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Die Schlacht von al-Chazir gehörte zu den Schlachten des
Aufstands von
Muchtar ibn Abu Ubaida Thaqafi.
Sie fand 67
n.d.H. (686/7
n.Chr.) neben dem Fluss al-Chazir (ein Seitenarm
des Flusses Zab) statt und führte zum Tod von
Ibn
Ziyad. Sie zählt zu den entscheidenden militärischen
Auseinandersetzungen der „Zweiten
Fitna“, des zweiten
großen innerislamischen Bürgerkriegs, der das
Kalifat
der
Umayyaden erschütterte.
Nach dem Tod des
Umayyaden
Yazid ibn Muawiya (683) geriet das
Kalifat
in eine Phase politischer Fragmentierung. Mehrere Parteien
erhoben Anspruch auf die Führung der muslimischen
Gemeinschaft:
Vor diesem Hintergrund formierte sich in
Kufa
eine
schiitische Bewegung unter
Muchtar ibn Abu Ubaida Thaqafi, die erklärte, im Namen von
Muhammad ibn Hanafiyya zu handeln.
Ibrahim ibn Malik Aschtar war der Kommandant der Truppen
von
Muchtar, dem Aufständischen gegen die
Umayyaden. Er befehligte seine Armee gegen die Truppen von
Ibn
Ziyad, um Rache zu nehmen für
Imam Husain (a.). In dem intensiven Kampf starben auf
beiden Seiten viele Kämpfer. Am Ende tötete
Ibrahim ibn Malik Aschtar persönlich
Ibn
Ziyad.
Über den Zeitpunkt der Schlacht gibt es teils
unterschiedliche Angaben zwischen 66
n.d.H. (685/6
n.Chr.) und 67
n.d.H. (686/7
n.Chr.). Weil
Tabari
67
n.d.H. (686/7
n.Chr.) angibt, wird in der Regel dieser Termin angesetzt.
Auch bei dem Ort sind sich die Historiker nicht einig. Zwar
gehen die meisten von einem gleichnamigen Fluss aus, der
zwischen Arbil und Mosul verläuft. Aber in einigen Quellen
wird der Name dieses Flusses als Dschazir aufgezeichnet. Eine
andere Meinung ist, dass al-Chazir eine Stadt in
al-Madain
sei. Laut
Tabari
befand sich al-Chazir in der Region Mosul, in der Nähe des
Dorfes Barbitha.
Die Zahl der Soldaten in der Armee von
Ibrahim ibn Malik Aschtar in dieser Schlacht wird mit etwa
8.000 und die Zahl der Soldaten der Armee von
Ibn
Ziyad mit etwa 40.000 aufgezeichnet. Dennoch gelang es den
zahlenmäßig unterlegenen Truppen die Übermacht zu zerstreuen.
Dabei spielten geschickte Taktiken bei den Flügelkämpfen eine
wichtige Rolle.
Ibrahim ibn Malik Aschtar nutzte Geländevorteile und die
hohe Motivation seiner Kämpfer, die Vergeltung für
Aschura suchten.
Zahlreiche Stammesführer der
Umayyaden wurden getötet, so das Panik im Heer von
Ibn
Ziyad ausbrach und die Soldaten versuchten über den Fluss
zu fliehen. Dabei sollen sehr viele ertrunken sein. Der Kopf
von
Ibn Ziyad wurde zu
Muchtar geschickt.
Ibn
Ziyads Körper wurde verbrannt.
Das kurzzeitige Ergebnis
war die Vorübergehende Festigung der Macht
Muchtars in
Kufa
und eine vorübergehende massive Schwächung der
Umayyaden im
Irak,
auch wenn die
Umayyaden später militärisch zurückschlugen.
Manche verstehen die Schlacht als göttliche Vergeltung für
Aschura zumal der Oberbefehlshaber der
Umayyaden in
Kerbela namens
Ibn
Ziyad getötet worden ist. Die Schlacht verdeutlichte, dass
die
Umayyaden nicht unbesiegbar waren.