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Arif Hikmet Koyunoghlu (Koyunoğlu) war ein türkischer
Architekt und Maler und zählt zu den prägenden Gestalten der
frühen Republikzeit. Er ist vor allem als Vertreter der Ersten
Nationalen Architekturrichtung (Birinci Ulusal Mimarlık Akımı)
bekannt.
Er ist 1888 in Istanbul
geboren und 1982 in Ankara
gestorben. Sein Studium absolvierte er an der Sanayi-i Nefise
Mektebi (Akademie der Schönen Künste, heute
Mimar-Sinan-Universität). Er war künstlerisch geprägt durch
die klassische osmanische Bau- und Dekortradition sowie durch
akademische Malerei.
Koyunoğlu gehörte zu den Architekten, die nach 1923 eine
nationale Architektursprache suchten. Kennzeichend war der
Rückgriff auf osmanisch-seltschukische Motive (Portale,
Kuppeln, Fliesen, Symmetrie) wobei die Kombination mit
moderner Bauweise und neuen staatlichen Funktionen im
Vordergrund stand.
Das
Ethnographisches Museum Ankara (Ankara Etnoğrafya Müzesi)
ist eines seiner bekanntesten Werke, welches er im
Zeitraum 1925–1928 n.Chr. gebaut hat. Dazu gehören weitere
öffentliche Gebäude und Villen in
Ankara, die das Stadtbild der jungen Hauptstadt
mitprägten.
Neben der Architektur war Koyunoğlu auch Maler vor allem
Landschaften und Stadtansichten. Seine Gemälde sind wichtige
visuelle Zeugnisse des frühen republikanischen
Ankara. Zudem unterrichtete
er an Kunst- und Architektureinrichtungen. Er ist auch
Verfasser von Memoiren und Schriften, die wertvolle Einblicke
in die Kultur- und Architekturgeschichte der Zeit geben.
Arif Hikmet Koyunoğlu war ein Brückenbauer zwischen
osmanischer Tradition und republikanischer Moderne. Seine
Architektur prägte das staatliche Selbstbild der frühen
Republik, seine Malerei bewahrte deren visuelle Erinnerung.
Eine Büste, die ihn darstellt ist vor dem Gebäude des
Staatlichen Kunst- und Skulpturenmuseum Ankara aufgestellt
(siehe Foto).

Foto Y.Özoguz (2014 n.Chr.)