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Ibrahim Tschalli (İbrahim Çallı) war einer der wichtigsten
Maler der frühen modernen
Türkei
und der Namensgeber der sogenannten „Çallı-Generation“
(Generation 1914).
Er ist am 13. Juli 1882 in Çal in der Provinz Denizli im
Osmanischen geboren. Daher der Beiname „Çallı“ (aus Çal).
Er kam als junger Mann nach
Istanbul, arbeitete zunächst in verschiedenen Berufen und
nahm nebenher Zeichenunterricht (unter anderem bei Roben
Efendi). Mit Unterstützung von Şeker Ahmed Paşa wurde er 1906
an der Akademie der Schönen Künste in Istanbul aufgenommen.
1910 erhielt er ein Stipendium und studierte mehrere Jahre
in Paris im Atelier von Fernand Cormon. Dort ließ er sich
stark vom französischen Impressionismus (Monet, Pissarro,
Sisley) beeinflussen.
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs kehrte er nach
Istanbul zurück, arbeitete in einem vom Kriegsministerium
eingerichteten Künstleratelier und wurde Dozent an der
Akademie der Schönen Künste; 1947 ging er dort in Pension.
Er gilt als Wegbereiter des Impressionismus in der
Türkei
und zentrale Figur der „Generation 1914“, einer Gruppe von
Malern, die in Europa ausgebildet wurden und den französischen
Impressionismus auf türkische Motive übertrugen (Bosphorus-Landschaften,
Istanbul-Szenen, Porträts, Alltagsszenen). Sein späterer
Einfluss reicht bis zu Gruppen wie „Müstakiller“ (Die
Unabhängigen). Zu seinen Schülern zählt unter anderem
Saim Özeren.
Er ist am 22. Mai 1960 in
Istanbul gestorben. Sein Selbstporträt hängt im nach ihm
benannten Saal im
Staatlichen Kunst- und Skulpturenmuseum Ankara. Dort ist
auch sein Gemälde über
Osman Hamdi Bey ausgestellt (siehe Fotos).

Selbstportrait von İbrahim Çallı

Osman Hamdi Bey gemalt von İbrahim Çallı
Fotos Y.Özoguz (2014 n.Chr.)