.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Sayyid Muhammad Marandi ist ein iranisch-amerikanischer
Akademiker und politischer Analyst, der insbesondere während
des
Irankrieges 2026 Berühmtheit in der
Westlichen Welt erlangte, weil er als Vertreter der
Position der
Islamischen Republik Iran auch von Sendern der
Kriegsgegner eingeladen wurde. Lediglich Deutschlands Sender
erlauben in einer faktisch sehr strengen Zensur keine
Israel-kritischen Meinungen.
Prof. Marandi war Medienberater des iranischen
Atomverhandlungsteams in Wien. Er steht der Regierung der
Islamischen Republik Iran nahe. Iran International hat ihn
als inoffiziellen „Sprecher“ bzw. „Sprachrohr“ der iranischen
Regierung bezeichnet. Auf seiner persönlichen Website stellt
er sich selbst als „einen der prominentesten iranischen
Verteidiger der
Islamischen Revolution Islamischen Revolution vor.
Er ist der Sohn von Alireza Marandi. Mohammad Marandi ist
am 3. August 1966 in Richmond (Virginia/USA), geboren, und
besaß daher auch die US-amerikanische Staatsangehörigkeit. Er
lebte bis zum Alter von 13 Jahren in den USA. Seine Familie
gehörte zu den Anhängern der
Islamischen Revolution und zog nach dem Sieg der
Islamischen Revolution in den
Iran.
Sein Abitur erlangte er an der Alavi-Oberschule in
Teheran.
Der Vater Alireza Marandi ließ sich Anfang der 1980er Jahre
als praktischer Arzt in
Teheran nieder. Außerdem wurde er aktiver Politiker. Unter
anderem bekleidete er in den Regierungen von Mir-Hossein
Mousavi und
Akbar Hashemi Rafsandschani von 1984 bis 1989 und von 1993
bis 1997 das Amt des Gesundheitsministers. Die politischen
Aktivitäten des Vater prägten den Sohn.
Prof. Sayyid Muhammad Marandi besitzt einen Bachelor- und
Masterabschluss in englischer Sprache und Literatur von der
Universität Teheran sowie einen Doktortitel in englischer
Literatur von der Universität Birmingham in Großbritannien. In
den 2000er Jahren wurde Marandi als Dozent an die
Universität Teheran berufen. Marandi ist inzwischen
ordentlicher Professor für englische Literatur an der
Universität Teheran. Nach seinem Eintritt in die
Universität spielte er eine wichtige Rolle bei der Gründung
des Instituts für Nordamerika- und Europastudien, das später
zur Einrichtung der Fakultät für Weltstudien der
Universität Teheran führte. Derzeit ist er Mitglied des
Lehrkörpers der Fakultät für Fremdsprachen und Literatur der
Universität Teheran.
In den Jahren 1988 bis 1992 nahm er mehrfach am
Iran-Irak-Krieg teil und war in den Divisionen 27 „Mohammad
Rasulollah“ und 10 „Seyyed al-Shohada“ eingesetzt. Während der
Operation Karbala-5 wurde er als Kampfschwimmer am Unterarm
durch einen Schuss verletzt und bei zwei weiteren Einsätzen
chemischen Angriffen ausgesetzt.
Aufgrund seiner akademischen Position und seiner
Beherrschung der englischen Sprache stand er stets im Fokus
internationaler Medien wie CNN, BBC, Al Jazeera und Press TV.
Dort trat er wiederholt auf und verteidigte nachdrücklich das
Atomprogramm der
Islamischen Republik Iran sowie deren Umgang mit den
Folgen der zehnten iranischen Präsidentschaftswahlen. In
jüngerer Zeit ist er vermehrt im Sender RT aufgetreten.
Im akademischen Bereich lag Marandis Schwerpunkt vor allem
auf dem Projekt INAES. Diese Einrichtung begann ursprünglich
als angegliederter Arm der Fakultät für Fremdsprachen der
Universität Teheran, ist heute jedoch ein unabhängiges
Zentrum, das sich mit postkolonialen Studien beschäftigt, mit
besonderem Fokus auf die Kritik des Orientalismus.
Im Jahr 2021 wurde Marandi in einem Interview mit der BBC
antisemitischer Äußerungen beschuldigt. Dieses Interview wurde
stark kritisiert, und ein BBC-Direktor entschuldigte sich
später. Unter anderem bezeichnete Marandi Israel als einen „ethnisch-suprematistischen
Staat“ und behauptete, dass im Gazastreifen ein „Holocaust“
stattfinde. Der britische Historiker und BBC-Moderator Simon
Schama bezeichnete dies als „zutiefst und erschreckend
beleidigend“ und kritisierte, die BBC habe Marandi erlaubt,
unbehelligt „antisemitische Beleidigungen über das
‚auserwählte Volk‘, einen ‚Holocaust‘ im Libanon und
Ähnliches“ zu äußern.
Prof. Marandi gehörte zum iranischen Verhandlungsteam nach
dem ersten Waffenstillstand im
Irankrieg 2026.
Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem:
 | Lord Byron, His Critics and Orientalism (Lord Byron,
seine Kritiker und der Orientalismus), 2003. (Dissertation)
|
 | „Oppressors and Oppressed Reconsidered: A Shi‘itologic
Perspective on the Islamic Republic of Iran and Hezbollah’s
Outlook on International Relations“ („Unterdrücker und
Unterdrückte neu betrachtet: Eine schiitologisch geprägte
Perspektive auf die Islamische Republik Iran und die
Sichtweise der Hisbollah auf internationale Beziehungen“),
in: Deina Abdelkader / Nassef Manabilang Adiong / Raffaele
Mauriello (Hrsg.): Islam und internationale Beziehungen.
Beiträge zu Theorie und Praxis, Springer, 2015, S. 50–71.
|
 | „The Khamenei Doctrine: Iran’s Leader on Diplomacy,
Foreign Policy and International Relations“ („Die
Chamenei-Doktrin: Irans Führer über Diplomatie, Außenpolitik
und internationale Beziehungen“), in: Nassef Manabilang
Adiong / Raffaele Mauriello / Deina Abdelkader (Hrsg.):
Islam in den internationalen Beziehungen: Politik und
Paradigmen, Routledge, New York 2018, S. 18–38. |