.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Dr. Muhammad Qarib ist der weithin anerkannten „Vater der
Pädiatrie im Iran“.
Pädiatrie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der
Gesundheit, Entwicklung, Diagnose und Behandlung von Kindern
und Jugendlichen von der Geburt bis zum Erwachsenenalter
befasst.
Muhammad Qarib ist am 5. Juli 1909 in
Teheran in einer Familie aus Tafresh (Provinz
Markazi) geboren. Seine Schulbildung endete mit
einem Abschluss der High School in
Tehera im Jahr 1927 n.Chr. Nach dem Abitur ging Qarib nach
Reims in Frankreich, wo er zwei Jahre am École de Médecine de
Reims studierte. Anschließend wurde er an der Universität
Paris medizinisch ausgebildet. Dort bestand er anspruchsvolle
Prüfungen für die externat- und internat-Positionen an den
Krankenhäusern von Paris, die damals äußerst kompetitiv waren.
Er erhielt seinen medizinischen Abschluss Promotion (M.D.) im
Jahr 1937. Danach trainierte er ein Jahr intensiv in Pädiatrie
am Hôpital de la Pitié-Salpêtrière unter Professor
Ribadeau-Dumas.
Nach seiner Rückkehr nach Iran (1938/1939 wurde) wurde
Qarib vom französischen Dekan Dr. Charles Oberling als erster
Professor für Pädiatrie an der
Universität Teheran berufen. Er wurde anschließend Leiter
der Pädiatrieabteilung, eine Position, die er bis zu seinem
Tod 1975 innehatte. Über 37 Jahre lehrte er Generationen von
Medizinstudenten und -ärzten in Kinderheilkunde und Klinischer
Pädiatrie. Viele seiner Schüler wurden später Leiter von
Pädiatrie-Abteilungen in iranischen medizinischen Fakultäten.
1941 veröffentlichte er das erste persische Lehrbuch über
Kinderkrankheiten, das zur Grundlage der pädiatrischen
Ausbildung im
Iran
wurde.
Durch seine Bemühungen wurde die Pädiatrie als medizinische
Spezialität im
Iran
anerkannt (ca. 1950). 1955 wurde ein Board für die
pädiatrische Facharztausbildung ins Leben gerufen. 1960
gründete er gemeinsam mit Kollegen die Iranische Pädiatrische
Gesellschaft (Iranian Pediatrics Society) und war deren
Präsident bis 1974. Von 1968 bis 1974 war er zudem Mitglied
des Beratenden Vorstands der International Pediatric
Association.
In den späten 1960er Jahren spielte Qarib eine zentrale
Rolle in der Planung und dem Bau des Children’s Hospital
Medical Center in Teheran, eines 150-Betten-Krankenhauses. Von
1971 bis 1975 diente er dort als medizinischer Direktor.
Qarib war nicht nur ein theoretischer Lehrer, sondern auch
ein angesehener Kliniker, der besonders komplexe Kinderfälle
mochte. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche
Artikel in medizinischen Fachzeitschriften in Persisch,
Französisch und Englisch und war Herausgeber sowie
Mitherausgeber verschiedener Bücher über pädiatrische Themen.
Im Jahr 1954 verlieh ihm die französische Regierung das
Kreuz der Chevalier de la Légion d’Honneur als Würdigung
seiner Leistungen. 1965 würdigte ihn die amerikanische
Fachzeitschrift Medical Digest in einer Serie über bedeutende
Ärzte weltweit. Im Jahr 1991 ehrte die
Islamische Republik Iran ihn posthum mit einer Briefmarke
zu seinen Ehren. Jährlich veranstaltet die Iranische
Pädiatrische Gesellschaft ein mehrtägiges Symposium namens „Doctor
Gharib Memorial Pediatric Conference“.
Sein Leben wurde in der iranischen Fernsehserie „Roozegar-e
Gharib“ (dt. „Die Zeit von Qarib“) dargestellt, die 2007
erstmals ausgestrahlt wurde und aufgrund großer Nachfrage
mehrfach wiederholt wurde. Qarib war verheiratet mit Zahra (Zari)
Qarib und hatte vier Kinder: Nahid, Maryam, Husain und Muhsin.
Er kämpfte ab 1972 gegen Blasenkrebs und unterzog sich
Operation und Bestrahlung, starb jedoch am 20. Januar 1975 in
Teheran an den Folgen der Krankheit. Sein Leichnam wurde
nach
Qum
überführt und er wurde auf dem
Schaychan Friedhof beigesetzt.