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Qusayr Amra (Kleine Burg von Amra) ist ein frühislamischer
Wüstenpalast im Osten des
Jordanien und zählt zu den bedeutendsten erhaltenen
Bauwerken der Zeit der Umayyaden.
Die Anlage ist insbesondere für ihre außergewöhnlich gut
erhaltenen Wandmalereien bekannt und gehört seit 1985 zum
UNESCO-Weltkulturerbe.
Qusair Amra liegt ca. 70 km entfernt von
Amman
in in einer trockenen Wüstenlandschaft.
Der Bau wird in die erste Hälfte des 8. Jh. n.Chr. in die
Zeit 711 - 715 n.Chr. datiert, wahrscheinlich in die
Regierungszeit des Umayyadenprinzen und späteren Kalifen
Walid (I.) ibn Abdalmalik.
Die Umayyaden nutzten
solche Anlagen als: Jagd- und Erholungsresidenzen,
Verwaltungsstützpunkte und Orte repräsentativer
Selbstdarstellung. Qusayr Amra ist vergleichsweise klein, aber
funktional klar gegliedert:
Die Bauweise zeigt eine Mischung aus römisch-byzantinischen
Einflüssen (Badearchitektur) und frühislamischer
Raumgestaltung. Die größte Bedeutung des Bauwerks liegt in
seinen Fresken, die zu den wichtigsten der frühislamischen
Kunst zählen:
Motive sind Jagd- und Alltagsszenen, nackte Badende und
höfische Darstellungen, Handwerker und Musiker und
Herrscherdarstellungen (inkl. „sechs Könige“-Szene). Als
Besonderheit gilt die Darstellung eines Tierkreis-Zodiaks an
der Kuppel des Baderaums was als Kombination aus antiken
(griechisch-römischen), persischen und frühislamischen Motiven
gilt. Die Zodiak-Darstellung gilt als älteste erhaltene
dreidimensionale Hemisphären-Darstellung dieses Zeichens.
Die Fresken sind ungewöhnlich, da figürliche Darstellungen
im späteren Islam oft
eingeschränkt wurden.
Die
umfangreiche Wandbemalung ist selbst nach 1300 Jahren noch
teilweise vorhanden, hat jedoch in den letzten Jahrzehnten
stark durch Vandalismus und unsachgemäße Behandlung gelitten. Bei der Entdeckung durch
Alois Musil im Jahr 1898 wurden Kopien der Wandbemalungen
angefertigt und somit für die Nachwelt erhalten, wenn auch nur
in damals möglicher Qualität.
Im Jahr 1985 erfolgte die Aufnahme in die Liste des
UNESCO-Weltkulturerbes mit der Begründung außergewöhnlicher
Fresken und als herausragendes Beispiel frühislamischer
Architektur.
Anfang des 21. Jh. wurde auch das ursprünglich durch Tiere
angetriebene Wasserrad der Badeanlage restauriert. Der
Gebäudekomplex wurde von einem tiefen Brunnen mit Wasser
versorgt.