Dschafar Subhani
Dschafar Subhani

Aussprache: dscha'far subhaaniy
arabisch:
جعفر سبحانی
persisch:
جعفر سبحانی
englisch: Jafer Subhani

9.4.1929 - heute n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Ayatullah Dschafar Subhani gehört zu den prominenten Geistlichen [ulama] der Islamischen Revolution und der Islamischen Republik Iran.

Sein voller Name wird gewöhnlich als Dschafar Subhani Tabrizi [جعفر سبحانی تبریزی] angegeben. Er wurde am 20. Farwardīn 1308 nach dem Iranischen Sonnenkalender, (9. April 1929) in Täbriz geboren. Er entstammt einer religiösen Gelehrtenfamilie. Sein Vater war Ayatullah Muhammad-Husain Subhani Chiyabani, ein Gelehrter aus Täbriz. Subhanis frühe Bildung war stark durch das traditionelle Gelehrtenmilieu geprägt.

Er begann seine religiöse Ausbildung in Täbriz. Dort studierte er die klassischen Grundlagen der islamischen Gelehrsamkeit: arabische Grammatik und Literatur, Logik [mantiq], Islamische Rechtswissenschaft [fiqh] und Methodenlehre (Usul al-fiqh). Diese frühe Ausbildung erklärt auch seinen späteren Stil: Er schreibt sehr systematisch, stark begriffsorientiert und argumentativ. Bis 1946 n.Chr. vollendet er seine religiöse Grundausbildung an den theologischen Schulen in seinem Heimatort.

Im Anschluss wechselte er nach Qum, um sich dort weiterzuentwickeln. Hier lernte er unter anderem Quran-Exegese und Islamische Philosophie. Zu seinen Lehrern gehörten Ayatollah Boroudscherdi, Imam Chomeini und Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai.

Ayatullah Subhani wurde selbst einer der langjährigen Lehrer der Hawza in Qum. Er unterrichtete Islamische Rechtswissenschaft [fiqh], Methodenlehre (Usul al-fiqh), Kalam (Spekulative Theologie), Quran-Exegese, Wissenschaft der Überlieferer [ilm-ur-ridschal] und Geschichte.

Vor der Islamischen Revolution war Ayatullah Subhani mit der religiösen Publizistik verbunden. Er gehörte zu den Autoren bzw. Verantwortlichen der Zeitschrift Maktab-e Islam (Schule des Islam) [مکتب اسلام] einer wichtigen religiösen Zeitschrift aus Qum. Außerdem wird er mit der Zeitschrift Kalam-e Islami [ کلام اسلامی] verbunden.  Zudem schrieb er viele Bücher. Seine Bücher sind oft didaktisch aufgebaut und wollen schiitische Lehre systematisch, argumentativ und apologetisch darstellen.

Ayatullah Subhani gründete und leitete das Imam Sadiq Institute [مؤسسه امام صادق] in Qum, ein Forschungsinstitut, das besonders mit theologischer Forschung und islamischen Wissenschaften verbunden ist. Außerdem wird er als Gründer des Fachzentrums für islamischen Kalam (Spekulative Theologie) in der Hawza in Qum genannt. D

Ayatullah Subhani war war Vertreter der Provinz Ost-Aserbaidschan in der Expertenversammlung [madschlis-e-chobregaan] für die Verfassung der Islamischen Republik Iran nach der Islamischen Revolution von 1979.

Im Laufe der Zeit wurde er als Vorbild der Nachahmung anerkannt.

Ayatullah Subhani schrieb unter anderem mehrere Werke gegen Wahhabismus. Als weitere wichtige Werke gelten unter anderem:

bulletالْموجز / al-Mūdschaz — ein knappes Werk, häufig im Zusammenhang mit Glaubenslehre oder theologischer Zusammenfassung genannt.
bulletفروغ ابدیت / Furugh-e Abadiyat — eine bekannte persische Darstellung des Lebens des Propheten.
bulletمنشور جاوید / Manschur-e Dschawīd — ein thematischer Qurʾankommentar bzw. Werk zum thematischen Tafsir.
bulletآیین وهابیت / Aʾyin-e Wahhabiyyat — eine Kritik am Wahhabismus.
bulletمنشور عقاید امامیه / Manschur-e ʿAqāʾid-e Imamiyya — eine systematische Darstellung imamitischer Glaubenslehren.

v gilt als außerordentlich produktiv. Ihm werden über 300 wissenschaftlichen Werken zugeschrieben. S

Über seine Familie ist öffentlich wenig bekannt. Eine Quelle nennt Said Subhani als Kind, der inzwischen selbst als schiitischer Gelehrter und Autor sichtbar ist und angibt, unter anderem bei seinem Vater studiert zu haben.

Am 5.7.2026 war er es, der als 97-jähriger das Ritualgebet für Verstorbene für Imam Sayyid Ali Chamenei leiten durfte.

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