.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Sayed Nasser-Eddine al-Hassani war einer der bekanntesten
islamischen Gelehrten in Deutschland.
Er ist 1967 in Algerien in einer sunnitische Familie mit
Liebe zu
Ahl-ul-Bait (a.) geboren und hat dort seine
Schulausbildung bis zum Gymnasium absolviert. Mit dem Sieg der
Islamischen
Revolution 1979 n.Chr. kam er in Kontakt mit der
Schia.
Über den
Libanon wo er die
Schia vertiefen konnte, wechselte er an die
Hawza in
Qum. Er vollendete seine Ausbildung zum
Hudschat-ul-Islam.
Während des Studiums lernte er seine deutsch-spanische
Ehefrau kennen, die ebenfalls in
Qum studiert hat. Anschließend erfolgte die Einreise nach
Deutschland, weil er für sich und seine Ehefrau beschlossen
hatte Aufklärungsarbeit (Tabligh [تبليغ])
in Deutschland zu leisten. Diese Tätigkeit dient der
Vermittlung islamischer Werte und der Förderung von Einheit,
Respekt und Verantwortungsbewusstsein im gesellschaftlichen
Miteinander.
Er lebte seither vor allem in Westdeutschland
und wurde eingebürgert. Er hat insbesondere in
Nordrhein-Westfalen viele Gemeinden geleitet. Manchmal leitete
er zwei Freitagsgebete in benachbarten Städten nacheinander.
Er war viele Jahre in Münster tätig, wo er vielen Schikanen
der Behörden ausgesetzt war. Das Verbot der
Imam Mahdi Zentrums Münster hat er Vorort miterlebt,
obwohl er im Jahr 2021 n.Chr. aus familiären Gründen nach
Delmenhorst gezogen ist. Er befand sich in Münster und
gleichzeitig wurde seine Wohnung in Delmenhorst durchsucht und
heilige Gelder entzogen, ohne dass er jemals eine Straftat
begangen hat und stets zur Rechtstreue aufrief.
Nachdem fast alle libanesischen und iranischen Theologen
Deutschland verlassen mussten und die verbliebenen geschwiegen
haben, war er einer der wenigen, die die Liebe zur
Statthalterschaft des Rechtsgelehrten [wilayat-ul-faqih]
immer ohne Scheu ausgedrückt haben. Da es kaum noch
arabischsprachige Theologen der
Schia in Deutschland gab, musste er viele
rituelle Vollkörperreinigung des Verstorbenen durchführen,
einige Ehen schließen und Scheidungen aussprechen. Er hat die
muslimische Gemeinschaft in bedeutender Weise unterstützt,
indem er Eheschließungen und Scheidungen betreut und begleitet
hat. Darüber hinaus engagierte er sich stark im sozialen
Bereich: Besonders bei familiären Konflikten vermittelte er
und stand Menschen in schwierigen Lebenssituationen beratend
und unterstützend zur Seite. Zu seinen früheren Aktivitäten gehörte auch
die Gruppenleitung bei der
Pilgerfahrt [hadsch].
Er sprach Arabisch, Persisch, Französisch und Deutsch. Im
Monat Ramadan und zu
Aschura wurde er immer nach Frankreich und
Belgien zu französischsprachigen Gemeinden eingeladen. Er war immer mit großer Liebe zu
Imam Chomeini und
Imam Chamenei sowie seinen
Märtyrer-Anhängern. Selbst in seinen letzten Tagen hat er
Besucher immer wieder darauf aufmerksam gemacht,
Imam Chamenei nicht im Stich zu lassen, weil er sich
viele Sorgen um die Iraner gemacht hat. Bei seiner letzten
öffentlichen Ansprache, bei der er persönlich anwesend war und die er unter großen Mühen zum
Geburtstag von
Imam Mahdi (a.) am 7. Februar 2026 von der ihm nahe stehenden
Gemeinde in Delmenhorst gehalten hat,
hat er sich von allen Teilnehmern verabschiedet. Er hatte
keine Stimme mehr und hat alle Anwesenden gefragt, ob er noch
Schulden bei ihnen habe (wie
Prophet Muhammad (s.)
es getan hatte), und allen war
klar, dass es seine letzte Rede sein wird.
Nach über zwei Jahren schwerer Krankheit ist er am Morgen
des 23.
Schaban 1447, Do. 12. Februar 2026 (einen Tag nach den
Revolutionsfeierlichkeiten in der
Islamischen Republik Iran) zu Allah zurückgekehrt. Er war
36 Jahre verheiratet und hinterlässt Ehefrau, 3 Töchter,
2 Söhne und 6 Enkel.
Er wurde am 15. Februar 2026 auf eigenen testamentarischen Wunsch
in den
Libanon, wo sein neues Leben mit der
Schia begann, überführt und am 16. Februar 2026 in
Baalbek auf dem
Friedhof An-Nabi Schayt beigesetzt. Seine Familie und viele seiner
Anhänger aus Deutschland sind zu diesem Zweck mitgereist.
Allein in Deutschland wurden in mindestens einem Dutzend
Städten Trauerveranstaltungen für ihn abgehalten. Weitere
Veranstaltungen gab es in Frankreich, Belgien, London,
Algerien, Libanon und Iran.