Neuschwanstein
Schloss Neuschwanstein

Aussprache: qal-a nuuyschfaanschtaayn
arabisch:
قلعة نويشفانشتاين
persisch:
قلعهٔ نوی‌شوان‌اشتاین
englisch: Neuschwanstein Castle

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Schloss Neuschwanstein ist ein Schloss bei Hohenschwangau und hat einige Bezüge zum Orient.

Das Schloss liegt oberhalb von Hohenschwangau bei Füssen im Allgäu und wurde für König Ludwig II. von Bayern errichtet. Die Adresse lautet: Neuschwansteinstraße 20 (87645 Schwangau).

Der Bau begann 1868/1869 n.Chr. und blieb unvollendet. Ludwig II. wollte mit Neuschwanstein ein romantisches Idealbild mittelalterlichen Königtums, Rittertums und christlich-sakraler Herrschaft schaffen.

Architektonisch gehört Neuschwanstein zum Historismus: Es verbindet neuromanische, neugotische und byzantinisierende Formen zu einem bewusst theatralischen Gesamtkunstwerk. Im Inneren dominieren Wandbilder aus mittelalterlichen Sagenwelten, besonders Lohengrin, Tannhäuser, Tristan, Parzival und die Gralsidee. Vor allem wurden der Thronsaal, der Sängersaal und die königlichen Wohnräume vollendet.

Der Orientbezug in Neuschwanstein ist deutlich schwächer und indirekter als etwa im benachbarten Schloss Hohenschwangau oder im Maurischer Kiosk im Schloss Linderhof. Es gibt aber einige wichtige Berührungspunkte mit orientalisch bzw. ostkirchlich geprägten Formen.

Der wichtigste Bezug ist der Thronsaal. Dieser Raum wirkt fast wie eine imposante Kirche. Der Thronsaal ist von byzantinischen Kirchen inspiriert und erinnert stark an die Hagia Sophia. In der Nordapsis sollte anstelle eines Altars ein Thron stehen, der nach Ludwigs Tod aber nicht mehr ausgeführt wurde.

Byzanz war das christliche Ostrom, also die Brücke zwischen Europa, östlichem Mittelmeerraum und christlichem Orient. Die goldene, sakrale Raumwirkung, die Apsis, die Sternenkuppel, sowie die symbolische Verbindung von Herrschaft und Heil erinnern an ostkirchliche, byzantinische Bildwelten. Die Bilder in der Apsiszone zeigen Jesus (a.), die zwölf Apostel und sechs heilige Könige.

Ein weiterer, aber nur geplanter Orientbezug war der sogenannte Maurische Saal. In den Planungen für Neuschwanstein war offenbar ein solcher Raum vorgesehen, wurde aber aus finanziellen und baulichen Gründen nicht verwirklicht.

Im Sängersaal, der sich im vierten Obergeschoss von Schloss Neuschwanstein befindet, ist an der Wand ein Bild mit Belacane dargestellt.

Seit 2025 gehört Neuschwanstein zusammen mit Schloss Linderhof, dem Königshaus am Schachen und Herrenchiemsee zum UNESCO-Welterbe „Königsschlösser Ludwigs II.“.

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