.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Schloss Hohenschwangau liegt bei Schwangau/Füssen im Allgäu,
gegenüber von
Schloss Neuschwanstein und verfügt über viel Bezug zum
Orient.
Der Ort ist historisch älter als das heutige Schloss: Die
Burg wurde bereits im 12. Jh. n.Chr. erwähnt; 1832 kaufte der
spätere König Maximilian II. von Bayern die Ruine und ließ sie
zwischen 1833 und 1837 im romantisch-neugotischen Stil
wiederaufbauen. Danach diente Hohenschwangau als Sommer- und
Jagdresidenz der bayerischen Königsfamilie und war ein
zentraler Ort der Kindheit
Ludwig II. von Bayern.
Charakteristisch ist, dass Architektur, Möblierung und
Wandmalerei ein geschlossenes romantisches Gesamtkunstwerk
bilden. Die offizielle Schlossseite nennt mehr als 90
Wandgemälde. Thematisch dominieren Sagen, mittelalterliche
Geschichte, Ritter- und Herrscherideale sowie dynastische
Bezüge.
Der wichtigste Raum mit Orientbezug ist das sogenannte
Orientzimmer. Es war das Schlafzimmer von Königin Marie von
Bayern, der Gemahlin Maximilians II. und Mutter
Ludwig II. Der Raum steht im Zusammenhang mit Maximilians
Reisen nach Griechenland und in Gebiete des
Osmanischen Reichs. Maximilian II. im Orientzimmer Szenen
dieser Reise malen. Er ließ sich dabei von dem Künstler Johann
Wittmer begleiten, um Reiseeindrücke künstlerisch
festzuhalten.
Die Wandbilder im Orientzimmer sind als Reiseerinnerungen
Maximilians II. zu verstehen. Sie zeigen nicht einfach
Fantasie-Orient, sondern greifen offenbar konkrete Eindrücke
seiner Reise auf. Als kunsthistorisch interessant gilt, dass
diese Bilder in die romantische Bildsprache des Schlosses
eingebettet sind. Während andere Räume Sagen, Ritterstoffe und
mittelalterliche Herrschertraditionen behandeln, bringt das
Orientzimmer eine andere Welt ins Schloss: Reise, Ferne,
südöstlicher Mittelmeerraum, osmanische Atmosphäre und
exotisch empfundene Architektur.
Das Orientzimmer war tatsächlich ein privater Wohn- und
Schlafraum Königin Maries. Die orientalische Ausstattung war
Teil der königlichen Wohnkultur. Königin Marie nutzte diesen
Raum als Schlafzimmer und Maximilian II. ließ den Raum in
Erinnerung an seine Reise durch Griechenland und die heutige
Türkei orientalisch gestalten ließ. Eine Wendeltreppe
führte von den Raum in das darüber gelegene Schlafzimmer des
Königs. Optisch ist der Raum durch kräftige Farben, dekorative
Ornamente, goldene Akzente, eine exotische Raumwirkung und
Reisebilder geprägt.
Zu den Gemälden mit Orientbezug im Schloss gehören unter
anderem:
 |
Wilhelm Lindenschmit d.Ä.: Gastlicher Empfang Heinerich
des Löwen bey dem Sultan von
Iconium 1172 |
 |
Wilhelm Lindenschmit d.Ä.: Friederich Barbarossa besiegt
ds große Türkenheer bey Iconium 1190 |
 |
Wilhelm Lindenschmit d.Ä.: Barbarossas Untergang im
Fluße
Seleph |
 |
Wilhelm Lindenschmit d.Ä.: Friedrich II. empfängt die
Schlüssel Jerusalems 1229 |
 |
Wilhelm Lindenschmit d.Ä.: Herzog Ludwig rettet in der
Wassernoth vor Kairo das Kreuzheer 1221 |
 | Abschied vor Kreuzzug |
 | Sarazenenkampf |
 | Rückkehr |
 | Wilhelm Scheuchzer:
Smyrna |
 | Wilhelm Scheuchzer: Troyas |
 | Wilhelm Scheuchzer: Maytilene |
 | Wilhelm Scheuchzer: Dardanellen |
 | Wilhelm Scheuchzer: Constantinopel |
 | Wilhelm Scheuchzer: Büyücdere |
 | Dietrich Monten: Einfahrt in Beylerbey |
 | Dietrich Monten: Besuch beim Großherrn |