Prof. Marandi
Sayyid Muhammad Marandi

Aussprache: sayyid muhammad marandiy
arabisch: 
سید محمد مرندي
persisch: 
سید محمد مرندی
englisch:
Seyyed Mohammad Marandi

3.8.1966 - heute n.Chr.

Foto: khamenei.ir (2025 n.Chr.)

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Sayyid Muhammad Marandi ist ein iranisch-amerikanischer Akademiker und politischer Analyst, der insbesondere während des Irankrieges 2026 Berühmtheit in der Westlichen Welt erlangte, weil er als Vertreter der Position der Islamischen Republik Iran auch von Sendern der Kriegsgegner eingeladen wurde. Lediglich Deutschlands Sender erlauben in einer faktisch sehr strengen Zensur keine Israel-kritischen Meinungen.

Prof. Marandi war Medienberater des iranischen Atomverhandlungsteams in Wien. Er steht der Regierung der Islamischen Republik Iran nahe. Iran International hat ihn als inoffiziellen „Sprecher“ bzw. „Sprachrohr“ der iranischen Regierung bezeichnet. Auf seiner persönlichen Website stellt er sich selbst als „einen der prominentesten iranischen Verteidiger der Islamischen Revolution Islamischen Revolution vor.

Er ist der Sohn von Alireza Marandi. Mohammad Marandi ist am 3. August 1966 in Richmond (Virginia/USA), geboren, und besaß daher auch die US-amerikanische Staatsangehörigkeit. Er lebte bis zum Alter von 13 Jahren in den USA. Seine Familie gehörte zu den Anhängern der Islamischen Revolution und zog nach dem Sieg der Islamischen Revolution in den Iran. Sein Abitur erlangte er an der Alavi-Oberschule in Teheran.

Der Vater Alireza Marandi ließ sich Anfang der 1980er Jahre als praktischer Arzt in Teheran nieder. Außerdem wurde er aktiver Politiker. Unter anderem bekleidete er in den Regierungen von Mir-Hossein Mousavi und Akbar Hashemi Rafsandschani von 1984 bis 1989 und von 1993 bis 1997 das Amt des Gesundheitsministers. Die politischen Aktivitäten des Vater prägten den Sohn.

Prof. Sayyid Muhammad Marandi besitzt einen Bachelor- und Masterabschluss in englischer Sprache und Literatur von der Universität Teheran sowie einen Doktortitel in englischer Literatur von der Universität Birmingham in Großbritannien. In den 2000er Jahren wurde Marandi als Dozent an die Universität Teheran berufen. Marandi ist inzwischen ordentlicher Professor für englische Literatur an der Universität Teheran. Nach seinem Eintritt in die Universität spielte er eine wichtige Rolle bei der Gründung des Instituts für Nordamerika- und Europastudien, das später zur Einrichtung der Fakultät für Weltstudien der Universität Teheran führte. Derzeit ist er Mitglied des Lehrkörpers der Fakultät für Fremdsprachen und Literatur der Universität Teheran.

In den Jahren 1988 bis 1992 nahm er mehrfach am Iran-Irak-Krieg teil und war in den Divisionen 27 „Mohammad Rasulollah“ und 10 „Seyyed al-Shohada“ eingesetzt. Während der Operation Karbala-5 wurde er als Kampfschwimmer am Unterarm durch einen Schuss verletzt und bei zwei weiteren Einsätzen chemischen Angriffen ausgesetzt.

Aufgrund seiner akademischen Position und seiner Beherrschung der englischen Sprache stand er stets im Fokus internationaler Medien wie CNN, BBC, Al Jazeera und Press TV. Dort trat er wiederholt auf und verteidigte nachdrücklich das Atomprogramm der Islamischen Republik Iran sowie deren Umgang mit den Folgen der zehnten iranischen Präsidentschaftswahlen. In jüngerer Zeit ist er vermehrt im Sender RT aufgetreten.

Im akademischen Bereich lag Marandis Schwerpunkt vor allem auf dem Projekt INAES. Diese Einrichtung begann ursprünglich als angegliederter Arm der Fakultät für Fremdsprachen der Universität Teheran, ist heute jedoch ein unabhängiges Zentrum, das sich mit postkolonialen Studien beschäftigt, mit besonderem Fokus auf die Kritik des Orientalismus.

Im Jahr 2021 wurde Marandi in einem Interview mit der BBC antisemitischer Äußerungen beschuldigt. Dieses Interview wurde stark kritisiert, und ein BBC-Direktor entschuldigte sich später. Unter anderem bezeichnete Marandi Israel als einen „ethnisch-suprematistischen Staat“ und behauptete, dass im Gazastreifen ein „Holocaust“ stattfinde. Der britische Historiker und BBC-Moderator Simon Schama bezeichnete dies als „zutiefst und erschreckend beleidigend“ und kritisierte, die BBC habe Marandi erlaubt, unbehelligt „antisemitische Beleidigungen über das ‚auserwählte Volk‘, einen ‚Holocaust‘ im Libanon und Ähnliches“ zu äußern.

Prof. Marandi gehörte zum iranischen Verhandlungsteam nach dem ersten Waffenstillstand im Irankrieg 2026.

Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem:

bulletLord Byron, His Critics and Orientalism (Lord Byron, seine Kritiker und der Orientalismus), 2003. (Dissertation)
bullet„Oppressors and Oppressed Reconsidered: A Shi‘itologic Perspective on the Islamic Republic of Iran and Hezbollah’s Outlook on International Relations“ („Unterdrücker und Unterdrückte neu betrachtet: Eine schiitologisch geprägte Perspektive auf die Islamische Republik Iran und die Sichtweise der Hisbollah auf internationale Beziehungen“), in: Deina Abdelkader / Nassef Manabilang Adiong / Raffaele Mauriello (Hrsg.): Islam und internationale Beziehungen. Beiträge zu Theorie und Praxis, Springer, 2015, S. 50–71.
bullet„The Khamenei Doctrine: Iran’s Leader on Diplomacy, Foreign Policy and International Relations“ („Die Chamenei-Doktrin: Irans Führer über Diplomatie, Außenpolitik und internationale Beziehungen“), in: Nassef Manabilang Adiong / Raffaele Mauriello / Deina Abdelkader (Hrsg.): Islam in den internationalen Beziehungen: Politik und Paradigmen, Routledge, New York 2018, S. 18–38.

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