Dr. Qarib
Muhammad Qarib

Aussprache: muhammad qariyb
arabisch:
محمد قريب
persisch:
محمد قریب
englisch:
Mohammad Gharib

5.7.1909 - 20.1.1975 n.Chr.

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Dr. Muhammad Qarib ist der weithin anerkannten „Vater der Pädiatrie im Iran“.

Pädiatrie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Gesundheit, Entwicklung, Diagnose und Behandlung von Kindern und Jugendlichen von der Geburt bis zum Erwachsenenalter befasst.

Muhammad Qarib ist am 5. Juli 1909 in Teheran in einer Familie aus Tafresh (Provinz Markazi)  geboren. Seine Schulbildung endete mit einem Abschluss der High School in Tehera im Jahr 1927 n.Chr. Nach dem Abitur ging Qarib nach Reims in Frankreich, wo er zwei Jahre am École de Médecine de Reims studierte. Anschließend wurde er an der Universität Paris medizinisch ausgebildet. Dort bestand er anspruchsvolle Prüfungen für die externat- und internat-Positionen an den Krankenhäusern von Paris, die damals äußerst kompetitiv waren. Er erhielt seinen medizinischen Abschluss Promotion (M.D.) im Jahr 1937. Danach trainierte er ein Jahr intensiv in Pädiatrie am Hôpital de la Pitié-Salpêtrière unter Professor Ribadeau-Dumas.

Nach seiner Rückkehr nach Iran (1938/1939 wurde) wurde Qarib vom französischen Dekan Dr. Charles Oberling als erster Professor für Pädiatrie an der Universität Teheran berufen. Er wurde anschließend Leiter der Pädiatrieabteilung, eine Position, die er bis zu seinem Tod 1975 innehatte. Über 37 Jahre lehrte er Generationen von Medizinstudenten und -ärzten in Kinderheilkunde und Klinischer Pädiatrie. Viele seiner Schüler wurden später Leiter von Pädiatrie-Abteilungen in iranischen medizinischen Fakultäten. 1941 veröffentlichte er das erste persische Lehrbuch über Kinderkrankheiten, das zur Grundlage der pädiatrischen Ausbildung im Iran wurde.

Durch seine Bemühungen wurde die Pädiatrie als medizinische Spezialität im Iran anerkannt (ca. 1950). 1955 wurde ein Board für die pädiatrische Facharztausbildung ins Leben gerufen. 1960 gründete er gemeinsam mit Kollegen die Iranische Pädiatrische Gesellschaft (Iranian Pediatrics Society) und war deren Präsident bis 1974. Von 1968 bis 1974 war er zudem Mitglied des Beratenden Vorstands der International Pediatric Association.

In den späten 1960er Jahren spielte Qarib eine zentrale Rolle in der Planung und dem Bau des Children’s Hospital Medical Center in Teheran, eines 150-Betten-Krankenhauses. Von 1971 bis 1975 diente er dort als medizinischer Direktor.

Qarib war nicht nur ein theoretischer Lehrer, sondern auch ein angesehener Kliniker, der besonders komplexe Kinderfälle mochte. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Artikel in medizinischen Fachzeitschriften in Persisch, Französisch und Englisch und war Herausgeber sowie Mitherausgeber verschiedener Bücher über pädiatrische Themen.

Im Jahr 1954 verlieh ihm die französische Regierung das Kreuz der Chevalier de la Légion d’Honneur als Würdigung seiner Leistungen. 1965 würdigte ihn die amerikanische Fachzeitschrift Medical Digest in einer Serie über bedeutende Ärzte weltweit. Im Jahr 1991 ehrte die Islamische Republik Iran ihn posthum mit einer Briefmarke zu seinen Ehren. Jährlich veranstaltet die Iranische Pädiatrische Gesellschaft ein mehrtägiges Symposium namens „Doctor Gharib Memorial Pediatric Conference“.

Sein Leben wurde in der iranischen Fernsehserie „Roozegar-e Gharib“ (dt. „Die Zeit von Qarib“) dargestellt, die 2007 erstmals ausgestrahlt wurde und aufgrund großer Nachfrage mehrfach wiederholt wurde. Qarib war verheiratet mit Zahra (Zari) Qarib und hatte vier Kinder: Nahid, Maryam, Husain und Muhsin.

Er kämpfte ab 1972 gegen Blasenkrebs und unterzog sich Operation und Bestrahlung, starb jedoch am 20. Januar 1975 in Teheran an den Folgen der Krankheit. Sein Leichnam wurde nach Qum überführt und er wurde auf dem Schaychan Friedhof beigesetzt.

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