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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Dr.
Ali Ardeschir Laridschani, bekannt als Ali Laridschani, war
ein prominenter iranischer Politiker und zuletzt Chef des
Sicherheitsrat während des Angriffskrieges der USA und Israels
auf die
Islamische Republik Iran im Jahr 2026 n.Chr.
Er ist als Sohn von
Mirza Haschim Amuli am 3. Juni 1958 in
Nadschaf geboren, wo sein Vater im damaligen Königreich
Irak
lebte. Alle Kinder des Vaters
Mirza Haschim Amuli bekleideten verantwortungsvolle
Positionen in der
Islamische Republik Iran. Die Familie stammt aus der
Region Laridschan bei
Amol.
Vor seiner Geburt war sein Vater für einige Zeit zum Studium
an die religiöse
Hawza
von
Nadschaf gezogen, weshalb er dort geboren worden ist. Er
hat vier Brüder und eine Schwester.
Ali Laridschani war
Hafidh.
Ali Laridschani absolvierte seine Grund- und
Sekundarschulbildung bis zum Abitur in der Stadt
Qum.
Nach Bestehen der landesweiten Aufnahmeprüfung begann er im
Jahr 1975 ein Bachelorstudium der Informatik an der
Scharif Universität für Technologie, das er 1979
erfolgreich abschloss (BSc). Zudem soll er Mathematik studiert
haben.
Auf Empfehlung von
Ayatollah Morteza Motahhari entschied er sich anschließend
für ein Studium der Philosophie und erwarb sowohl seinen
Master als auch seinen Doktortitel in diesem Fach an der
Universität Teheran. Laridschani ist Autor mehrerer Werke in verschiedenen
Bereichen, darunter die Bücher über die Philosophie
Kants. Bis zu seinem
Martyrium war er außerordentlicher Professor (Associate
Professor) für Philosophie an der Fakultät für Literatur- und
Geisteswissenschaften der
Universität Teheran.
Er war verheiratet mit Farideh und war somit Schwiegersohn
von
Ayatollah Morteza Motahhari. Sie haben vier Kinder:
Fatemeh, Sara, Morteza und Mohammad Reza.
Nach dem Sieg der
Islamischen Revolution von 1979 begann er seine Tätigkeit
bei der staatlichen Rundfunkanstalt
IRIB (Islamic
Republic of Iran Broadcasting). Unmittelbar nach seinem
Eintritt arbeitete er als Leiter der Auslandsabteilung sowie
der zentralen Nachrichtenredaktion (1981–1982). Im Jahr 1981
trat er den
Pasdaran bei und stieg in deren Führungskorps auf.
In den Jahren 1982–1983 war er Stellvertretender Minister
für Parlamentsangelegenheiten im Ministerium für Arbeit und
Soziales und 1983 kurzzeitig stellvertretender Minister für
Rechts- und Parlamentsangelegenheiten im Ministerium für Post,
Telegrafie und Telefon. Von 1986 bis 1989 war er
Stellvertretender Minister für Rechts- und
Parlamentsangelegenheiten im Ministerium der Revolutionsgarden
und von 1989 bis 1992 Stellvertretender Leiter des
Generalstabs der Revolutionsgarden. Aus dem aktiven Dienst
schied er 1993 im Rang eines Brigadegenerals aus.
Im Jahr 1992, während der Präsidentschaft von
Akbar Hashemi Rafsandschani, wurde Ali Laridschani nach
dem Rücktritt von
Seyyid Muhammad Chatami vom Amt des Kulturministers zum
Minister für Kultur und Islamische Führung ernannt. Er übte
dieses Amt bis 1993 für etwas mehr als ein Jahr aus.
Im Jahr 1993 wurde er durch einen Erlass von
Imam
Ali Chamenei zum Leiter der Rundfunk- und
Fernsehorganisation (IRIB)
ernannt und leitete diese Organisation 11 Jahre lang bis 2004.
Er gehörte zu den Gegnern des Verbots von Kauf, Verkauf und
Besitz von Videogeräten und hob während seiner kurzen Amtszeit
dieses Verbot faktisch auf, indem er eine Institution zur
Verbreitung zugelassener Filme gründete. Von 1994 bis 2004
stand er an der Spitze der Rundfunk- und Fernsehorganisation
und führte in dieser Zeit zahlreiche Veränderungen durch.
Während seiner Amtszeit stieg die Zahl der Fernsehkanäle von
drei auf sieben. Am Ende seiner Amtszeit betrieb die
Organisation:
Obwohl der Leiter der Rundfunkanstalt formal Mitglied der
Regierung war, verhinderte der damalige Präsident
Seyyid Muhammad Chatami in seinen siebten und achten
Regierungen, dass Laridschani an den Kabinettssitzungen
teilnahm.
Nach dem Ende seiner Amtszeit bei
IRIB
wurde er 2004 Sicherheitsberater
Imam
Ali Chameneis. Laridschani wurde unter der Regierung
Mahmud
Ahmadinedschad zum Chefunterhändler bei den
Atomverhandlungen mit der EU ernannt. Laridschani befürwortete
später stets ein Atomabkommen und beschleunigte als
Parlamentspräsident die Zustimmung des Parlaments zum Wiener
Atomabkommen von 2015.
Im Mai 2008 wurde er zum Parlamentspräsidenten gewählt. In
der
Westlichen Welt wurde seine differenzierten Betrachtungen
zum Holocaust heftig kritisiert.
Ende Mai 2012 wurde Laridschani zum zweiten Mal zum
Parlamentspräsidenten gewählt. Er gewann die Wahl mit 173 von
275 Stimmen gegen
Gholam Ali Haddad-Adil , auf den 100 Stimmen entfielen.
2020 wurde Laridschani mit der Aufsicht über ein
strategisches 25-Jahres-Kooperationsabkommen der
Islamischen Republik Iran mit China betraut. Im Jahr 2021
wurde das Abkommen unterzeichnet. Im Zusammenhang mit dem
Abkommen wurden Investitionen Chinas in Irans Energiesektor in
Höhe von rund 400 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt.
Im Gegenzug sagte Iran langfristige Lieferungen verbilligten
Öls zu. Das Abkommen gilt als wichtige Entlastung für die
unter Sanktionen der
Westlichen Welt leidende iranische Wirtschaft.
Bei der Präsidentschaftswahl im Iran 2021 sowie 2024 wurde
er vom
Wächterrat nicht als Kandidat zugelassen. Es wurde
öffentlich gemutmaßt, dass seine in den USA lebende Tochter
eine Erpressbarkeitspotential sein könnte. Familiäre
Auslandsbezüge zur
Westlichen Welt werden vom
Wächterrat grundsätzlich kritisch betrachtet. Fatemeh
Laridschani war als Ärztin am Krebsforschungsinstitut der
Emory University in Atlanta beschäftigt. Nach einer
öffentlichen Kampagne gegen sie im Rahmen der
Kriegsvorbereitung wurde sie Anfang 2026 entlassen.
Infolge des 12-Tage-Krieges der USA und Israels gegen die
Islamische Republik Iran im Jahr 2025 wurde er Sekretär
des Sicherheitsrates. Zuletzt war er einer der
Schlüsselfiguren im Angriffskrieg der USA und Israels gegen
die
Islamische Republik Iran. Während des Krieges reagierte er
regelmäßig in sozialen Medien auf Äußerungen des
US-Präsidenten Donald Trump und war zuletzt am 13. März 2026
beim
Internationaler Tag von Quds, Quds-Tag in
Teheran mit der Bevölkerung auf der Straße mitgelaufen
ist.
Am 17. März 2026 wurde Ali Laridschani durch einen
gezielten israelischen Luftangriff getötet worden. Der Angriff
erfolgte mit Kampfflugzeugen auf die Wohnung seiner Tochter im
Stadtteil Pardis. Mit ihm starben sein Sohn, einer seiner
Stellvertreter und mehrere Leibwächter.
Er gilt
daher im
Iran als
Märtyrer. Einen Tag vor seinem Dahinscheiden hat er einen
Offenen Brief an die Islamische Weltgemeinschaft [umma]
veröffentlicht. Unmittelbar nach seinem Danischeiden hat
Imam Mudschtaba Chamenei kondoliert, wobei er unter
anderem schrieb:
„... Mit großem Bedauern habe ich die schmerzliche
Nachricht vom Märtyrertod von Herrn Dr. Ali Laridschani, dem
Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates und
Vertreter des Führers in diesem Gremium, sowie seines
verdienstvollen Sohnes und einiger seiner Kollegen erhalten.
Er war eine gelehrte, weitsichtige, kluge und engagierte
Persönlichkeit mit vielfältigen Erfahrungen in verschiedenen
politischen, militärischen, sicherheitsbezogenen, kulturellen
und administrativen Bereichen. Nahezu fünf Jahrzehnte Wirken
auf unterschiedlichen Ebenen des islamischen Systems hatten
ihn zu einer herausragenden Persönlichkeit gemacht...“
Dr.
Ali Ardeschir Laridschani wurde am 19. März 2026 in
Qum
beigesetzt.
Er hinterließ eine Reihe von Schriften, darunter:
Kritik und Untersuchung der Regeln zur Leitung des Geistes von
Descartes.

Ali Laridschani zusammen mit
Imam
Chamenei