Kirklar Sultan
Kirklar Sultan Schrein

Aussprache: dhariyh sultaan al-arba-iyn
arabisch:
ضريح سلطان الأربعين
persisch:
آرامگاه سلطان چهل‌نفره
englisch:
Mausoleum of the Sultan of the Forty

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Der Kirklar Sultan Schrein (Kırklar Sultan Türbesi) ist ein populärer Wallfahrtsort im asiatischen Teil von Istanbul.

Der Schrein, der im Deutschen „Vierziger-Sultans-Schrein“ heißen würde, befindet sich im Ortsteil Dereseki Mahallesi im Stadtteil Beykoz im eher ländlich geprägten, waldreichen Umland von Beykoz.

Die historische Person des „Kırklar Sultan“ ist nur über legendenhafte Überlieferungen greifbar und keine klassische Chronikfigur. Nach den gängigen lokalen Traditionen gilt Kırklar Sultan als Sayyid. Er wird häufig als einer der Schüler von Sayyid Abdulqadir al-Dschilani beschrieben.

In der Volksüberlieferung zog er mit vierzig Schülern in Richtung Istanbul, um sich am Kampf gegen die dortigen byzantinisch-griechischen („Rum“-)Bewohner bzw. an der Eroberung Istanbuls zu beteiligen. In der Gegend von Tokatköy/Dereseki sei er in einem Gefecht gefallen und dort begraben worden.

Sein Beiname „Kırklar“ („die Vierziger“) wird in vielen Texten mit der mystischen Vorstellung der „Kırklar Meclisi“ (Rat der Vierzig Heiligen) verbunden – also ein Heiliger, der zu diesem Kreis der Unsichtbaren oder Auserwählten gezählt wird. Ihm werden zahlreiche Wundertaten zugeschrieben, etwa das Wissen um die Gedanken der Menschen oder Begegnungen mit Chidhr (a.).

Das Grab Kırklar Sultans soll lange Zeit verborgen gewesen sein. Die Legende besagt, dass zur Zeit von Sultan Süleyman I. (16. Jh. n.Chr.) der Ort des Grabes durch eine spirituelle Inspiration von einem Scheich des Naqschibandi-Ordens namens Kemal Efendi entdeckt worden sei.

Andere Legenden nennen als Entdecker Şeyhülislâm Fenârîzâde Muhyiddin Çelebi (dem zufolge eher spätes 18. Jh. n.Chr. zur Zeit Selim III.). Auf dieser Grabstelle wurde ein Schrein errichtet. Der ursprüngliche Bau war relativ klein und traditionell, eher eine klassische osmanische Grabarchitektur.

Die heutige Anlage ist heute eine Kombination aus Schrein (Türbe) und kleinem Gebetraum (Mescid). In den 1970er-Jahren wurde die ursprünglich kürzere Grabstätte nach einer vielzitierten Traumvision einer Frau auf rund 9 m Länge erweitert, entsprechend der lokalen Vorstellung, dass es sich um einen „großen“ Heiligen handle.

Die Türbe wurde im Jahr 1989 n.Chr. mit Unterstützung der Dorfbewohner als Betonbau erneuert, die Seiten wurden verbreitert, und eine Gebetsnische [mihrab] integriert. Heute untersteht die Anlage offiziell dem Beykoz-Müftiat (Beykoz Müftülüğü).

Im Innenraum befindet sich eine lange, grün verhüllte Sarkophag-Attrappe als symbolische Überdeckung des Grabes sowie reich dekorierte Kacheln und Kalligraphien den Wänden.

In manchen Berichten wird Kırklar Sultan auch als eine Art „Schutzheiliger von Beykoz und Anatolien“ bezeichnet.

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