.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Moustafa Maher war ein ägyptischer Germanist,
Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Kulturvermittler
zwischen der arabischen und deutschsprachigen Welt.
Er ist am 12. Juni 1936 n.Chr. in
Kairo geboren und 2021 gestorben. Bereits als Kind begann
er den Heiligen Quran teilweise
auswendig zu lernen.
Von 1952 bis 1956 studierte er Romanistik, Arabistik,
Philosophie, Geschichte, Psychologie und Pädagogik an der
französischsprachigen École Normale Supérieure in
Kairo. Nach Abschluss seines
Studiums arbeitete er als Studienrat an einer Oberschule in
Kairo.
Im Jahr 1955 begann er, an der Sprachenhochschule Madrasat
Al-Alsun in Kairo die deutsche Sprache zu erlernen. Ab 1958
absolvierte Maher in München am Goethe-Institut und an der
Ludwig-Maximilians-Universität München eine Ausbildung zum
Deutschlehrer. Er schloss diese Ausbildung mit dem Diplom ab
und vertiefte sein Studium in Köln, wo er Germanistik und
Romanistik sowie Sprachen und Kulturen der islamischen Welt
studierte. 1962 promovierte er an der Universität zu Köln mit
der Arbeit: „Das Motiv der orientalischen Landschaft in der
deutschen Dichtung von Klopstocks Messias bis zu Goethes Divan.“
Im gleichen Jahr kehrte er nach
Kairo zurück und baute dort an der Sprachenhochschule
Al-Alsun eine germanistische Fakultät auf. Er wurde ab 1965
Professor für Germanistik an der Sprachenhochschule al-Alsun
und gilt als Begründer der modernen ägyptischen Germanistik.
Er leitete die Professur bis 1987. 1977 führte er die
Übersetzungswissenschaft als Teildisziplin des germanistischen
Studiengangs ein.
Sein Lebenswerk bestand darin, kulturelle Brücken zu
schlagen vor allem durch Übersetzungen in beide Richtungen
(Deutsch-Arabisch).
Maher ist im deutschsprachigen Raum besonders bekannt durch
seine „Sinngemäße deutsche Übersetzung des Heiligen Koran“.
Die Erstauflage wurde 1999 veröffentlicht. Im Jahr 2007 folgte
eine zweite Auflage. Das Werk erstellte er im Auftrag der
Al-Azhar-Universität.
Mahers Übersetzungs-Ansatz unterscheidet sich deutlich von
vielen anderen und ist mehr „sinngemäß“ statt streng
wortgetreu. Sein Ziel war die Verständlichkeit für deutsche
Leser. Er glättet oder mildert problematische Stellen bewusst
und übersetzt z. B. „Allah“ oft mit „Gott“, um Gemeinsamkeiten
der monotheistischen Religionen zu betonen.