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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Sudak ist ein Stadt auf der Krim, in der das
muslimische Erbe erhalten geblieben ist.
Die genaue Gründungszeit ist nicht eindeutig belegt, aber
die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem 7. Jh. n.Chr.
Eine lokale Tradition datiert die Gründung auf das Jahr 212 n.
Chr. durch die Alanen, einem iranischem Nomadenvolk.
Archäologische Funde deuten auf eine Besiedlung während der
römischen Epoche hin, insbesondere im 3.–4. Jh. n.Chr. Im 6.
Jh. n.Chr. entstand unter Kaiser Justinian I. an der Küste
eine wichtige Festung, was als Hinweis auf zunehmende
strategische Bedeutung gilt.
Sudak wurde später Teil von
Byzanz
und war Sitz eines Bistums, erstmals attestiert beim Zweiten
Konzil von Nikaia (787 n.Chr.). Zwischen dem 8. und 11. Jh.
n.Chr. fiel Sudak vielfach unter Kontrolle der Chasaren,
später der Kumanen, wobei es zeitweise abblühte und
wiederbelebt wurde.
Vom 12. bis 14. Jh. n.Chr. erlebte die Stadt eine Blütezeit
als wichtiger Handelsplatz an der Seidenstraße.
Ibn Battuta, der hier 1334 n.Chr. war, bezeichnete den
Hafen als vergleichbar mit
Alexandria. Auch
Ibn
al-Athir berichtet vom regen Handelsverkehr mit Pelzen,
Sklaven, Kleidung und anderem.
Anfang 13. Jh. n.Chr. begann auch der Einfluss des
Islam
mit der Eroberung durch die
Rum-Seldschuken unter
Alauddin Kayqubad. Das ist die Zeit, in der die
ersten
Moscheen in der Region eröffnet wurden. Um 1222–1238 wurde
Sudak wiederholt von den Mongolen zerstört und um 1249 besetzt
von der
Goldenen Horde, blieb allerdings relativ autonom.
1365 eroberten die Genuesen, ausgehend von ihrem Distrikt
Kaffa, die Stadt und bauten die Genua-Festung, deren Reste
heute noch bestehen.
Im 14. Jh. gewann der
Islam
stetig an Bedeutung in der Region.
Ibn Battuta, der hier 1334 n.Chr. war, beschreibt eine
überwiegend
muslimische Bevölkerung und vereinzelt griechischen
Handwerker.
Im
Osmanischen Reich Reich wurde Sudak zum Teil einer lokalen
Verwaltungseinheit (1475–1558 n.Chr.). Die osmanische
Verwaltung sorgte für weitere Moscheebauten und religiöse
Institutionalisierung.
Bis heute machen die Tataren in Sudak knapp 20% der
Bevölkerung aus. Als Hauptattraktion gilt die sogenannte
"Genuesische Festung", dessen Bau 1371 n.Chr. begann und
fast 100 Jahre dauerte.