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Der Palast von Hulbuk ist der ehemaliger Palast des
Gouverneurs von
Hulbuk.
Er entstand vermutlich im 9. oder frühen 10. Jh. n.Chr. und
war Residenz der lokalen Herrscher von Chuttal (Khuttal). Die
Anlage gehört in den kulturellen Horizont der
samanidischen Epoche, auch wenn die Region politisch teils
halbautonom blieb.
Der Palast von Hulbuk gilt als eines der wichtigsten
erhaltenen Beispiele frühislamischer Palastarchitektur in
Zentralasien. Als Baumaterial wurden Lehmziegel und gebrannte
Ziegel in repräsentativen Partien verwendet und mit reich
verzierter Stuck geschmückt.
Der Komplex war eine befestigte Residenz mit zentralem Hof
(Innenhofstruktur), repräsentativer Audienzhalle, Wohnräumen,
Verwaltungsräumen und Wirtschaftstrakten. Die Anlage folgte
dem typischen zentralasiatisch-persischen Palasttypus mit
axialer Gliederung.
Das Herzstück war eine große Empfangshalle mit monumentalem
Charakter. Hier empfing der Herrscher Gesandte und lokale
Eliten. Die architektonischen Merkmale der Halle waren hohe
Gewölbe, Wandnischen ähnlich den
Gebetsnischen [mihrab] mit reich ornamentierter Stuck, die
als besonders bedeutend gelten. Sie zeichneten sich aus durch
geometrische Muster, florale Ornamente, stilisierte
pflanzliche Motive und teilweise figürliche Darstellungen
(selten, aber belegt) mit starken Parallelen zur
iranisch-samanidischen Kunsttradition.
Die Anlage war klar hierarchisch organisiert und dadurch
unterteilt in öffentliche Repräsentationsbereiche, halbprivate
Verwaltungszonen und die privaten Wohnbereiche. Diese Trennung
deutet auf eine entwickelte höfische Kultur mit
differenzierten sozialen Sphären hin.
Der Palast dokumentiert die Integration Chuttals in den
persisch-islamischen Kulturraum sowie die Übernahme iranischer
Hofkultur. Der Palast dokumentiert zudem die Existenz
regionaler Machtzentren jenseits der großen Metropolen wie
Buchara oder
Samarkand. Er ist ein Schlüsselzeugnis für die politische
Autonomie und kulturelle Eigenständigkeit der Region im 9.–10.
Jh. n.Chr.
Die archäologische Erforschung mit systematischen
Ausgrabungen begannen im 20. Jh. n.Chr. unter sowjetischer
Archäologie. Dabei wurden Stuckfragmente, Keramik,
Alltagsgegenstände und architektonische Bauelemente gefunden.
Ein Teil der Funde ist heute im lokalen Museum von Hulbuk
ausgestellt.

Foto V.T.Neef (2024 n.Chr.)