Sezai Karakoç
Sezai Karakotsch (Sezai Karakoç)

Aussprache: sazaaiy qaraaqudsch
arabisch:
‏سزائي قراقوج
persisch:
سزایی قراقوچ
englisch:
Sezai Karakotsh

22.1.1933 - 16.11.2021 n.Chr.

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Ahmet Sezai Karakoç war ein bedeutender türkischer Dichter, Essayist, Denker und Bewegungsgründer. Er gilt als einer der einflussreichsten Intellektuellen des türkischen 20. Jh. n.Chr., weil er klassisch-religiöse Vorstellungen mit moderner Dichtung und politischer Kritik verband.

Er ist am22. Januar 1933 in Ergani in der Provinz Diyarbakır geboren. Seine Schulzeit verbrachte er als Internatsschüler u. a. in Maraş und Gaziantep.

Er studierte an der Fakultät für Politikwissenschaften (Siyasal Bilgiler) an der Ankara-Universität. IM Jahr 1955 erzielte er einen Abschluss in der Fachrichtung Finanzen (Maliye).

Beruflich arbeitete er zunächst im Finanzministerium (unter anderem als Inspektorenlaufbahn) und trat 1965 in den Ruhestand bzw. schied aus dem Staatsdienst, um sich ganz der Literatur und Publizistik zu widmen.

Karakoç debütierte in den 1950er Jahren in literarischen Zeitschriften; sein wohl bekanntestes frühes Gedicht ist „Monna Rosa“, ein klang- und bildstarkes Liebesgedicht, das zu seinen bekanntesten Werken wurde und in literaturwissenschaftlichen Texten oft erwähnt wird. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und Essaysammlungen.

Karakoç ist untrennbar mit dem Begriff Diriliş (‚Auferstehung/Erwachen‘) verbunden: Er gründete in den 1960er Jahren die Zeitschrift Diriliş, die literarisch-intellektuelle Plattform für seine Ideen wurde. Über die Zeitschrift formte er eine geistige Strömung, die er später in programmatischen Texten (z. B. Diriliş Neslinin Amentüsü) ausarbeitete. Aus seinen Ideen entwickelte er auch parteipolitische Aktivität: 1990 gründete Karakoç die Diriliş Partisi (Auferstehungs-Partei); später (2007) entstand die Yüce Diriliş Partisi. Seine politische Linie zielte auf eine Erneuerung der islamisch-zivilisatorischen Identität und eine Neuorganisation der muslimischen Gemeinschaften. Karakoç verstand Dichtung als Form gesellschaftlicher Formung (Kunst als Auftrag).

Karakoç wird von vielen als führender „islamischer“ Intellektueller in der türkischen Moderne bezeichnet; er formte Generationen von Leserinnen und Denkerinnen durch Diriliş und seine Schriften. Seine politische Praxis (Parteigründungen) und seine explizit religiös-zivilisatorische Programmatik waren zugleich Quelle großer Bewunderung wie auch kritischer Debatten.

Teile seines Werks und seiner politischen Praxis wurden kontrovers diskutiert — sowohl literarisch (welcher Platz für religiöse Formen in moderner Lyrik?) als auch politisch (wie realistisch/gewollt ist seine programmatische Vision). Die Bandbreite der Rezeption reicht von hochverehrend bis skeptisch. Karakoç erhielt mehrere nationale Auszeichnungen.

Er starb am 16.November 2021 in Istanbul.

Im Park vor der Ipekyolu Atatürk Kunstgalerie in Van (İpekyolu Atatürk Sanat Galerisi) ist der erste Zyklus seines Gedichts Ecke auf einer Tafel angebracht.

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