Ritter Toggenburg
Ritter Toggenburg

Aussprache: al-faaris tuughanburgh
arabisch:
الفارس توغنبرغ
persisch:
شوالیه توگنبرگ
englisch:
The Knight of Toggenburg

Bild: Postkarte von 1910 n.Chr.

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Das Lied „Ritter Toggenburg“ ist ein Werk, in dem die Figur des „Muselmanns“ eine symbolische und kulturelle Rolle spielt, die stark mit der Zeit der Kreuzzüge und dem Orientbild der Romantik verbunden ist.

Der Ursprung ist ein Gedicht von Ursprung von Friedrich Schiller, der das Gedicht 1797 n.Chr. geschrieben hat. Er hat es allerdings erst 1798 in den Balladenjahr veröffentlicht. Die Musik schrieb Franz Schubert, der das Gedicht 1816 vertont hat.

Schillers Ballade erzählt von einem Kreuzritter, der aus unerwiderter Liebe zum Glauben flieht und in den Krieg zieht. Jener Ritter aus Toggenburg liebt eine Edelfrau, die seine Liebe nicht erwidert. Sie zieht sich in ein Kloster zurück. Der Ritter reist in die Fremde nach Syrien und kämpft dort unter den Kreuzfahrern. Aus dem Teil der Geschichte stammt der Gedichtsvers: „Wo er focht, da wankte der Feind, Und des Toggenburgers Name Schreckt den Muselmann weit und breit.“

Er wird schwer verwundet. Dann heißt es: „Und der Muselmann mit sanfter Hand Pflegt' ihn gesund und wohl; Und er kehrt' in das heilige Land Zurück, gesund und hohl.

Als er heimkehrt, erfährt er, dass seine Geliebte unverändert im Kloster lebt. Er richtet sich in der Nähe ein, um täglich die Glocke zu hören, wenn sie betet und stirbt eines Tages friedlich auf seinem Platz.

Franz Schubert komponierte „Der Ritter Toggenburg“ 1816 als Ballade für Singstimme und Klavier in der Form einer dramatisch erzählende Ballade mit lyrischen Zwischenteilen. Die Musik betont den Gegensatz zwischen Ritterideal, verlorener Liebe und frommer Ergebung.

Die Kontrastfigur des „Muselmann“ steht für den fremden Glauben und Feind im heiligen Krieg, der jedoch menschlich und barmherzig handelt. Schiller zeigt damit ein universales humanistisches Ideal: Mitleid und Menschlichkeit sind größer als religiöse Feindschaft.

Schiller benutzt den Muselmann in zwei gegensätzlichen Bedeutungen, um den inneren Wandel des Ritters zu verdeutlichen. Schiller verwendet also denselben Begriff „Muselmann“ doppelt: einmal als Gegner, einmal als Retter. Das ist nicht Zufall, sondern poetische Dialektik: Er zeigt die Verwandlung vom äußeren Kampf (gegen den „Anderen“ zum inneren Kampf mit sich selbst.

Schiller, selbst geprägt vom Humanismus, entmythologisiert die Kreuzzüge: Der wahre Sieg liegt nicht in der Furcht, die man sät, sondern in der Menschlichkeit, die man erfährt.

In Schuberts Vertonung korrespondiert die Passage „Und des Toggenburgers Name schreckt den Muselmann“ mit einem kraftvollen, heroischen Gestus in d-Moll, markanten Rhythmen und breiten Akkorden als klassische musikalische Heroisierung. Später, bei „Und der Muselmann mit sanfter Hand…“ verändert sich das Klangbild: das Tempo sinkt, die Harmonik wird lyrisch, mild, versöhnlich und ist ein musikalisches Spiegelbild des inneren Wandels.

Die Figur des Ritters Toggenburg war später Vorlage für viele Gemälde und Kunstwerke.

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