Tasua
Tasua

Aussprache: taasua
arabisch:
تاسوعا
persisch:
تاسوعا
englisch: Tasua'a, Taasua

9.1.61 n.d.H.

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Tasua (arabisch von neun [tisa]) wird der 9. Muharram 61 n.d.H. genannt und gehört zu den Trauerzeremonien zu Muharram. Es ist der letzte Tag und die letzte Nacht in Kerbela vor Aschura.

Tasua liegt genau einen Mondmonat nach dem Tag von Arafat.

Am 9. Muharram 61 n.d.H. traf  Schimr ibn Dhul Dschawshan in Kerbela ein. Er brachte einen Brief Ibn Ziyads an Umar ibn Saad mit. Darin wurde Umar ibn Saad aufgefordert, entschlossener gegen Imam Husain (a.) vorzugehen. Andernfalls sollte er den Oberbefehl an Schimr ibn Dhul Dschawshan abgeben. Umar ibn Saad weigerte sich, das Kommando abzutreten, übernahm aber die Durchführung des Angriffs, der am nächsten morgen erfolgen sollte.

So erhielt am 9. Tag die Karawane Imam Husains (a.) die ultimative Aufforderung, dass sie entweder Yazid ibn Muawiya den Treueid schwören sollten, oder aber für ihren Widerstand bestraft werden würden. Wohl hierauf erfolgte die berühmt Aussage Imam Husains (a.), die lautet: Niemals Unterdrückung [hayhat-min-a-zhilla].

Gleichzeitig überbrachte Schimr ibn Dhul Dschawshan ein Schriftstück zu Abbas ibn Ali (a.), dass Abbas ibn Ali (a.) und seine drei Brüder, also alle Kinder von Fatima Kalabiyyas, die als Umm Banin bekannt war, das Schlachtfeld verlassen dürften und ihnen sicheres Geleit zugesagt sei, wenn sie sich von Imam Husain (a.) trennen. Es kam zur berühmten Ablehnung des freien Geleits.

Nach manchen Quellen hat Umar ibn Saad bereits am Nachmittag von Tasua aktiviert aber durch die Bitte Imam Husains (a.) um Aufschub bis zum nächsten Morgen, wurde der Angriff verschoben.

In jener Nacht entband Imam Husain (a.) alle seine Gefährten von jeglicher weiterer Verpflichtung ihm gegenüber und stellte es ihnen frei, das Zeltlager zu verlassen. Zudem wäre ihnen der Lohn und das Paradies [dschanna] sicher, da sie allesamt ihre Aufgabe vollständig erfüllt hätten. Aber kein einziger Gefährte ließ Imam Husain (a.) allein und mehrere wiesen darauf hin, dass das eine Leben, welches sie für Imam Husain (a.) opfern könnten, viel zu wenig sei im Anbetracht der Heiligkeit, die sie verteidigen würden. Zuhair ibn Qain, Habib ibn Mudhahir, Burair ibn Chudhair Hamdani und weitere Märtyrer von Aschura sagten gemäß den Überlieferungen [hadith]: "Selbst wenn wir getötet werden sollten und danach würden wir wieder zum Leben erweckt werden, und dann werden wir verbrannt und in die Luft zerstreut, und das würde man mit uns tausend tausendmal tun, werden wir dich nie verlassen O Imam, (hier sind wir) Labayka ya Hussain". John ibn Huwai sagte: „Bei Gott, ich werde dich niemals verlassen, bis mein Blut für dich vergossen ist.“ Nach manchen Quellen hat er zuvor gesagt: „Soll ich in guten Zeiten eure Schüsseln auslecken und euch in der Not im Stich lassen? Mein Geruch ist übel, meine Abstammung niedrig und mein Angesicht verdunkelt; hauche mir durch das Paradies entgegen, damit mein Geruch wohlriechend, meine Abstammung geehrt und mein Gesicht erstrahlt werde.“ Die Hautfarbe wird hier im übertragenen Sinn verwendet.

Diese Treue der Gefährten von Imam Husain (a.) gilt als Ausdruck einer der höchsten Stufen der Liebe.

Aus dieser Nacht entstammt der Ausspruch: Meine Seele sei dir geopfert. Die Gefährten verbrachten die letzte Nacht in innerer Einkehr und Läuterung durch Bittgebete.

Bei den Gedenkprozessionen ist die Intensität der letzten Nacht die wohl größte vor Aschura. Insbesondere wird Ali Asghars gedacht.

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