Operation Luxor
Operation Luxor

Aussprache: amaaliyat luuksuur
arabisch:
عملية لوكسور
persisch:
عملیات لوکسور
englisch: Operation Luxor

Bild: Buch von Farid Hafez zur Operation Luxor

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Die Operation Luxor war die größte kriminalpolizeiliche Aktion in Österreich seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie erfolgte mit  Polizeirazzia am 9. November 2020 gegen mutmaßliche Netzwerke der Muslimbruderschaft und Hamas in Österreich die letztendlich zu keiner einzigen Verurteilung führte.

Als Vorwürfe wurden unter anderem Bildung bzw. Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und Terrorfinanzierung genannt. Der Kampf gegen angeblichen Terrorismus von Muslimen entpuppte sich rückblickend als größter politischer Flop, obwohl die Verantwortungsträger ihre Fehler bis heute nicht eingestehen.

Der Operation ging eine Observation von schätzungsweise eineinhalb Jahren voraus. Am 9. November 2020 stürmten etwa 930 Polizisten österreichweit Wohnungen und Vereinseinrichtungen von ca. 70 Beschuldigten, darunter auch berühmte Hochschulangehörige wie Farid Hafez. Nach drei Jahren wurde im Zuge dieser Operation keine einzige Person festgenommen, in Untersuchungshaft genommen oder verurteilt. Alle Gerichtsverfahren mussten eingestellt werden.

Opfer waren zahlreiche Einzelpersonen sowie die Muslime in Österreich als Ganzes. Ein Kriminalsoziologe bezeichnete die Operation Luxor als „Lehrbuchbeispiel von Regieren mit Kriminalität und Furcht“.

Die Bundesregierung missbrauchte offensichtlich die Razzia als angeblichen Schlag gegen den politischen Islam, was als Wahlkampfthema herhalten musste. Das Ermittlungsverfahren wurde trotz Ergebnislosigkeit auf rund 104 Beschuldigte ausgeweitet und entwickelte sich zu einem der größten Justizverfahren der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Drei Jahre nach der Razzia sind alle Ermittlungsverfahren ergebnislos geblieben. Dennoch hielt sich die Kritik in der Westlichen Welt und insbesondere in Österreich in Grenzen, was in der muslimischen Welt als typischer Ausdruck der Islamhasses in der Westlichen Welt gedeutet wurde.

Auffällig bei den Verfahren war unter anderem, dass zahlreiche Gutachter für ihre besondere Nähe zum Zionismus bekannt waren. Tatsächlich wurden im spätere Verlauf einige Gutachter wegen offensichtlicher Befangenheit ausgewechselt. Auch wurde einigen Gutachtern nachgewiesen, dass sie weder über das fachliche noch sprachliche Wissen verfügt haben, was zu schwerwiegenden Fehlern bei den Ermittlungen geführt hatte. Im Verfahren wurde unter anderem der Gutachter Vidino erwähnt, dem im Verlauf der juristischen Aufarbeitung völlig frei Erfundene Behauptungen vorgeworfen sind.

Erwartungsgemäß verhinderte die Operation insbesondere die Hilfstätigkeit von Hilfsvereinen, die sich um das Wohl palästinensischer Kinder gekümmert haben. Als besonder tragisch galten die Ermittlungen gegen Osama Abu El Hosna. Er hatte am 2. November 2020 einem österreichischen Polizisten das Leben gerettet. Gegen ihn wurde ermittelt, da er in einem Hilfsverein tätig war. Trotz Freispruch wurde dem staatenlosen Abu El Hosna die Staatsbürgerschaft mit Verweis auf die beendeten Ermittlungen verwehrt.

Ein weiterer dramatischer Fall war der Hochschullehrer Farid Hafez. Er verließ nach der Razzia das Land und ist seither Professor für Internationale Studien am Williams College in den USA. In seinem Buch: „Wie ich zum Staatsfeind erklärt wurde - Die Operation Luxor und der Kreuzzug gegen den 'politischen Islam'“ von 2024 hat er die Operation aufgearbeitet.

Die Geschehnisse um die Operation Luxor wurden in der muslimischen Welt als Paradebeispiel für den Umgang der Westlichen Welt mit Muslimen dargestellt. Ähnliche Verwicklungen gab es auch in Deutschland bei den Razzien im Zusammenhang mit dem Verbot des Islamischen Zentrums Hamburg. Von der Westlichen Welt als Vorzeigemuslime berühmt gemachte Personen wie Mouhanad Khorchide waren zu Gast im ägyptischen Staatsfernsehens, wo sie die Operation priesen.

In einem offenen Brief an die Regierung verfasste ein Kollektiv von 16 zivilgesellschaftlichen Organisationen in Österreich einen offenen Brief an die Regierung, wonach diese im Zuge der Operation Luxor „massive Einschränkungen der Grund- und Freiheitsrechte aller Menschen in Österreich“ befürchte. Insbesondere die juristische Unschuldsvermutung wurde in der Operation faktisch aufgehoben.

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