Idomeneo
Idomeneo

Aussprache: iyduumuyniyuu
arabisch:
إيدومينيو
persisch:
ایدومِنئو
englisch:
Idomeneo

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Die Oper „Idomeneo“ ist eine Oper von Wolfgang Amadeus Mozart, deren Aufführung in Detuschland im Jahr 2006 zu einem Skandal gegenüber den Muslimen führte.

Der ausführliche titel lautet: „Idomeneo, re di Creta“ („Idomeneo, König von Kreta“). Das Operndrama wurde am 29. Januar 1781 im Residenztheater München uraufgeführt. Auftraggeber war Kurfürst Karl Theodor von Bayern. Der Handlungshintergrund waren die Nachwirkungen des Trojanischen Krieges auf Kreta mit der Hauptfigur Idomeneo, König von Kreta. Die zentralen Themen der Oper waren Schuld, Opfergelübde, Vater-Sohn-Konflikt, göttliche Macht, Liebe und Herrscherverantwortung.

Eine skandalträchtige Kontroverse entstand 2006 an der Deutschen Oper Berlin wegen einer Inszenierung von Hans Neuenfels. In einer im Original nicht vorhandenen und hinzugefügten Schlussszene wurden abgeschlagene Köpfe von Poseidon/Neptun, Jesus (a.), Buddha und dem Propheten Muhammad (s.) gezeigt. Die geplanten Aufführungen wurden zeitweise aus Sicherheitsbedenken abgesagt, später aber wieder angesetzt.

Die Kontroverse betraf Mozarts Oper „Idomeneo, re di Creta“ in einer Inszenierung von Hans Neuenfels an der Deutschen Oper Berlin. Wichtig ist: Die umstrittene Szene gehört nicht zu Mozarts Originalhandlung, sondern war eine Regie-Ergänzung Neuenfels’. Idomeneo erscheint mit den abgeschlagenen Köpfen. Diee Szene sollte nach der Deutung der Inszenierung eine radikale Loslösung des Menschen von religiösen Autoritäten, Göttern und Heilsfiguren symbolisieren. Deutschlandfunk beschrieb die Szene als eine „Kopf-ab-Aktion“, mit der Idomeneo mit höheren Mächten brechen wolle.

Die Inszenierung selbst war bereits 2003 an der Deutschen Oper Berlin gezeigt worden. Damals blieb die Reaktion im Wesentlichen auf das Opernpublikum und die Feuilletons beschränkt. Erst bei der geplanten Wiederaufnahme im Jahr 2006 wurde sie zum politischen Großthema zumal parallel dazu die sogenannte „Islamkonferenz“ eröffnet worden ist.

Die Deutsche Oper Berlin nahm die Aufführungen im September 2006 zunächst vom Spielplan, weil Sicherheitsbedenken wegen möglicher gewaltsamer Reaktionen bestanden.

Der Zeitpunkt war besonders aufgeladen: Kurz zuvor hatte es international heftige Debatten um die dänischen Muhammad-Karikaturen und um die Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. gegeben. Vor diesem Hintergrund wurde die Darstellung des abgeschlagenen Kopfes des Propheten Muhammad (s.) als mögliches Sicherheitsrisiko bewertet.

Die Absetzung löste massive Kritik aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Absage sinngemäß als Fehler und warnte vor Selbstzensur aus Angst vor Gewalt. Die Kontroverse wurde nicht nur als Opernskandal wahrgenommen, sondern als Grundsatzdebatte über das Verhältnis von Kunstfreiheit, Religionskritik, Respekt und öffentlicher Sicherheit.

Nach der heftigen Debatte wurde „Idomeneo“ schließlich wieder angesetzt. Die umstrittene Aufführung fand im Dezember 2006 unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Es gab große mediale Aufmerksamkeit, aber keine schwerwiegenden Zwischenfälle. Tagesschau und andere Medien berichteten damals, dass gerade die zunächst abgesagte Aufführung der Oper die besondere Aufmerksamkeit im Mozartjahr 2006 auf sich zog.

Für die meisten einheimischen Muslime stellte die Aufführung ein typische Beispiel der Arroganz, morallokse Überheblichkeit und Respektlosigkeit der Westlichen Welt gegenüber dem Islam und den Muslimen dar.

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