Spiegelkutsche
Sultanskutsche mit Spiegeln (Aynalı Saltanat Arabası)

Aussprache: al-araba as-sultaaniyya dhaat al-maraayaa
arabisch:
العربة السلطانية ذات المرايا
persisch:
ارابه سلطنتی آیینه‌دار
englisch:
Mirrored State Carriage

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Die Sultanskutsche mit Spiegeln (Aynalı Saltanat Arabası) ist eine prunkvolle, vergoldete und mit Spiegelglas geschmückte Hofkutsche im Osmanischen Reich.

Der Begriff wird auch ins Deutsche übertragen als „Verspiegelte Staatskutsche“, „Spiegel-Staatskutsche“, „Verspiegelte Staatskarosse“ oder „Prunkkutsche des Sultans“.

Die Kutsche wurde von Mahmut II. genutzt und gehört zur Sammlung des Topkapi Palastes. Sie ist ausgestellt im Glas- und Kristallmuseum Beykoz (Beykoz Cam ve Billur Müzesi).

Das Kunstwerk ist mit Spiegeln und farbigem Glas verziert. Die Kutsche wurde wohl im 19. Jh. in Paris hergestellt von der Werkstatt „Lelorioux“.

Diese Kutsche war ein repräsentatives Staatsfahrzeug, also keine Alltagskutsche, sondern ein zeremonielles Prunkgefährt des osmanischen Sultans. Die Kutsche wurde im französischen Stil (Empire oder Restaurationsepoche), reich vergoldet, mit Glas, Spiegeln, Lackmalerei und geschnitzten Ornamenten hergestellt.

Sultan Mahmut II. (1785–1839 n.Chr.) war der Sultan, der das Osmanische Reich stark nach europäischem Vorbild modernisieren wollte und dabei mehr auf den Prunk wert gelegt hat als auf die technische Modernisierung. Er ließ europäische Kleidung, Verwaltung und Militärorganisation einführen. Auch seine höfische Repräsentation änderte sich: Prunkkutschen aus Frankreich und England wurden Statussymbole, ähnlich wie einst Prunkpferde oder Sänften.

Diese Kutsche steht somit für den Wandel vom traditionellen osmanischen zum europäisch beeinflussten Hofstil.

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