St. Nikolaus

Foto: V.T.Neef (2024 n.Chr.)

St. Nikolaus Kathedrale Duschanbe

Aussprache: kaatadraaliyat al-qiddiys niyquulawus
arabisch:
كاتدرائية القديس نيقولاوس
persisch:
کلیسای سنت نیکلاس
englisch:
St. Nicholas Cathedral

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Die St. Nicholas Kathedrale oder Russisch-Orthodoxe Nikolaus-Kathedrale in Duschanbe ist eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Sie steht an der Dustii Khalqho (ehem. Druzhby Narodov) Straße 58, nahe dem Stadtfriedhof von Dushanbe. Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist die Kathedrale des Bistums Duschanbe und Tadschikistan.

Die St. Nicholas Kathedrale wurde 1943 n.chr. im Zweiten Weltkrieg errichtet, zu einer Zeit, als die sowjetischen Behörden unter Josef Stalin die restriktive Haltung gegenüber der Russisch-Orthodoxen Kirche zeitweise lockerten, sodass der Bau möglich wurde. Die Kirche entstand als Zentrum für die damals wachsende orthodoxe Gemeinde, die durch Zuwanderung und administrative Präsenz russisch-orthodoxer Familien in der sowjetischen Hauptstadt Tadschikistans geprägt war.

Die Kirche ist in klassisch-orthodoxer Form als Kathedrale errichtet worden, mit einem Hauptschiff und gewölbten Kuppeln, typisch für orthodoxe Sakralbauten dieser Epoche.

Der Hauptaltar ist dem Heiligen Nikolaus gewidmet; zusätzlich gibt es Seitenaltäre bzw. Thronräume für weitere Heilige wie Johannes den Russischen und die Ikone „Lebensspendende Quelle“ der Maria (a.).

Zwischen 2005 und 2011 wurde eine umfangreiche Restaurierung und Rekonstruktion durchgeführt: neue Kuppeln, überarbeitete Innenräume, Mosaiken, Ikonen und eine freistehende Glockenturmstruktur wurden ergänzt bzw. erneuert, um den ursprünglichen Charakter wiederherzustellen. Als Kathedrale des russisch-orthodoxen Bistums in Tadschikistan dient sie als spirituelles Zentrum der orthodoxen Minderheit in einem überwiegend muslimischen Land.

Die orthodoxe Gemeinde in Tadschikistan ist eine der kleinsten kirchlichen Gemeinschaften in Zentralasien, mit nur wenigen hundert regelmäßigen Gemeindemitgliedern in Duschanbe und anderen Städten. Trotz der geringen Zahl an Gläubigen erfüllt die Kathedrale wichtige Funktionen:

bulletGottesdienste und Sakramente (z. B. Taufe, Eucharistie)
bulletFeiern traditioneller orthodoxer Feste (Weihnachten, Ostern)
bulletKatholisches Engagement für Gemeinschaft und Bildung
bulletWahrung kultureller Identität der russischsprachigen Christen in Tadschikistan

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 und einem anschließenden Bevölkerungsrückgang unter den Russen in Tadschikistan verlor die Kathedrale einen Großteil ihrer ursprünglichen Gemeinde, da viele Familien das Land verließen. Der anschließende tadschikische Bürgerkrieg (1992–1997) belastete religiös-gesellschaftliche Strukturen zusätzlich, doch blieb die Kirche bestehen. Die Renovierungsarbeiten im 21. Jh. n.Chr. trugen zur Erhaltung sowohl des Gebäudes als auch seiner Funktion als religiöses Zentrum bei. Heute steht die Kathedrale weiterhin im Dienst der Orthodoxie in Tadschikistan und ist ein wichtiger Bezugspunkt für die verbliebene russisch-orthodoxe Gemeinde.

Fotos: V.T.Neef (2024 n.Chr.)

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