Hascheminedschad
Ayatollah Sayyid Hascheminedschad

Aussprache: sayyid abdulkariym haschimiynidschaad
arabisch:
السيد عبد الكريم هاشمي نجاد
persisch:
سیّد عبدالکریم هاشمی‌نژاد
englisch: Seyyed
Abdolkarim Hasheminejad

??? - ??? n.d.H.
27.7.1933 - 29.9.1981 n.Chr.

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Ayatollah Sayyid Abdulkarim Hascheminedschad war ein Geistlicher, Prediger, Autor, Hawza-Lehrer und einer der Gründer der Islamisch Republikanischen Partei (IRP) in Maschhad.

Ayatollah Sayid Abdulkarim Hascheminedschad wurde am 5. Mordad 1311 (27. Juli 1933 n.Chr.) als Sohn von Sayyid Hasan in der Ortschaft Behschahr in der Provinz Mazandaran geboren. Mit 10 Jahren lernte er an einer 6 km entfernten Religionshochschule bei Muhammad Kuhestani in der Hawza des Dorfes Kuhestan. Später ging er nach Qum. Zu seinen Lehrern der Abschlusslehren gehörte Ayatollah Boroudscherdi, Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai und Imam Chomeini.

Er erreichte bereits im Alter von etwa 27 Jahren den Rang der selbständigen Rechtsfindung [idschtihad]. Zeitweise hielt er sich auch in Nadschaf. Nach dem Ableben von Ayatollah Boroudscherdi 1962 ging er nach Maschhad und blieb dort. Er fing an höhere Lehren zu lehren und übernahm später die Seminare des verstorbenen Ayatollah Milani.

In Maschhad profilierte er sich nicht nur als klassischer Geistlicher, sondern besonders als Dozent und Debattenredner für junge Menschen, vor allem für Schüler und Studenten. Die Quellen heben hervor, dass er sich neben den traditionellen Religionswissenschaften auch mit zeitgenössischen Fragen und modernen intellektuellen Strömungen beschäftigte. Ein Teil seiner späteren Bücher ging direkt aus solchen Unterrichts- und Diskussionsreihen hervor.

Eines der wichtigsten historischen und politischen Ereignisse seines Lebens im Laufe von 15 Jahren des Kampfes gegen das Pahlavi-Regimes war seine Teilnahme an dem Aufstand am 6. April 1963, der zu seiner Festnahme und Inhaftierung für 41 Tage in Teheran geführt hat. Zwischen 1963 und 1978 wurde er insgesamt fünfmal verhaftet.

Nachdem er in Maschhad weitgehend mit Predigtverbot belegt worden war, wich er auf andere Städte aus. 1971 wurde er nach einer Serie von zehn Vorträgen in Schiraz über die Ursachen des Rückstands der Muslime erneut verhaftet und anschließend im ganzen Land mit einem dauerhaften Predigtverbot belegt.

Eine weitere schwere Repressionsphase traf ihn 1975 n.Chr. Am 18. Tir 1354 ( 9. Juli 1975) wurde er zusammen mit Ayatollah Abbas Waizh Tabassi und anderen Aktivisten wegen „Gefährdung der Staatssicherheit“ festgenommen. Am 2. Dey 1354 (23. Dezember 1975) wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt. Seine letzte Verhaftung erfolgte am 22. Khordad 1357 (12. Juni 1978), in der Hochphase der revolutionären Mobilisierung. Er kam jedoch schon nach einem Tag wieder frei, nachdem Anhänger in Maschhad protestiert hatten. Er gehörte zu den wichtigsten Mobilisatoren der Islamischen Revolution in Maschhad und der weiteren Region Chorasan.

Ayatollah Hascheminedschad war ein produktiver Autor. Seine Schriften verbanden klassische islamische Themen mit apologetischen und zeitkritischen Fragen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem

bullet„Monāzere-ye Doktor va Pir“ („Dialog eines Doktors und eines Alten“)
bullet„Darsi ke Hoseyn be Ensānhā Āmukht“ („Die Lehre, die Husain die Menschen lehrte“)
bullet„Masā’el-e ʿAsr-e Mā“ („Die Fragen unserer Zeit“)
bullet„Rahbarān-e Rāstin“ („Die rechten Führer“)
bullet„Qorʾān va Ketābhā-ye Digar-e Āsemāni“ („Der Koran und andere himmlische Bücher“)
bullet„Velāyat-e Faqih“ (Statthalterschaft des Rechtsgelehrten)
bullet„Zahrā, Maktab-e Moqāvemat“ (Zahra, die Schule des Widerstandes)
bullet„Resālat-e Enqelābi-ye Emām Hoseyn“ (Botschaft der Revolution Imam Husains)

Inhaltlich bewegte sich Ayatollah Hascheminedschad in einem Feld, das für viele revolutionäre Geistliche der 1960er und 1970er Jahre n.Chr. typisch war: Verteidigung des Islam gegen Materialismus und Säkularismus, religiöse Ansprache der Jugend, politische Deutung der schiitischen Heilsgeschichte und Mobilisierung gegen den Schah.

Nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Jahr 1979 arbeitete er für die Gewinnung von Jugendlichen für die Ideale der Islamischen Republik Iran. Er war vor allem als Sekretär der Islamisch Republikanischen Partei (IRP) in Maschhad und als eine der prägenden religiös-politischen Figuren Chorasans bekannt. Als Vertreter Mazandarans wurde er in die Expertenversammlung [madschlis-e-chobregaan] gewählt.

Ayatollah Hascheminedschad wurde am 7. Mehr 1360 (29. September 1981) im Büro der Islamisch Republikanischen Partei (IRP)  in der damaligen Eshratabad-Straße in Maschhad Ziel eines tödlichen Anschlags. Dort wurde um ca. 8 Uhr von einem eingeschleusten Mitglied der Terrororganisation Volkmudschahedin (MEK/MKO) namens Hadi Alavi eine Granate gezündet. Ayatollah Hascheminedschad wurde schwer verletzt, in ein Krankenhaus gebracht und starb dort an den Folgen der Verletzungen.

Er wurde anschließend im Dar al-Salam-Riwaq des Schreins von Imam Ridha Mausoleum in Maschhad beigesetzt. In der Erinnerungskultur gilt er seither als „Märtyrer (Schahid) Hascheminedschad“. Der internationale Flughafen von Mashhad trägt heute seinen Namen: Flughafen Schahid Hascheminedschad.

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