May Henning
Max Henning

Aussprache: maks hiyniyngh
arabisch:
ماكس هينينغ
persisch:
ماکس هنینگ
englisch: Max Henning

1861 – 1914 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Max Henning war ein deutscher Orientalist, Arabist und Islamwissenschaftler, der vor allem durch seine deutsche Quran-Übersetzungen von 1901 n.Chr. bekannt wurde.

Seine Übersetzung zählte über Jahrzehnte zu den meistverbreiteten deutschsprachigen Ausgaben des Heiligen Quran und prägte nachhaltig die Rezeption des Islam im deutschen Sprachraum.

Max Henning wurde 1861 im Deutschen Kaiserreich geboren. Er studierte Orientalistik, Arabistik und vergleichende Religionswissenschaft an deutschen Universitäten in einer Zeit, in der sich die Islamwissenschaft als eigenständige akademische Disziplin etablierte. Wissenschaftlich stand er im Umfeld der historisch-kritischen Islamforschung des späten 19. Jh.n.Chr. und war beeinflusst von der sogenannten „Goldziher-Schule“, die den Islam mit philologischen und religionsgeschichtlichen Methoden untersuchte, um dagegen argumentieren zu können.

Henning verfügte über solide Kenntnisse des klassischen Arabisch sowie der islamischen Traditionsliteratur.

Hennings Hauptwerk ist seine Übersetzung des Heiligen Quran: Der Koran. Übersetzt und erläutert von Max Henning (Erstausgabe 1901, Leipzig, Reclam)

Als Merkmale dieser Übersetzung gelten ein sprachlich flüssiges, klassisches Deutsch, Orientierung am philologischen Sinn des arabischen Originals, knappe Sach- und Begriffsanmerkungen und bewusster Verzicht auf konfessionelle Apologetik. Die Ausgabe wurde vielfach nachgedruckt und stark verbreitet durch den günstigen Reclam-Verlag. Sie war lange Zeit Standardlektüre für deutschsprachige Leser ohne Arabischkenntnisse.

Aus heutiger Sicht gilt Hennings Übersetzung als sprachlich elegant, historisch interessant, jedoch theologisch und begrifflich zeitgebunden. Kritisch angemerkt wird ein teilweise orientalistischer Deutungsrahmen, die Nähe zu damaligen europäischen Vorstellungen vom „Islam als Gesetzesreligion“ und gelegentliche terminologische Vereinfachungen. Trotzdem blieb die Übersetzung bis weit ins 20. Jh.n.Chr. hinein ein Referenztext und wurde noch lange nach Hennings Tod neu aufgelegt.

Max Henning war kein politischer Akteur und auch kein Kolonialbeamter, sondern ein akademisch arbeitender Philologe und Vertreter der klassischen deutschen Orientalistik. Er war Teil jener Generation, die den Islam primär als historisch-textuelle Religion untersuchte. Er stand damit zwischen der frühen missionarischen Islamkritik und und der späteren, stärker religionswissenschaftlich neutraler agierenden Forschung des 20. Jh.n.Chr. mit dem Ziel die Kolonialisierung zu unterstützen.

Max Henning starb 1914, im Jahr des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. Sein Tod fiel in eine Phase tiefgreifender Umbrüche in Europa und beendete ein Wirken, das vor allem durch ein einziges, aber wirkungsmächtiges Werk geprägt war.

Er war sicherlich maßgeblich mit daran beteiligt, die Popularisierung des Heiligen Quran im deutschen Sprachraum voranzutreiben und leistete einen  Beitrag zur philologischen Erschließung des arabischen Textes.

© seit 2006 - m-haditec GmbH - info@eslam.de