.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Ein „Indischer Kreis“, auch bekannt als „indischer Kreisring“,
ist ein einfaches, aber als genial eingestuftes astronomisches
Beobachtungsinstrument, das in der
islamischen
und
indischen
Astronomie verwendet wurde.
Es diente vor allem zur Messung des Sonnenstands und zur
Bestimmung der Mittagszeit und des wahren Nordens.
Der indische Kreis besteht aus einem kreisförmigen Ring
(aus Metall oder Holz), der horizontal aufgestellt wird, einem
vertikal stehenden Stab (Gnomon) oder Faden genau in der
Mitte, und einer Skala oder Markierung auf dem Ring.
Wenn die
Sonne [schams]
am Himmel wandert, wirft der senkrechte Stab einen Schatten
auf den Innenrand des Kreises. Der kürzeste Schatten markiert
den wahren Mittagspunkt (höchster Sonnenstand =
Sonnenmeridian). Anhand der Schattenlängen zu verschiedenen
Tageszeiten können auch Breitengrad und Himmelsrichtungen
bestimmt werden.
Der „indische Kreis“ wurde in der klassischen islamischen
Astronomie auch in Observatorien wie in der
Sternwarte von Maragha und
Sternwarte von Samarkand erwähnt, teils unter anderen Namen.
Das Instrument war leicht zu bauen, da es keine beweglichen
Teile braucht. Es gilt als robust, da er fest aufgestellt
wurde und als präzise genug für einfache Sonnenbeobachtungen.
Er wurde u.a. für
Gebetszeiten, Bestimmung der
Gebetsrichtung [qibla] und Kalenderberechnung genutzt.
In klassischen arabischen Texten wird oft auch einfach von
„Schatteninstrument“ [آلة الظل]
gesprochen. Ein Modell ist im
Istanbuler Museum für Geschichte der Wissenschaft und Technik
im Islam ausgestellt.

Foto Y.Özoguz (2009 n.Chr.)