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Der Begriff al-Sayha ist ein Begriff aus dem
Heiligen Quran und beschreibt einen göttlichen Ruf oder
Schrei vom Himmel.
Der Begriff al-Sayha erscheint im
Heiligen Quran in bestimmter und unbestimmter Form
insgesamt 13-mal. Diese
Verse
stehen in einem klaren inhaltlichen und theologischen
Zusammenhang, der sich in drei Hauptachsen ordnen lässt. Erst
aus diesem Gesamtbild wird verständlich, warum derselbe
Begriff später in der eschatologischen
Überlieferungen [hadith] zu
Imam
Mahdi (a.) von Bedeutung ist.
In allen 13 Stellen im
Heiligen Quran bezeichnet al-Sayha einen
nicht-menschlichen, göttlichen Laut, der plötzlich,
überwältigend und unausweichlich ist und der eine
entscheidende Zäsur markiert als Ende eines Zustands und
Beginn eines anderen. Der Klang ist kein normales Geräusch,
sondern ein Träger göttlicher Entscheidung.
Die erste Bedeutungsachse ist Vernichtung früherer
Völker. Der häufigste Zusammenhang ist die Zerstörung
rebellischer Gemeinschaften, etwa:
Das
Volk Thamud, das Volk von
Lot (a.)
oder Volk von
Schuaib
(a.). Das typische Muster der Erzählten Gleichnisse ist:
Ein Gesandter oder Heiliger wird entsandt, die Warnung wird
abgelehnt, worauf al-Sayha plötzlich kommt, was zum
vollständigen Zusammenbruch führt.
Die Sayha ist keine Strafe im üblichen Sinn, sondern der
Moment der endgültigen Trennung zwischen Wahrheit und Lüge.
Die zweite Bedeutungsachse ist ein kosmische
Erschütterung am Ende der Zeit. In mehreren
Versen wird al-Sayha nicht historisch, sondern
eschatologisch gebraucht als ein einziger Ruf, der das Ende
der Weltordnung einleitet und der ohne Vorwarnung kommt. Seine
Charakteristika sind plötzlich, alles umfassend und
unumkehrbar. Es handelt sich um ein kosmischen Ereignis, das nicht
mehr lokal begrenzt ist.
Die dritte Bedeutungsachse ist der Übergang zwischen
zwei Existenzzuständen. Besonders wichtig ist eine subtile
aber zentrale Dimension: Die Sayha markiert immer den Übergang
von Leben zu Tod, vom
Diesseits zum
Jenseits, von der Prüfung zum Urteil und von der
Unklarheit zur endgültiger Klarheit. Sie ist damit kein bloßes
Vernichtungsinstrument, sondern ein Schwellenereignis.
Unabhängig vom Kontext (historisch oder eschatologisch)
haben alle 13 Stellen des
Heiligen Quran dieselbe innere Struktur. Zunächst gibt es
vor dem Ereignis Verwirrung, Ablehnung und falsche Sicherheit.
Dann findet das Ereignis statt in Form eines einzigen
göttlichen Schreis oder Rufs. Im Anschluss folgt Stille,
Entscheidung und eine neue Ordnung. Die Sayha ist immer
singulär, nie wiederholt als ein Ruf und damit einer
Entscheidung.
Jener Ruf gehört in seiner universellen Form auch zu den
Zeichen der Wiederkunft Imam Mahdis. Aus Sicht des
Heiligen Quran ist das konsequent, denn Sayha bedeutet
nicht „Strafe“, sondern Endgültigkeit. Sie hebt jede Ausrede
auf, erreicht alle gleichzeitig und trennt
Wahrheit von Täuschung.
In
Überlieferungen [hadith] wird as-Sayha [الصيحة] als eine
der unvermeidlichen Zeichen vor dem Erscheinen des
Imam
Mahdi (a.) genannt. Charakteristika dieses Rufes ist gemäß
den
Überlieferungen [hadith]: