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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
ʿIlm al-Ladunnī bedeutet wörtlich „Wissen von bei Uns“, womit
das Wissen aus unmittelbarer göttlicher Nähe gemeint ist.
Gemeint ist Wissen, das Gott direkt verleiht, ohne
schulische Ausbildung, Studium oder Ableitung durch Logik, wie
z.B. die Lese- und Schreibfähigkeit des
Propheten Muhammad (s.).
Es handelt sich nicht um bloßes „Eingeben von Gedanken“,
sondern um gewissheitsgetragenes, irrtumsfreies Wissen, das
aus göttlicher Quelle stammt.
Die klassische Grundlage dazu im
Heiliger Quran ist
Ayat
18:65:
„… und Wir lehrten ihn Wissen von Uns aus“
عَلَّمْنَاهُ مِن لَدُنَّا
عِلْمًا
Der
Vers
bezieht sich hier nach den meisten
Auslegern [mufassir] auf
Chidhr
(a.).
Dieses Wissen ist nicht prophetische
Offenbarung [wahy] aber ebenfalls göttlich autorisiert.
Die Abgrenzung zu anderen Wissensarten kann folgendermaßen
beschrieben werden:
Nach der Lehre der
Schia besitzen die
Ahl-ul-Bait (a.) über Ilm al-Ladunnī.
Dieses Wissen ist notwendig für ihre Rolle als Beweis
Gottes und verhindert Irrtum in religiöser Führung. Ohne ʿIlm
al-Ladunnī wäre
Fehlerlosigkeit [masumiyah] nicht möglich.
Während
Prophet Muhammad (s.)
Offenbarung erhält bewahren die
Zwölf Imame (a.) jenes Wissen bis zum letzten Tag. Die
Zwölf Imame (a.) empfangen keine neues
islamisches Recht [scharia] und keine
Offenbarung [wahy] aber göttliche Erleuchtung und
Inspiration [ilham] mit Zugang zur inneren Bedeutung der
Dinge. Dazu befähigt sie ʿIlm al-Ladunnī. Das führt zum
Erkennen von verborgenen Zusammenhängen, realen Konsequenzen
von Handlungen und göttlicher Weisheit hinter Ereignissen. Das
erklärt unter anderem, warum der Imam Situationen beurteilen
kann, die äußerlich unklar oder widersprüchlich erscheinen.
Bei ʿIlm al-Ladunnī handelt es sich nicht um ein geheimes
Sonderwissen für Eingeweihte oder Esoterische Magie sondern
ist reguläres Wissen in seiner ultimativen Form.