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zu Gesundheit im Islam finden Sie im Verlag Eslamica.
Die Erzählung mit dem Titel "Konferenz der Vögel" gilt als das
bekannteste Werke von
Faridudin Attar.
Der deutsche Titel wird zumeist mit dem Artikel versehen
"Die Konferenz der Vögel" [mantiq ut-tair]. Dieses
Epos berichtet von Tausenden von Vögeln die sich auf die Suche
begeben, einen König für ihr Königreich zu finden. Der Inhalt
der Geschichte lautet verkürzt:
Einst versammelten sich alle Vögel der Welt, um über ihr
Leben und ihre Unruhe zu sprechen. Jeder fühlte, dass etwas
fehlte — ein wahrer König, ein Ziel, ein Sinn. Da trat der
Wiedehopf hervor, der weise, vielgereiste Vogel. Er sagte:
„Wir haben einen König, den wir vergessen haben. Er
heißt
Simurgh,
und er wohnt jenseits der Berge, im Land des Geheimnisses. Wer
ihn findet, findet sich selbst.“
Die Vögel waren begeistert, doch bald regten sich
Ausreden. Der Nachtigall sagte: „Meine Liebe zur Rose hält
mich gefangen.“ Der Papagei hoffte auf Unsterblichkeit, ohne
Mühe. Der Pfau sehnte sich nur zurück ins verlorene Paradies.
Der Falke prahlte mit Nähe zu irdischen Königen. Der Reiher
klagte über seine Traurigkeit. Der Sperling fürchtete die
Mühen des Weges usw.
Der Wiedehopf hörte sie alle an und entgegnete: „Eure
Gründe sind Fesseln. Wer zum wahren König will, muss sein Ich
zurücklassen.“ So machten sie sich schließlich auf den Weg —
durch sieben Täler, die Täler der Suche, der Liebe, der
Erkenntnis, der Unabhängigkeit, der Einheit, des Staunens und
der Armut und Auslöschung.
Jedes Tal forderte sie: Manche starben in Sehnsucht,
manche gaben auf, manche verschwanden in Wundern. Von
Tausenden überlebten nur dreißig Vögel den Weg. Erschöpft
gelangten sie an das Tor des
Simurgh.
Doch dort fanden sie keinen König vor — nur einen Spiegel aus
Licht. Und in diesem Licht sahen sie plötzlich sich selbst.
Attar benutzt dabei ein Wortspiel, denn der Name des
Vogelkönigs „Simurgh“
bedeutet im Persischen „dreißig Vögel“, wenn man es in zwei
Worten „si murgh“ schreibt. So stellen die Vögel fest, dass
sie allesamt nur Teil eines ganzen Einheitlichen sind. Der
König, den sie suchten, war nie getrennt von ihnen. Durch den
Weg, durch das Abschütteln aller Illusionen, hatten sie das
Ego verloren und ihre wahre Natur gefunden. Und so verstanden
sie: Der, der sucht und der, den er sucht , sind im Innersten
eins.“
Faridudin Attar beschreibt in erzählerischer Weise, dass
Geist Gottes [ruhullah] im eigenen
Herzen
zu suchen ist und nicht in der Ferne.
In den
Geschichten wird auch der Ursprung der
Apfelschuss-Sage vermutet.
Die historischen Abschriften wurden mit vielen
Illustrationen versehen, die heute in zahlreichen Museen
ausgestellt sind.