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Goldschatz von Ziwiye
Aussprache: kanzu ziywiya adh-dhahabiy
arabisch: كنز زيويه الذهبي
persisch: گنجینهٔ طلای زیویه
englisch: Treasure of Ziwiyeh
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Der Goldschatz von Ziwiye (oder Ziwiyeh/Zivieh) ist ein
bedeutender archäologischer Fund aus dem westlichen
Iran.
Gemeint ist ein Komplex kostbarer Objekte aus Gold, Silber,
Elfenbein und anderen Materialien, der mit der antiken
Fundstätte Ziwiye bei Saqqez in der heutigen
Provinzen des Iran
Kurdistan verbunden ist. Der Schatz wird meist in das 1.
Jahrtausend v. Chr., besonders in den Bereich des 7.–9. Jh. v.
Chr., eingeordnet. Berühmt ist er vor allem wegen seiner
Tierornamentik und wegen seiner Bedeutung für die
Kunstgeschichte des alten Iran und
des weiteren vorderasiatischen Raums.
Der Fund ist kunsthistorisch wichtig, weil sich darin
Einflüsse und Stilformen zeigen, die mit Medern, Mannaeern,
Assyrern, Urartäern und teilweise auch mit der sogenannten
skythischen Tierkunst in Verbindung gebracht wurden. Gerade
deshalb ist der Schatz in der Forschung lange diskutiert
worden.
Der Goldschatz von Ziwiye wurde 1950 im von einem
Hirtenjungen angeblich in einem Grab nahe den Mauern der Burg
entdeckt. Das Material stammt aus dem Kunsthandel, zur genauen
Herkunft gibt es keine Angaben.
Die Funde befinden sich heute größtenteils im
archäologischen Museum in Teheran.
Dabei handelt es sich um 341 Stücke, 103 aus Elfenbein, 71 aus
Silber und 43 aus Gold. Es wird darauf hingewiesen, dass wegen
der ungeklärten Fundumstände weder der Fundort selbst noch die
Zusammengehörigkeit der Funde gesichert ist.
Zu den Funden gehören unter anderem:
 | Die Wanne: Die Funde lagen angeblich in einem
badewannenähnlichen Sarg aus Bronze, der nur in Fragmenten
erhalten ist. Der obere Rand zeigt einen Zug von
Tributträgern im assyrischen Stil. Ihre Kleidung
kennzeichnet sie als Bergbewohner. Sie tragen Trinkhörner,
Weinschläuche, Gefäße und ein Stadtmodell. Wein ist als ein
Produkt von Manna bekannt, die Ikonographie seiner Bewohner
kennt man aber nicht. Außerdem ist noch die Darstellung
einer Ziege erhalten, die auf einer Rosette steht. |
 | Elfenbein: Die meisten Elfenbeinplatten waren wohl
ursprünglich Möbelteile. Solche eingelegten Möbel sind aus
assyrischen Reliefs und aus den Königsgräbern von Salamis
bekannt. Die Platten stammen aus assyrischen und
urartäischen Werkstätten, die in die Zeit von Tiglat-Pileser
III. (747-727 v. Chr.) zu datieren sind. Andere
Elfenbeinplatten entstammen wohl den Werkstätten von Hasanlu.
Einige der Elfenbeinplatten weisen Brandspuren auf, es
handelt sich also entweder um Kriegsbeute, oder sie stammen
aus der Zitadelle von Ziwiye. |
 | Gold- und Silberschalen: Die Goldschalen werden
stilistisch assyrischen, nordsyrischen,
urartäisch-skythischen und mannäischen Werkstätten
zugeordnet. Ein vergoldeter Silberteller zeigt einen Hasen,
ein katzenartiges Raubtier und den Kopf eines Greifvogels.
Er wird meist als rein-skythische Arbeit gedeutet. |
 | Rhytha: also Trinkhörner aus Gold zeigen die Köpfe von
Wildschafen und Gazellen als Protome (Verzierung der
Spitzen). Große Flächen des Gefäßkörpers bleiben
unornamentiert und weisen im Stil bereits auf den
achämenidischen Reichsstil. Eine Anzahl vergleichbarer
Rhytha aus Silber aus dem Nordiran stammt aus dem
Kunsthandel. |
 | Pektoral: Ein goldener Brustschmuck (Pektoral) wird
meist in das 7. Jh. n.Chr. datiert. Er zeigt eine Prozession
von geflügelten Mischwesen, geflügelte Stiere, geflügelte
Genien mit Stierfüßen, Greifen mit menschlichen Beinen und
geflügelte Widder, zu einem zentralen Lebensbaum, der von
Palmetten gekrönt ist und zeigt assyrischen und urartäischen
Einfluss; M. van Loon spricht von einem syro-uratäischen
Stil. Pektorale finden sich jedoch besonders auf
urartäischen Darstellungen von Königen oder Göttern. |
 | Schmuck: Goldene Armreife mit Löwenfiguren stammen
vermutlich ebenfalls aus Urartu. Weiterhin gehören zu den
Funden noch Torques, Ketten, Goldgürtel mit viereckigen
ornamentierten Platten und sechs Ösen und Ohrringe. Ein
goldenes Diadem war mit Rosetten verziert. |
 | Waffen: Der Schatz enthält auch Waffen aus Bronze und
Eisen (zwei Eisen-Schwerter, Pfeil- und Lanzenspitzen), hier
wird meist angenommen, dass diese ursprünglich aus der
Festung selber stammen. Goldene Ortbänder und aufwendig
gestaltete goldene Aufsätze für Schwertgriffe stammen
dagegen eher aus dem Hort eines Herrschers. Eines der
Ortbänder ist mit der Darstellung eines Panthers verziert.
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 | Pferdegeschirr: Außer den üblichen ehernen
Trensenstangen fanden sich in dem Schatz auch Geschirrteile
aus Silber. |

Foto: Irankultur.com (2022 n.Chr.) |
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