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Das Perser-Dorf in
China
ist eine Ortschaft mit einem legendenträchtigen Mausoleum
eines Iraners. In
China
wird das Dorf wörtlich „波斯村“ (Bōsī cūn) genannt, was
Perser-Dorf heißt.
Das Dorf liegt administrativ in der Großgemeinde Daqiao
(大桥镇), Stadtbezirk Jiangdu (江都区) der Präfekturstadt Yangzhou
in der Provinz Jiangsu, China. Die Bezeichnung Perser-Dorf ist
historisch und kulturell belegt, weil dort seit Jahrhunderten
Nachfahren von persischen Händlern leben, die im Mittelalter
über die See- und Landrouten des Seidenwegs nach
China
gekommen sind.
Der Name de Perser-Dorfes geht gemäß lokalen Legenden auf
einen persischen Händler zurück, der sich dort vor vielen
Jahrhunderten niedergelassen hatte. Dieser Perser soll das
Dorf angeführt haben, als Banditen über die Gegend herfielen,
und die Dorfbewohner verteidigt haben. Bei der Abwehr der
Räuber verlor er sein Leben und wurde
Märtyrer. In Gedenken an seinen Mut und sein Opfer erhielt
das Dorf den Namen „Perser-Dorf“, und es wurde eine
Gedenkstelle mit Mausoleum errichtet, die an diesen Perser
erinnern.
Obwohl der Ort im Volksmund als „Perser-Dorf“ bezeichnet
wird, ist das kein offizieller chinesischer Ortsname im
modernen Verwaltungssystem. Der Name stammt vielmehr aus einer
Mischung aus lokalen Geschichten über persische Siedler,
historischem Handel über den Seidenweg und der damit
verbundenen Erinnerungskultur.
Über die Seidenstraße gab es schon im frühen Mittelalter —
vor allem während der Tang-Dynastie (618–907 n.Chr.) —
intensiven Austausch zwischen
China
und dem
Iran (Persien). Händler aus dem
Iran
lebten, heirateten und handelten in mehreren Regionen Chinas
und hinterließen Spuren in Kultur und Ortsnamen.
Das Mausoleum trägt den Grabnamen „Mohulu“ (摩呼祿), was
eine chinesische Transkription eines iranischen Namens bzw.
Titels sein könnte. Ein klarer historischer Name dieses
Persers in originaler iranischer Form (z. B. arabisch oder
persisch) ist nicht überliefert. In den modernen touristischen
und lokalen Darstellungen steht eine Gedenkstele mit
Inschriften auf Chinesisch und Persisch, die das Opfer und die
historische Verbindung feiern.
Die heutige „Gedenkstätte“ im Umfeld des 波斯村 (Perser-Dorfs)
ist symbolisch-historisch, nicht das original erhaltene
Mausoleum mit lesbarer Inschrift.

Foto: IRNA (2025 n.Chr.)