Pascalsche Wette
Pascalsche Wette

Aussprache: rahaan baaskaal
arabisch:
رهان باسكال
persisch:
شرط‌بندی پاسکال
englisch:
Pascal's Wager

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Die Pascalsche Wette ist ein berühmtes Argument für den Glauben an Gott, welches fälschlicherweise auf Balise Pascal zurückgeführt wird, aber ein Jahrtausend vorher bereits von Imam Ali (a.) formuliert wurde.

Blaise Pascal (1623-1662) war ein französischer Mathematiker, Physiker, Literat und christlicher Philosoph. Er ist vor allem bekannt durch das nach ihm benannte Gesetz zum hydrostatischen Druck, Paradox und Dreieck.

Im Bereich des Glaubens war seine Analyse über den Glauben an Gott mit vier theoretisch möglichen Optionen:

bulletJemand glaubt an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird er Erlösung im Jenseits erlangen.
bulletJemand glaubt an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall erlangt er zwar keine Erlösung im Jenseits, verliert aber auch nichts im Diesseits.
bulletJemand glaubt nicht an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall erlangt er keine Erlösung im Jenseits, gewinnt aber auch nichts im Diesseits.
bulletJemand glaubt nicht an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird er verloren sein.

Aus dieser Analyse der Möglichkeiten folgerte Pascal, dass es besser sei, bedingungslos an Gott zu glauben.

Bereits nahezu ein Jahrtausend zuvor hatte Imam Ali (a.) auf die Frage eines Atheisten, der gefragt hatte: "Was ist, wenn es Deinen ALLAH nicht gibt", geantwortet: "Ich habe nichts zu verlieren, aber wenn Er existiert wirst Du viel verlieren!"

Noch klarer dokumentiert ist die sogenannte Pascalsche Wette von Imam Sadiq (a.). Imam Sadiq (a.) diskutiert mit einem Leugner des Jenseits und sagt:

إِنْ كَانَ الأَمْرُ كَمَا تَقُولُ، فَلَيْسَ عَلَيْنَا وَعَلَيْكُمْ شَيْءٌ،
 وَإِنْ كَانَ الأَمْرُ كَمَا نَقُولُ، فَنَجَوْنَا وَهَلَكْتُمْ.

Wenn die Sache so ist, wie du sagst, dann gibt es weder gegen uns noch gegen euch etwas. Wenn die Sache aber so ist, wie wir sagen, dann sind wir gerettet – und ihr geht zugrunde.

Diese Aussage ist unter anderem überliefert in Al-Kafi. Somit ist die Pascalsche Wette über ein Jahrtausend früher in islamischen Quellen zu finden.

Die Überlieferung wird meist im Zusammenhang mit Ibn Abi al-Awdschaʾ, einem bekannten Skeptiker in Medina, erzählt. Sinngemäß wird die Überlieferung [hadith] folgendermaßen wiedergegeben:

Wenn das, was du sagst, zutrifft, und es gibt kein Jenseits, dann sind wir und ihr gleich. Wenn aber das zutrifft, was wir sagen, dann sind wir gerettet – und ihr verloren.

Das ist inhaltlich exakt der islamische Vorläufer der pascalschen Wette, allerdings ohne Wahrscheinlichkeitstheorie, sondern als existentielles Vernunftargument. Imam Sadiq (a.) argumentiert nicht: „Glaube blind“, sondern: „Handle vernünftig angesichts eines endgültigen Risikos.“

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