Muhsin Hakim
Muhsin al-Hakim

Aussprache: muhsin al-hakiym
arabisch:
محسن الحكيم
persisch:
محسن حکیم
englisch:
Mohsen al-Hakim

??? - ??? n.d.H.
1889 - 2.6.1970 n.Chr.

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Sayyid Muhsin al-Hakim war einer der einflussreichsten Groß-Ayatollahs und Vorbilder der Nachahmung des 20. Jh. und über zwei Jahrzehnte hinweg die führende religiöse Autorität in Nadschaf.

Muhsin al-Hakim entstammte der angesehenen Familie al-Hakim, einer der traditionsreichsten Gelehrtenfamilien Nadschafs. Er erhielt seine klassische Ausbildung in der Hawza von Nadschaf.

Er spezialisierte sich früh auf Methodenlehre (Usul al-fiqh) und Islamische Rechtswissenschaft [fiqh]. Nach dem Tod anderer Groß-Ayatollahs wurde Muhsin al-Hakim in den 1950er Jahren als Vorbilder der Nachahmung anerkannt und erhielt viele Anhänger. Er war bekannt für außergewöhnliche juristische Autorität, institutionelle Stärkung der Hawza und internationale Vernetzung schiitischer Gemeinden.

Al-Hakim vertrat eine klassisch-nadschafische, quietistische Linie, die sich vor allem dadurch kennzeichnete, dass sie die direkter Herrschaft der Gelehrten [faqih] ablehnte. Seine Betonung lag in der moralischen Autorität statt politischer Macht. Daher sah er eine klare Trennung zwischen religiöser Leitung und staatlicher Exekutive vor. Damit steht er im Kontrast zur späteren Theorie der Statthalterschaft des Rechtsgelehrten [wilayat-ul-faqih].

Ein zentrales historisches Ereignis war sein berühmtes Rechtsurteil [fatwa] von 1960, in der er erklärte: „Der Kommunismus ist Unglaube [kufr].“ Dieses Rechtsurteil [fatwa] richtete sich gegen den wachsenden Einfluss der Irakischen Kommunistischen Partei und hatte enorme gesellschaftliche Wirkung im Irak und darüber hinaus.

Unter den wechselnden Regimen im irakischen Staat (Monarchie, Qasim, Baathisten) verteidigte er die Autonomie der Hawza und widersetzte sich staatlicher Kontrolle religiöser Institutionen. Daher wurde er politisch zunehmend unter Druck gesetzt. Mehrere seiner Söhne wurden später vom Baath-Regime verfolgt oder hingerichtet.

Muhsin al-Hakims Hauptwerk ist Mustamsak al-ʿUrwa al-Wuthqā (مستمسك العروة الوثقى). Es handelt sich um einen monumentalen Kommentar zur berühmten Rechtskompilation von Sayyid Muhammad Kazim Yazdi. Muhsin al-Hakims gilt bis heute als ein Standardwerk din der Hawza in Nadschaf und zeichnet sich durch methodische Strenge und systematische Argumentation aus.

Seine weiteren Schriften behandeln Reinheitsrecht, Gebetsrecht, Eigentums- und Vertragsrecht und Prinzipien der Rechtsableitung. Viele spätere Groß-Ayatollahs,  darunter auch Großayatollah Abul-Qasim Chui, wirkten in seinem Umfeld oder unter seinem institutionellen Einfluss.

Er starb am 2. Juni 1970 in Nadschaf und wurde dort beigesetzt.

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