Abwesenheitsgebet
Ritualgebet für Verstorbene in Abwesenheit [salat-ul-ghaib]

Aussprache: salat-ul-mayyit, salat-ul-dschanaaza
arabisch:
صلاة الغائب  ‎
persisch:
نماز غایب
englisch: absent funeral prayer

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Das Ritualgebet für Verstorbene in Abwesenheit oder Totengebet in Abwesenheit ist ein Ritualgebet für Verstorbene für eine verstorbene Person, deren Leichnam nicht physisch anwesend ist.

Als klassischer Präzedenzfall gilt das Totengebet, welches Prophet Muhammad (s.) für den Negus Ashama ibn Abdschar gebetet hat. Diese Art des Totengebets ist allerdings nur bei Sunniten bekannt, selbst wenn es nur extrem selten vorkommt. In der Schia ist das Ritualgebet für Verstorbene grundsätzlich an die an die physische Anwesenheit des Leichnams gebunden. Ohne Leichnam ist solch ein Gebet nicht gültig. Ein allgemeines Totengebet in Abwesenheit ist nicht normativ vorgesehen

Bei dem Ritualgebet für Verstorbene des Propheten Muhammad (s.) für den Negus Ashama ibn Abdschar unterscheiden sich die Interpretationen: Aus sunnitischer Sicht ist das Gebet ein Beweis für die Allgemeingültigkeit des Ritualgebets für Verstorbene in Abwesenheit. Auch schiitischer Sicht gibt es mehrere mögliche der Erklärungen: Entweder ist es ein ein einzigartiger prophetischer Sonderfall und nicht allgemein übertragbar. Oder es gab eine spirituelle Präsenz. Manche schiitische Theologen vertreten, dass dem Propheten der Verstorbene „gezeigt“ wurde, also keine echte Abwesenheit bestand.

In der heutigen schiitischen Praxis wird für Verstorbene im Ausland kein reguläres Totengebet in Abwesenheit verrichtet. Stattdessen werden gemeinsame Bittgebet verlesen und am Abend nach der Beerdigung das Verlassenheits-Ritualgebet [salat-ul-wahscha] praktiziert.

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