.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Max Henning war ein deutscher Orientalist, Arabist und
Islamwissenschaftler, der vor allem durch seine deutsche
Quran-Übersetzungen von 1901 n.Chr. bekannt wurde.
Seine Übersetzung zählte über Jahrzehnte zu den
meistverbreiteten deutschsprachigen Ausgaben des
Heiligen Quran und prägte nachhaltig die Rezeption des
Islam
im deutschen Sprachraum.
Max Henning wurde 1861 im Deutschen Kaiserreich geboren. Er
studierte Orientalistik, Arabistik und vergleichende
Religionswissenschaft an deutschen Universitäten in einer
Zeit, in der sich die Islamwissenschaft als eigenständige
akademische Disziplin etablierte. Wissenschaftlich stand er im
Umfeld der historisch-kritischen Islamforschung des späten 19.
Jh.n.Chr. und war beeinflusst von der sogenannten „Goldziher-Schule“,
die den
Islam mit philologischen und religionsgeschichtlichen
Methoden untersuchte, um dagegen argumentieren zu können.
Henning verfügte über solide Kenntnisse des klassischen
Arabisch sowie der islamischen Traditionsliteratur.
Hennings Hauptwerk ist seine Übersetzung des
Heiligen Quran: Der Koran. Übersetzt und erläutert von Max
Henning (Erstausgabe 1901, Leipzig, Reclam)
Als Merkmale dieser Übersetzung gelten ein sprachlich
flüssiges, klassisches Deutsch, Orientierung am philologischen
Sinn des arabischen Originals, knappe Sach- und
Begriffsanmerkungen und bewusster Verzicht auf konfessionelle
Apologetik. Die Ausgabe wurde vielfach nachgedruckt und stark
verbreitet durch den günstigen Reclam-Verlag. Sie war lange
Zeit Standardlektüre für deutschsprachige Leser ohne
Arabischkenntnisse.
Aus heutiger Sicht gilt Hennings Übersetzung als sprachlich
elegant, historisch interessant, jedoch theologisch und
begrifflich zeitgebunden. Kritisch angemerkt wird ein
teilweise orientalistischer Deutungsrahmen, die Nähe zu
damaligen europäischen Vorstellungen vom „Islam als
Gesetzesreligion“ und gelegentliche terminologische
Vereinfachungen. Trotzdem blieb die Übersetzung bis weit ins
20. Jh.n.Chr. hinein ein Referenztext und wurde noch lange
nach Hennings Tod neu aufgelegt.
Max Henning war kein politischer Akteur und auch kein
Kolonialbeamter, sondern ein akademisch arbeitender Philologe
und Vertreter der klassischen deutschen Orientalistik. Er war
Teil jener Generation, die den
Islam
primär als historisch-textuelle Religion untersuchte. Er stand
damit zwischen der frühen missionarischen Islamkritik und und
der späteren, stärker religionswissenschaftlich neutraler
agierenden Forschung des 20. Jh.n.Chr. mit dem Ziel die
Kolonialisierung zu unterstützen.
Max Henning starb 1914, im Jahr des Ausbruchs des Ersten
Weltkriegs. Sein Tod fiel in eine Phase tiefgreifender
Umbrüche in Europa und beendete ein Wirken, das vor allem
durch ein einziges, aber wirkungsmächtiges Werk geprägt war.
Er war sicherlich maßgeblich mit daran beteiligt, die
Popularisierung des
Heiligen Quran im deutschen Sprachraum voranzutreiben und
leistete einen Beitrag zur philologischen Erschließung
des arabischen Textes.