.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Rudolf Nadolny war ein deutscher Diplomat, der in
muslimischen Ländern gewirkt
hat.
Er ist am 12. Juli 1873 in Groß Stürlack, Kreis Lötzen, in
Ostpreußen als Sohn des Gutsbesitzers August Nadolny und
seiner Ehefrau Agnes geboren. Er heiratete 1905 Änny
Matthiessen (1882–1977), die Tochter eines Berliner Kaufmanns.
Nadolny absolvierte 1892 das Abitur in Lötzen und diente
anschließend er als Einjährig-Freiwilliger beim
Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm I.“ Danach
studierte er Rechtswissenschaft an der Albertus-Universität
Königsberg. Nach seinem Examen im Herbst 1896 war er
Referendar am Amtsgericht der Kleinstadt Rhein und arbeitete
ab 1901 als Richter in Königsberg. Im April 1902 wurde er ins
Auswärtige Amt in Berlin berufen. Sein erster Einsatz war 1903
als als Vizekonsul im Generalkonsulat in Sankt
Petersburg. Zwischen 1912 und 1914 übernahm er diplomatische
Aufträge im Iran, in
Bosnien und
Albanien.
Beim Beginn des Ersten Weltkriegs melde er sich freiwillig
zum Militär. Im Herbst 1914 wurde er in die
Nachrichtenabteilung des Stellvertretenden Generalstabs
einberufen und dort im Frühjahr 1915 zum Chef der neu
gegründeten Sektion Politik des Generalstabes des Feldheeres
ernannt. Zu den Aufgaben seiner Abteilung gehörte es, in
Kooperation mit dem Auswärtigen Amt und der Nachrichtenstelle
für den Orient.
Im Juli 1916 wurde Nadolny vom Auswärtigen Amt als
Geschäftsträger nach
Kermanschah im Iran geschickt,
wo er die Gesandtschaft leitete. Dort befand sich eine vom
Deutschen Reich unterstützte „provisorische persische
Regierung“ unter Führung von Reza Qoli Khan Nezam al Saltaneh.
Nadolny sollte mit seinen Aktivitäten die Unabhängigkeit des
Iran sichern, das im Ersten
Weltkrieg von russischen und britischen Truppen besetzt worden
war. Nadolny organisierte die finanzielle und militärische
Unterstützung der Persischen Gendarmerie unter Führung von
Oberst Pesyan sowie die finanzielle Unterstützung von Wilhelm
Wassmuss, der im Süden des Landes eine Widerstandsbewegung
gegen die britischen Truppen aufgebaut hatte. Nach der
Niederlage der osmanischen Truppen gegen britische Verbände in
der Schlacht um Bagdad am 11. März 1917 hat die deutsche
Gesandtschaft aufgegeben und der Widerstand des
Iran gegen die russischen und
britischen Besatzer brach zusammen.
Zurück in Berlin war Nadolny unter anderem bei den
folgenden Friedensverhandlungen mit den Bolschewiken, die mit
dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk endeten, Teil der
Verhandlungsdelegation.
Von 1924 bis 1933 war Nadolny Botschafter in der
Türkei. Er war mit der
sowjetfeindlichen Außenpolitik der nationalsozialistischen
Regierung nicht einverstanden, was dazu führte, dass er seine
Posten aufgab. Er zog sich zurück in die Landwirtschaft auf
Gut Briesen (Kreis Templin) in der Uckermark und auf dem
Obstgut Katharinenhof bei Gransee (Kreis Ruppin). Nach dem
Ende des Zweiten Weltkriegs engagierte sich Nadolny für die
nationale Einheit Deutschlands.
Er starb am 18. Mai 1953 im Alter von 79 Jahren in einem
Krankenhaus in Düsseldorf-Benrath.