 n.Chr. unterrichtete er selbst
Dars al-Charidsch (Oberstufenunterricht).
Nach dem Tod
Großayatollah Chuis 1992 n.Chr. wurde er als
eigenständiges
Vorbild der Nachahmung anerkannt. Er entwickelte sich zu
den führenden Autoritäten der
Hawza
in
Nadschaf. Er veröffentlichte zahlreiche juristische Werke,
Kommentare und Rechtsgutachten.
Al-Fayyadh gehörte zur klassischen Denkweise in
Nadschaf, die dem
Rechtsgelehrten [mudschtahid] eine wichtige moralische und
gesellschaftliche Rolle zuschreibt, aber einer direkten
Herrschaft des einzelnen Rechtsgelehrten zurückhaltend
gegenübersteht. Er gehörte als
Vorbild der Nachahmung zu denjenigen, die den Frauen
besonders weitreichende Rechte zugestanden haben. Er erlaubte
sogar den Einsatz als Richterin unter bestimmten
Voraussetzungen.