Angriff-Medaille

Medaille mit Hakenkreuz und Davidstern

Aussprache: iydaaliyya tahtawiy alaa as-saliyb al-muʿaqqaf wa-nadschmat daawuud
arabisch:
ميدالية تحتوي على الصليب المعقوف ونجمة داوود
persisch:
مدالی با صلیب شکسته و ستاره داوود
englisch:
Medal with swastika and Star of David

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Die Medaille mit Hakenkreuz und Davidstern war eine kuriose Münze, die von der nationalsozialistischen Zeitung „Der Angriff“ (herausgegeben von Joseph Goebbels) verschenkt worden ist.

Die Medaille mit Hakenkreuz und Davidstern stammt aus dem Jahr 1933 und bezieht sich auf die Artikelserie „Ein Nazi fährt nach Palästina“. Diese wurde von Leopold von Mildenstein, einem SS-Offizier, verfasst und erschien in mehreren Teilen. Die Artikel beschrieben seine Reise nach Palästina, die er gemeinsam mit dem zionistischen Aktivisten Kurt Tuchler unternommen hatte.

Ziel der Artikel war es, den Zionismus in Palästina positiv darzustellen, im Kontrast zum Dasein von Juden in Deutschland. Die Nazis betrachteten zu jenem Zeitpunkt die Auswanderung von Juden nach Palästina als mögliche „Lösung der Judenfrage“.

Die Serie verherrlichte das Bild vom „neuen jüdischen Menschen“ als Bauer und Pionier, der sich in Palästina eine neue Existenz aufbaute im Sinne einer „geordneten Auswanderung“. Dabei wurde suggeriert, dass Juden im deutschen Kulturraum keine Zukunft hätten.

Die Medaille, die Abonnenten der Zeitung als Geschenk erhielten, zeigte auf der einen Seite ein Davidstern mit der Umschrift: „Ein Nazi fährt nach Palästina“. Auf der anderen Seite war ein Hakenkreuz zu sehen, unter dem stand: „und erzählt davon im Angriff“.

Die Medaille gilt heute als ein kurioses, aber hochsymbolisches Relikt für die zeitweilige und taktisch motivierte Zusammenarbeit zwischen Nationalsozialisten und zionistischen Organisationen – vor allem im Rahmen des sogenannten Ha’avara-Abkommen von 1933.

Die Medaille steht symbolisch für eine kurzzeitige taktische Annäherung zwischen Nazis und bestimmten zionistischen Kreisen, die nicht aus ideologischer Nähe, sondern aus Nützlichkeitserwägungen erfolgte. Für die Nazis war es ein Schritt zur Vertreibung der Juden aus Deutschland. Für Zionisten bot es eine Möglichkeit, die Zahl der Juden in Palästina zu erhöhen und Leben zu retten.

Das Objekt ist daher heute in der Erinnerungskultur und historischen Forschung ein oft diskutiertes Beispiel für die Komplexität der politischen Konstellationen in der Frühzeit des NS-Regimes.

Die Medaille mit Hakenkreuz und Davidstern gehört zur Sammlung vieler Museen, darunter die Sammlung des United States Holocaust Memorial Museums (siehe Fotos).

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