Ha’avara

Übertragungsvertrag, der Palästina Treuhand-Stelle
Ha’avara-Abkommen

Aussprache: ittifaaqiyyat haʿafraah
arabisch: اتفاقية هعفراه
persisch:
توافقنامه هاوارا
englisch:
Haavara Agreement

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Das Ha’avara-Abkommen, auch bekannt als Transferabkommen, war ein Vertrag, der 1933 zwischen dem nationalsozialistischen Deutschen Reich und der zionistischen Organisation Jewish Agency for Palestine geschlossen wurde.

Ziel des Abkommens war es, Juden aus Deutschland die Übersiedlung nach Palästina zu erleichtern mitsamt einem Teil ihres Vermögens. Das Abkommen wurde im August 1933 unterzeichnet. Die Beteiligten waren das NS-Regime vertreten durch das Reichswirtschaftsministerium, die Zionistische Vereinigung für Deutschland und die anglo-palästinensische Handelsgesellschaft Ha’avara Ltd. (hebräisch für „Transfer“), das der Namensgeber des Abkommens ist.

Juden sollte es ermöglicht werden, ihr Vermögen trotz Devisenbeschränkungen aus Deutschland mitzunehmen, indem sie es indirekt über den Export deutscher Waren transferierten. Ein jüdischer Emigrant deponierte Geld auf ein Sperrkonto in Deutschland. Von diesem Geld wurden deutsche Waren gekauft und nach Palästina exportiert. Diese Waren wurden dort verkauft. Der Erlös (abzüglich Gebühren) wurde dem Emigranten in Palästina in palästinensischen Pfund ausgezahlt. Nach heutiger Kenntnis wanderten ca. 60.000 deutsche Juden zwischen 1933 und 1939 über dieses Programm nach Palästina aus. Das entsprach einem Viertel der zuvor dort lebenden Juden. Insgesamt wurden ca. 100 Millionen Reichsmark (nach heutigem Wert Milliarden) transferiert.

Das Abkommen stärkte die deutsche Exportwirtschaft und half gleichzeitig beim Aufbau der jüdischen Infrastruktur in Palästina, die später in die Besatzung führen sollte.

Viele Juden und zionistische Gruppen weltweit kritisierten die Zusammenarbeit mit Hitler-Deutschland scharf, denn das Abkommen unterlief den weltweiten jüdischen Boykott deutscher Waren.

Das Ha’avara-Abkommen gilt als eines der umstrittensten Kapitel in der Frühgeschichte des Zionismus. Aus Sicht zionistischer Historiker war es eine Notlösung zur Rettung der vom Tode bedrohten Juden. Aus Sicht palästinensischer Historiker hat sich Deutschland damit intensiv mitschuldig an der folgenden ethnischen Säuberung Palästinas. Während die Bundesrepublik Deutschland ihre Schuld gegenüber Juden durch eine uneingeschränkte und bedingungslose Unterstützung Israels über acht Jahrzehnte versucht hat wahrzunehmen, hat sie gleichzeitig die Anerkennung Palästinas verhindert und ihre Schuld an der ethnischen Säuberung Palästinas nie eingestanden.

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