Überzeugter, Gläubiger
Überzeugter, Gläubiger [mumin]

Aussprache: al-mu'min
arabisch:
المؤمن
persisch:
با ایمان
englisch: Believer

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Der Begriff "Gläubiger" beschreibt einen Muslim, der von seinem Glauben überzeugt ist. Da im deutschen Sprachgebrauch ein Glaubender jemand ist, der nicht so genau weiß, ist der in allen Quran-Übersetzungen ins Deutsche verwendete Begriff Gläubige unzureichend. Daher wäre die Bezeichnung Überzeugte angebrachter.

Um Überzeugter sein zu können, genügt gemäß Heiligen Quran das verbale Bekenntnis nicht (2:8). Den Überzeugten wird eine frohe Botschaft überbracht (2:97, 2:223). Er ist gottesehrfürchtig und nimmt keinen Wucherzins [riba] (2:278). Der Überzeugte ist überzeugt von ALLAH, von seinen Engeln, seinen Büchern und seinen Gesandten (2:285). Ein Überzeugter nimmt sich keinen Nichtüberzeugten zum Vorbild (3:28). Er wird nicht müde in seinem Einsatz für die Wahrheit und grämt sich nicht (3:193). Die Herzen der Überzeugten empfinden Ehrfurcht, wenn ALLAH erwähnt wird (8:2). Sie werden Prüfungen unterzogen (8:17). Ihnen ist das Paradies [dschanna] versprochen (9:72). Die überzeugten Frauen tragen die Verhüllung [hidschab](24:31). Prophet Muhammad (s.) steht den Überzeugten näher als sie sich selbst, und seine Ehefrauen sind die Mütter der Gläubigen (33:6). Keinem Überzeugten gebührt es, etwas anderes zu wollen, als ALLAH und sein Gesandter (33:36). Und Überzeugte sind einander Geschwister (49:10). Die Überzeugung ist ans Licht [nur] gekoppelt (57:12).

Während die grammatikalisch unbestimmte Form der Gläubigen im Heiligen Quran auf alle Gläubigen bezogen wird, wird die bestimmte Form oft auf die Ahl-ul-Bait (a.) bezogen, dem Ideal von Gläubigen.

Prophet Muhammad (s.) sagt:

اذا سرتک حسنتک و ساءتک سيتک فانت مؤمن

„Wenn Du Dich wegen Deiner guten Taten freust und wegen Deiner schlechten Taten traurig wirst, so bist Du ein Gläubiger“ (Musnad von Ahmad Hadith 21, 145)

Die Überzeugung (Glaube) des Überzeugten reicht weit über den Tod hinaus. Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai verdeutlicht das am Beispiel von Habib al-Nadschar. Dieser kommt drei Aposteln zur Hilfe und wird daher von seinem eigenen Volk umgebracht.

Er erhält den Aufruf „Tritt ein ins Paradies“ (Heiliger Quran 36:26). Der Wahrhaftige erhält die Belohnung als sofortigen Übergang in göttliche Gnade ohne Wartezeit und ohne Schwebezustand. Und doch denkt der Ermordete an seine Mörder: „Er sagte: Wüsste doch mein Volk …“  Der Mann äußert keinerlei Bitterkeit, keinen Wunsch nach Vergeltung und keine Anklage gegen sein Volk. Stattdessen wünscht er ihnen Erkenntnis und nicht Strafe, sondern Einsicht. Das ist einer der höchste ethischen Ränge, die der Überzeugte erreichen kann. Seine Überzeugung (Glaube) verwandelt ihn derart, dass selbst im Tod sein Blick nicht auf sich, sondern auf andere gerichtet bleibt.

Der vollkommene Überzeugte (Gläubige) sieht selbst im Tod nicht sich selbst, sondern das Heil der anderen. Und er erklärt seine Rettung nicht durch Tat, sondern durch göttliche Vergebung in Gnade.

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