Imam Alis Brief
Imam Alis (a.) Brief an seinen Sohn

Aussprache: risaalat al-imaam Aliy ilaa ibna
arabisch:
‎رسالة الإمام علي إلى ابنه
persisch: نامهٔ امام علی (ع) به فرزندش
englisch:
Imam Ali’s (a.) Letter to His Son

2.37 n.d.H.
7.657 n.Chr.

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Imam Alis (a.) an seinen Sohn gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten ethisch-didaktischen Texten der islamischen Geistesgeschichte.

Es handelt sich um ein mahnendes Vermächtnisschreiben, das Imam Ali (a.) nach der Schlacht von Siffin verfasst hat und das sich an einen seiner Söhne richtet – nach überwiegender schiitischer Überlieferung Imam Hasan (a.), nach anderen Quellen Muhammad ibn Hanafiyya.

Der Text ist kein privater Brief im modernen Sinn, sondern ein systematisches moralisch-religiöses Testament, das zentrale Prinzipien islamischer Lebensführung in konzentrierter Form darlegt. Er behandelt nahezu alle grundlegenden Bereiche menschlicher Existenz: Gottesbeziehung, Selbstdisziplin, Erkenntnis, soziale Ethik, politische Verantwortung, Umgang mit Macht, Reichtum, Familie, Freunden und Feinden, sowie die Vorbereitung auf Tod und Jenseits.

Der Brief zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

bulletTheozentrische Ethik Alles menschliche Handeln wird konsequent auf die Gottesfurcht (taqwā) und die Verantwortung vor Allah zurückgeführt.
bulletLebenspraktische Weisheit Neben religiösen Pflichten enthält der Text eine Fülle lebensnaher Maximen zu Geduld, Maßhalten, Selbstachtung, Schweigen, Freundschaft, Arbeit, Wohltätigkeit und politischer Macht.
bulletAnthropologische Nüchternheit Der Mensch wird als sterblich, fehlbar und gefährdet beschrieben, zugleich aber als zur moralischen Vervollkommnung fähig.
bulletEschatologische Perspektive Tod, Grab und Jenseits sind keine Randthemen, sondern strukturieren den gesamten Text als Bewertungsmaßstab des Handelns.
bulletVäterliche Autorität Der Ton ist zugleich streng, fürsorglich und persönlich; der Text verbindet Autorität mit existenzieller Erfahrung.

Der Brief ist kanonisch überliefert im Werk Pfad der Eloquenz (Nahdsch-ul-Balagha) 31. Anweisung.

Er wird bis heute in der scharia-ethischen Ausbildung, in der islamischen Moralphilosophie und in Predigten, Kommentaren und Lehrtexten als Grundtext islamischer Ethik rezipiert.

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