Ali Laridschani
Ali Laridschani

Aussprache: aliy laaridschaaniy
arabisch:
على لاریجاني
persisch:
على لاریجانی
englisch: Ali Larijani

3.6.1958 - 17.3.2026 n.Chr.

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Dr. Ali Ardeschir Laridschani, bekannt als Ali Laridschani, war ein prominenter iranischer Politiker und zuletzt Chef des Sicherheitsrat während des Angriffskrieges der USA und Israels auf die Islamische Republik Iran im Jahr 2026 n.Chr.

Er ist als Sohn von Mirza Haschim Amuli am 3. Juni 1958 in Nadschaf geboren, wo sein Vater im damaligen Königreich Irak lebte. Alle Kinder des Vaters Mirza Haschim Amuli bekleideten verantwortungsvolle Positionen in der Islamische Republik Iran. Die Familie stammt aus der Region Laridschan bei Amol. Vor seiner Geburt war sein Vater für einige Zeit zum Studium an die religiöse Hawza von Nadschaf gezogen, weshalb er dort geboren worden ist. Er hat vier Brüder und eine Schwester. Ali Laridschani war Hafidh.

Ali Laridschani absolvierte seine Grund- und Sekundarschulbildung bis zum Abitur in der Stadt Qum. Nach Bestehen der landesweiten Aufnahmeprüfung begann er im Jahr 1975 ein Bachelorstudium der Informatik an der Scharif Universität für Technologie, das er 1979 erfolgreich abschloss (BSc). Zudem soll er Mathematik studiert haben.

Auf Empfehlung von Ayatollah Morteza Motahhari entschied er sich anschließend für ein Studium der Philosophie und erwarb sowohl seinen Master als auch seinen Doktortitel in diesem Fach an der Universität Teheran. Laridschani ist Autor mehrerer Werke in verschiedenen Bereichen, darunter die Bücher über die Philosophie Kants. Bis zu seinem Martyrium war er außerordentlicher Professor (Associate Professor) für Philosophie an der Fakultät für Literatur- und Geisteswissenschaften der Universität Teheran.

Er war verheiratet mit Farideh und war somit Schwiegersohn von Ayatollah Morteza Motahhari. Sie haben vier Kinder: Fatemeh, Sara, Morteza und Mohammad Reza.

Nach dem Sieg der Islamischen Revolution von 1979 begann er seine Tätigkeit bei der staatlichen Rundfunkanstalt IRIB (Islamic Republic of Iran Broadcasting). Unmittelbar nach seinem Eintritt arbeitete er als Leiter der Auslandsabteilung sowie der zentralen Nachrichtenredaktion (1981–1982). Im Jahr 1981 trat er den Pasdaran bei und stieg in deren Führungskorps auf.

In den Jahren 1982–1983 war er Stellvertretender Minister für Parlamentsangelegenheiten im Ministerium für Arbeit und Soziales und 1983 kurzzeitig stellvertretender Minister für Rechts- und Parlamentsangelegenheiten im Ministerium für Post, Telegrafie und Telefon. Von 1986 bis 1989 war er Stellvertretender Minister für Rechts- und Parlamentsangelegenheiten im Ministerium der Revolutionsgarden und von 1989 bis 1992 Stellvertretender Leiter des Generalstabs der Revolutionsgarden. Aus dem aktiven Dienst schied er 1993 im Rang eines Brigadegenerals aus.

Im Jahr 1992, während der Präsidentschaft von Akbar Hashemi Rafsandschani, wurde Ali Laridschani nach dem Rücktritt von Seyyid Muhammad Chatami vom Amt des Kulturministers zum Minister für Kultur und Islamische Führung ernannt. Er übte dieses Amt bis 1993 für etwas mehr als ein Jahr aus.

Im Jahr 1993 wurde er durch einen Erlass von Imam Ali Chamenei zum Leiter der Rundfunk- und Fernsehorganisation (IRIB) ernannt und leitete diese Organisation 11 Jahre lang bis 2004. Er gehörte zu den Gegnern des Verbots von Kauf, Verkauf und Besitz von Videogeräten und hob während seiner kurzen Amtszeit dieses Verbot faktisch auf, indem er eine Institution zur Verbreitung zugelassener Filme gründete. Von 1994 bis 2004 stand er an der Spitze der Rundfunk- und Fernsehorganisation und führte in dieser Zeit zahlreiche Veränderungen durch. Während seiner Amtszeit stieg die Zahl der Fernsehkanäle von drei auf sieben. Am Ende seiner Amtszeit betrieb die Organisation:

bullet7 nationale Fernsehkanäle
bullet8 landesweite Radiosender
bullet30 regionale Radiosender
bullet4 regionale Fernsehkanäle
bullet7 internationale Fernsehkanäle

Zusätzlich wurden während seiner Leitung gegründet:

bulletdie Zeitung Dscham-e Dscham
bulletdie Filmproduktionsgesellschaft Sima Film

Obwohl der Leiter der Rundfunkanstalt formal Mitglied der Regierung war, verhinderte der damalige Präsident Seyyid Muhammad Chatami in seinen siebten und achten Regierungen, dass Laridschani an den Kabinettssitzungen teilnahm.

 Nach dem Ende seiner Amtszeit bei IRIB wurde er 2004 Sicherheitsberater Imam Ali Chameneis. Laridschani wurde unter der Regierung Mahmud Ahmadinedschad zum Chefunterhändler bei den Atomverhandlungen mit der EU ernannt. Laridschani befürwortete später stets ein Atomabkommen und beschleunigte als Parlamentspräsident die Zustimmung des Parlaments zum Wiener Atomabkommen von 2015.

Im Mai 2008 wurde er zum Parlamentspräsidenten gewählt. In der Westlichen Welt wurde seine differenzierten Betrachtungen zum Holocaust heftig kritisiert.

Ende Mai 2012 wurde Laridschani zum zweiten Mal zum Parlamentspräsidenten gewählt. Er gewann die Wahl mit 173 von 275 Stimmen gegen Gholam Ali Haddad-Adil , auf den 100 Stimmen entfielen.

2020 wurde Laridschani mit der Aufsicht über ein strategisches 25-Jahres-Kooperationsabkommen der Islamischen Republik Iran mit China betraut. Im Jahr 2021 wurde das Abkommen unterzeichnet. Im Zusammenhang mit dem Abkommen wurden Investitionen Chinas in Irans Energiesektor in Höhe von rund 400 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Im Gegenzug sagte Iran langfristige Lieferungen verbilligten Öls zu. Das Abkommen gilt als wichtige Entlastung für die unter Sanktionen der Westlichen Welt leidende iranische Wirtschaft.

Bei der Präsidentschaftswahl im Iran 2021 sowie 2024 wurde er vom Wächterrat nicht als Kandidat zugelassen. Es wurde öffentlich gemutmaßt, dass seine in den USA lebende Tochter eine Erpressbarkeitspotential sein könnte. Familiäre Auslandsbezüge zur Westlichen Welt werden vom Wächterrat grundsätzlich kritisch betrachtet. Fatemeh Laridschani war als Ärztin am Krebsforschungsinstitut der Emory University in Atlanta beschäftigt. Nach einer öffentlichen Kampagne gegen sie im Rahmen der Kriegsvorbereitung wurde sie Anfang 2026 entlassen.

Infolge des 12-Tage-Krieges der USA und Israels gegen die Islamische Republik Iran im Jahr 2025 wurde er Sekretär des Sicherheitsrates. Zuletzt war er einer der Schlüsselfiguren im Angriffskrieg der USA und Israels gegen die Islamische Republik Iran. Während des Krieges reagierte er regelmäßig in sozialen Medien auf Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump und war zuletzt am 13. März 2026 beim Internationaler Tag von Quds, Quds-Tag in Teheran mit der Bevölkerung auf der Straße mitgelaufen ist.

Am 17. März 2026 wurde Ali Laridschani durch einen gezielten israelischen Luftangriff getötet worden. Der Angriff erfolgte mit Kampfflugzeugen auf die Wohnung seiner Tochter im Stadtteil Pardis. Mit ihm starben sein Sohn, einer seiner Stellvertreter und mehrere Leibwächter.

Er gilt daher im Iran als Märtyrer. Einen Tag vor seinem Dahinscheiden hat er einen Offenen Brief an die Islamische Weltgemeinschaft [umma] veröffentlicht. Unmittelbar nach seinem Danischeiden hat Imam Mudschtaba Chamenei kondoliert, wobei er unter anderem schrieb:

... Mit großem Bedauern habe ich die schmerzliche Nachricht vom Märtyrertod von Herrn Dr. Ali Laridschani, dem Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates und Vertreter des Führers in diesem Gremium, sowie seines verdienstvollen Sohnes und einiger seiner Kollegen erhalten. Er war eine gelehrte, weitsichtige, kluge und engagierte Persönlichkeit mit vielfältigen Erfahrungen in verschiedenen politischen, militärischen, sicherheitsbezogenen, kulturellen und administrativen Bereichen. Nahezu fünf Jahrzehnte Wirken auf unterschiedlichen Ebenen des islamischen Systems hatten ihn zu einer herausragenden Persönlichkeit gemacht...“

Dr. Ali Ardeschir Laridschani wurde am 19. März 2026 in Qum beigesetzt.

Er hinterließ eine Reihe von Schriften, darunter: Kritik und Untersuchung der Regeln zur Leitung des Geistes von Descartes.

Ali Laridschani zusammen mit Imam Chamenei

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