.Bücher
zu Gesundheit im Islam finden Sie im Verlag Eslamica.
Der Marmor-Palast in
Teheran ist ein repräsentativer Palastbau des 20. Jh.n.Chr.,
der eine wichtige Rolle in der Pahlavi-Zeit spielte und heute
als Museum genutzt wird.
Als Bauzeit wird 1934–1937 n.Chr. angegeben. Auftraggeber
war
Schah Reza Pahlavi, der den armenisch-iranischer
Architekten Leon Tadanian beauftragt hat. Der Name ist auf den
umfangreichen Einsatz von weißem Marmor im Innen- und
Außenbereich zurückzuführen. Der Palast wurde als offizielle
Residenz und Repräsentationsort des neu etablierten
Pahlavi-Staates errichtet und sollte staatliche Modernität,
königliche Autorität und zugleich iranische Tradition
ausdrücken.
Der Marmor-Palast gilt als ein Hybridbau, der mehrere
Traditionen verbindet. Er beinhaltet iranisch-islamische
Elemente wie die zentrale Kuppel, inspiriert von
Moscheen,
aufwendige Marmorarbeiten, Stuck, Spiegelmosaik und einen
Persischen Garten. Zugleich sollten europäische Einflüsse
zum Ausdruck kommen wie eine symmetrische Palastanlage,
neoklassizistische Raumproportionen und repräsentative
Staatsarchitektur des 20. Jahrhunderts. Der Bau gilt als eines
der gelungensten Beispiele für die Pahlavi-Idee einer
„nationalen Moderne“.
Das Gebäude wurde als königliche Residenz genutzt, in dem
auch offizielle Audienzen und Staatsakte stattfanden. Hier
fanden wichtige Ereignisse statt, unter anderem die
Unterzeichnung politischer Dokumente, formelle Empfänge, Teile
der Krönungszeremonien und 1965 n.Chr. ein Attentatsversuch
auf den Schah.
Nach der
Islamischen Revolution wurde der Palast verstaatlicht und
zeitweise von staatlichen Institutionen genutzt. Später wurde
der Komplex für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute
dient er als Museum, meist unter dem Titel:
موزهٔ هنر ایران / موزهٔ
کاخ مرمر
(Museum iranischer Kunst / Marmorpalast-Museum)
Die heutigen Ausstellungsinhalte sind Kunstwerke aus
verschiedenen Epochen bis hin zu historischen Objekten aus der
Pahlavi-Zeit. Das Palastinterieurs wird im Originalzustand
erhalten.