Herodes' Tempel
Herodianischer Tempel

Aussprache: al-hayak al-hiyruudiy
arabisch:
الهيكل الهيرودي
persisch:
معبد هیرودی
englisch:
Herodian Temple

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Der herodianische Tempel bezeichnet den in der Zeit Herodes’ des Großen monumental umgebauten Zweiten Tempel in Jerusalem.

Er war kein neuer Tempel, sondern eine radikale Erweiterung und architektonische Neugestaltung des bereits bestehenden Zweiten Tempels der Juden.

Herodes der Große erweiterte zu Beginn des ca. 20/19 v. Chr. den Tempelberg in Jerusalem. So stammt unter anderem die Klagemauer vor allem von den Römern. Das Gebäude mit allen Erweiterungen wurde 70 n. Chr. durch die Römer unter Titus zerstört.

Herodes ließ zuvor den bestehenden Tempel nicht abreißen, sondern vergrößerte die Tempelplattform massiv (Terrassen, Stützmauern), errichtete neue Vorhöfe, Säulenhallen und monumentale Zugänge, gestaltete den Tempelbau prachtvoll (weißer Stein, Goldverkleidungen) und schuf eine Anlage, die zu den größten Sakralbauten der Antike zählte. Zeitgenössische Quellen (z. B. Flavius Josephus) beschreiben die Anlage als überwältigend.

Bereits vor dem Ausbau war der Tempel das Zentralheiligtum des Judentums unter anderem für Opfer und Pilgerfeste. Der Tempel war Mittelpunkt der religiösen, sozialen und politischen Ordnung Jerusalems. In neutestamentarischer Zeit war der Gebäudekomplex der Tempel, den Jesus (a.) betrat und kritisierte.

Im Jahr 70 n.Chr. wurde der Tempel im Jüdisch-Römischen Krieg zerstört. Damit endete der Tempelkult und das Judentum entwickelt sich rabbinisch weiter. Als sichtbarer Rest der herodianischen Stützmauern gilt bis heute die Klagemauer.

Nach Dr. Paul Wilhelm von Keppler (1899 n.Chr.)

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