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Der Spiegelbasar (Aynalı Çarşı) ist eines der bekanntesten
Wahrzeichen von
Tschanakkale (Çanakkale) und liegt mitten im Stadtzentrum
an der Çarşı Caddesi.
Als historisch interessant giltt das Eingangsportal. Eine
dort angebrachte Inschrift nennt İlyo/Eliyau Halyo, einen
bedeutenden jüdischen Kaufmann aus
Çanakkale, und datiert den Bau auf 1889/1890 n.Chr., in
die Regierungszeit von Sultan
Abdülhamid II. Die Inschrift ist mehrsprachig; Osmanisch,
Hebräisch und Französisch.
Als eindeutig gilt die Entstehungsgeschichte allerdings
nicht.
Evliya Tschelebi (Çelebi) erwähnte bereits im 17. Jh.
n.Chr. einen großen Basar in
Çanakkale. Deshalb wird auch die These vertreten, dass
Halyo nicht einen völlig neuen Markt errichtete, sondern einen
bestehenden
Basar
erneuerte oder neu gestaltete. Von der historischen Anlage ist
heute im Wesentlichen nur das ursprüngliche Eingangsportal
erhalten; der übrige Komplex wurde später stark verändert bzw.
rekonstruiert.
Berühmt wurde der Ort vor allem durch das Volkslied „Çanakkale
İçinde“, (in
Çanakkale) dessen Anfang sinngemäß lautet: „In
Çanakkale, im Aynalı Çarşı …“. Das Lied ist eng mit den
Soldaten und dem kollektiven Gedächtnis an die Kämpfe von
Gallipoli bzw.
Çanakkale im Ersten Weltkrieg verbunden. Der
Basar
selbst wurde während dieser Kämpfe durch Bombardierungen
schwer beschädigt.
Zum Namen „Aynalı“ (mit Speigeln) gibt es mehrere
Überlieferungen: Spiegel am Eingang, kleine Spiegel, die
Soldaten dort gekauft haben sollen, oder sogenannte „ayna“ an
Pferdegeschirren. Das türkische Kulturministerium weist
ausdrücklich darauf hin, dass keine dieser Erklärungen
historisch eindeutig belegt ist. Selbst auf der ursprünglichen
Inschrift steht der Name „Aynalı Çarşı“ nicht.
Heute ist der Ort eher ein kleiner historischer Markt und
touristisches Symbol, in dem vor allem Çanakkale-Keramik,
Schmuck, Souvenirs und regionale Geschenkartikel angeboten
werden.